Söder-Tochter Gloria Burkandt: "Meine alleinerziehende Mama lebte mir vor, zu welcher Stärke eine Frau fähig ist"

Sie ist die Tochter von Markus Söder – doch Gloria-Sophie Burkandt will mehr sein. Im AZ-Interview spricht die 27-Jährige, die bei ihrer alleinerziehenden Mutter in Franken aufwuchs, über TV-Pläne, das neue Thema ihrer Doktorarbeit, Selbstzweifel und den Weg zur eigenen Identität.
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Markus Söder ist auch Teil der TV-Doku von und mit Tochter Gloria-Sophie Burkandt
Markus Söder ist auch Teil der TV-Doku von und mit Tochter Gloria-Sophie Burkandt © Joyn

"Die Demütigung, die meine Seele durchgemacht hat, ist vom Allerfeinsten", sagt Markus Söders älteste Tochter Gloria-Sophie Burkandt (27). Die Doktorandin modelt und ist ab Donnerstag in der neuen TV-Show "Born Famous" neben Mehmet Scholls Tochter Josefine (18), Sarah Connors Tochter Summer (20) und Verona Pooths Sohn Diego (22) zu sehen.

Markus Söder in TV-Doku zur Tochter: "An Selbstzweifel wirst du nicht zugrunde gehen"

"Es ist Fluch und Segen zugleich, berühmt geboren zu sein", erklärt Gloria-Sophie Burkandt, die nach New York gezogen ist. Auch Vater Markus Söder, der bayerische Ministerpräsident, wird Teil der Langzeit-Reality-Doku sein. Er meint in einer TV-Szene zur Tochter: "An Selbstzweifel wirst du nicht zugrunde gehen."

Mehrere Monate wurden die Promi-Sprösslinge – teilweise auch mit berühmtem Elternteil – von Kameras begleitet. Wie ticken sie? Welchen Weg geht der Nachwuchs, um sich selbst und die eigene Persönlichkeit zu finden? Vor dem ProSieben-Sendestart am 16. Juli hat die AZ mit Gloria-Sophie Burkandt gesprochen.

Gloria-Sophie Burkandt: Konzept von "Born Famous" mitentwickelt

AZ: Liebe Frau Burkandt, Sie haben die Primetime-Show "Born Famous" vom Pitch an sogar mitentwickelt. Wie entstand das Konzept?
GLORIA-SOPHIE BURKANDT: Vor zwei Jahren entstand gemeinsam mit meinem Management die Idee. Wir alle tragen unsere Herausforderungen, unsere Abenteuer, unsere inneren Kämpfe, aber auch die wunderschönen Glücksmomente des Lebens in uns. Auf dieser Reise möchte ich Jung und Alt mitnehmen, damit auch sie sich dadurch innerlich reflektieren können. Ich möchte Menschen ermutigen, ihre Gefühle zu leben und ihre Menschlichkeit zu bewahren. Das Format zeigt mich pur, ehrlich und offen in meinen Emotionen.

"Am meisten überrascht hat mich dabei, wie offen auch die ältere Generation ist"

Auch Tränen werden fließen. Warum war es Ihnen wichtig, der Öffentlichkeit diese persönliche Seite zu zeigen?
Für junge Menschen ist das Erwachsenwerden nicht einfach und wenn sie die Sendung sehen, wachsen wir gemeinsam: die Zuschauer und ich, in einer so schnelllebigen Welt. Danach habe ich mich mit Constantin Entertainment zusammengesetzt, und gemeinsam haben wir ein Konzept entwickelt und bei ProSieben gepitcht. So ist alles entstanden. Als nächsten Schritt kam uns der Gedanke: Wenn man auch andere Kinder bekannter Persönlichkeiten zeigt, offenbart das eine noch größere Vielfalt des Menschseins. Am meisten überrascht hat mich dabei, wie offen auch die ältere Generation ist, die jungen Leute zu verstehen.

Was werden wir in der Sendung "Born Famous" für eine Gloria sehen?
Ihr werdet eine Gloria sehen, die sich ehrlich und authentisch zeigt – voller Energie und Leidenschaft. Jemanden, der sich von Herausforderungen nicht entmutigen lässt, immer einen Plan B findet und gleichzeitig auch seine nachdenkliche und verletzliche Seite zeigt.

Wiesn-Anstich: Während Ministerpräsident Söder einen Termin nach dem anderen wahrnimmt, hofft Tochter Gloria auf ein kurzes persönliches Treffen. Als er am Festzelt ankommt, bleibt kaum Zeit für ein kurzes Hallo. "Ich habe zugeschaut und habe gelächelt, aber mein Vater hat mich nicht gesehen", erzählt sie.
Wiesn-Anstich: Während Ministerpräsident Söder einen Termin nach dem anderen wahrnimmt, hofft Tochter Gloria auf ein kurzes persönliches Treffen. Als er am Festzelt ankommt, bleibt kaum Zeit für ein kurzes Hallo. "Ich habe zugeschaut und habe gelächelt, aber mein Vater hat mich nicht gesehen", erzählt sie. © ProSieben

"Nicht impulsiv zu handeln": Was Markus Söder seiner Tochter mitgab

Was hat Ihr Vater Ihnen auf den Weg mitgegeben?
Geduld zu bewahren, regelmäßig zu reflektieren, Dinge kritisch zu hinterfragen, nicht impulsiv zu handeln und dabei nie den Humor zu verlieren – das sind Werte, die mir besonders wichtig sind.

Ein seltenes gemeinsames Frühstück: Vater und Tochter lachen viel beim Treffen
Ein seltenes gemeinsames Frühstück: Vater und Tochter lachen viel beim Treffen © Joyn

Wie möchten Sie die Aufmerksamkeit für sich selbst nutzen?
Öffentlichkeit muss man richtig einsetzen, damit ein Mehrwert für die Gesellschaft entsteht. Durch meine Doktorarbeit und mein kommendes Buch habe ich einige Erkenntnisse gewonnen, die ich langfristig mit der Gesellschaft teilen möchte, damit die junge Generation gemeinsam auf die neue, von KI geprägte Welt vorbereitet wird.

Gloria-Sophie Burkandt schreibt Buch: "Menschliche Nähe wird künftig die knappste Ressource sein"

Ihr Buch "Generation KI" erscheint im September. Was ist die zentrale These?
Menschlichkeit wird in einer von Künstlicher Intelligenz geprägten Welt zu unserem wertvollsten Gut. Denn alles, was Maschinen nicht ersetzen können – Mitgefühl, Empathie, Vertrauen und echte zwischenmenschliche Beziehungen – gewinnt an Bedeutung. Nicht Zeit wird künftig die knappste Ressource sein, sondern menschliche Nähe und emotionale Verbundenheit. Genau darin liegt der wahre Wert der Zukunft.

Sie pendeln zwischen New York und München. Wollen Sie mehrere berufliche Interessen vereinen, ohne sich an einem Ort zu Hause zu fühlen?
Die neue Generation ist neugierig auf das Leben und das Gefühl der Lebendigkeit. Es ist ein gewisser Hunger nach Erkundung. Ich verdiene Geld mit Jobs, die mir Spaß machen. Was mir dabei geholfen hat: Durchhaltevermögen, Geduld und ein klares Ziel. Ich versuche, nicht ständig zu fliegen – auch wegen des Umweltaspekts. In New York fühle ich mich freier, es ist eine multikulturelle Stadt. Ich bin seit drei Jahren bei Elite Models in New York unter Vertrag. Mein Freundeskreis teilt sich etwa hälftig zwischen New York und München auf. Auf Flügen arbeite ich hauptsächlich an meiner Forschung. Ich liebe Effizienz.

"Meine Mutter lebte mir vor, zu welcher Stärke eine Frau fähig ist"

Ihr Fokus liegt auf Frauenempowerment und Selbstverteidigung – warum genau?
Ich habe eine alleinerziehende Mutter, die mir vorgelebt hat, zu welcher Stärke eine Frau fähig ist und wie essenziell es ist, dass Frauen in der Gesellschaft Unterstützung erfahren. Sie können Leben gestalten, sind wahre Multitalente und ziehen gleichzeitig Kinder groß – dafür verdienen sie Respekt und Anerkennung, sowohl in der Welt als auch im Berufsleben. In meiner Teenagerzeit habe ich mich weniger stark gefühlt und gemerkt, wie man bereits jung männliche Blicke auf sich zieht. Ich hätte mich stärker gefühlt mit einem Selbstverteidigungskurs. Ich sehe, wie viele junge Frauen sich körperlich Männern gegenüber unterlegen fühlen, und ich möchte, dass sie sich jederzeit stark genug fühlen, um sich wehren zu können.

Gloria-Sophie Burkandt: Fokus auf die jungen Leute, die ab 2010 geboren wurden

Woran arbeiten Sie aktuell und wovon träumen Sie?
Mein Ziel ist es, meiner Generation dabei zu helfen, sich in einer Welt mit KI sowie politischen und wirtschaftlichen Veränderungen nicht von dem Weg abbringen zu lassen, der sie menschlich macht. Gleichzeitig möchte ich Unternehmer und die ältere Generation auf die Generation Alpha (geboren ab 2010, Anm. d. Red.) vorbereiten, damit ein gutes Miteinander entsteht – eines, in dem junge Menschen Freude an ihrer Arbeit haben und Unternehmen von hoher Effizienz, Innovation und starken Ergebnissen profitieren.

KI-Zukunft der Generation Alpha: Markus Söders Tochter schreibt Doktorarbeit

Sie promovieren zum Thema Generation Alpha und Führung in Cambridge. Was hat Sie zu diesem Forschungsfeld gebracht?
Ursprünglich wollte ich meine Promotion auf den European Green Deal ausrichten. Da jedoch zunehmend unklar wurde, in welcher Form dieser auf europäischer Ebene künftig umgesetzt wird, habe ich meine Forschung neu ausgerichtet. Besonders bewegen mich die Themen Zukunft, Kinder und Bildung. Während meiner Aufenthalte beim World Economic Forum sowie an der Harvard University wurde immer wieder deutlich, wie entscheidend diese Bereiche für die kommenden Jahrzehnte sind. Dabei wurde mir bewusst, dass es hier eine relevante Forschungslücke gibt insbesondere im Hinblick darauf, wie wir die nächste Generation auf eine von KI geprägte Zukunft vorbereiten. Genau dort setze ich mit meiner Forschung an.

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Sie bewegen sich zwischen Wissenschaft, Medien und Modelbranche. Wie bringen Sie diese drei Welten zusammen?
So sehe ich meinen Weg: Die Wissenschaft ist das, was meinen Geist am meisten herausfordert und inspiriert. Medien sind für mich ein Mittel, um Menschen zu erreichen, Denkanstöße zu geben und zu inspirieren. Das Modeln hingegen ist für mich eine Leidenschaft und ein schönes Hobby – aber nicht mein Hauptfokus, auch wenn ich in New York bei einer der renommiertesten Modelagenturen der Welt unter Vertrag stehe.

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