Social-Media-Studie: Immer mehr Menschen fühlen sich "digital erschöpft"

Viele User posten seltener, schränken Sichtbarkeit ein oder löschen Apps. Laut einer aktuellen Studie breitet sich in den sozialen Medien das Phänomen der digitalen Erschöpfung aus.
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Immer mehr Menschen verbinden mit sozialen Medien keine guten Gefühle.
Immer mehr Menschen verbinden mit sozialen Medien keine guten Gefühle. © iStock / monkeybusinessimages

Eine neue Untersuchung des Datenschutzunternehmens Incogni zeigt, dass sich viele Nutzerinnen und Nutzer sozialer Netzwerke zunehmend aus der aktiven Teilnahme zurückziehen. Zwar löschen die wenigsten ihre Profile vollständig, doch posten viele seltener, schränken ein, wer ihre Inhalte sehen kann, entfernen belastende Apps und empfinden die Pflege einer Online-Präsenz zunehmend als Last. Manche erwägen sogar den kompletten Rückzug - aus Gründen der psychischen Gesundheit, wegen politischer Polarisierung oder aus Datenschutzbedenken.

Für die Studie befragte Incogni zwischen dem 1. und 9. Juni 2026 über den Anbieter Cint eine repräsentative Stichprobe von 1.000 Erwachsenen in den USA zu ihrer Social-Media-Nutzung, deren Einschränkung sowie den Beweggründen dafür.

Zentrale Ergebnisse: 55 Prozent posten seltener als vor fünf Jahren, 53 Prozent sind wählerischer geworden, wem sie ihre Beiträge zeigen. 51 Prozent empfinden die Online-Präsenz als Arbeit, bei der Generation Z sind es 60 Prozent, bei Baby-Boomern 38 Prozent. Fast die Hälfte (47 Prozent) hat bereits eine App aus Stress- oder Angstgründen gelöscht, bei Millennials sind es 61 Prozent, bei der Generation Z 56 Prozent.

Soziale Medien bereiten den Nutzern immer weniger Vergnügen

Beim Nichtbeantworten von Nachrichten überwiegt bei 27 Prozent der Befragten ein Gefühl der Gelassenheit, bei 22 Prozent Angst und bei 21 Prozent Entspannung - besonders ambivalent zeigt sich dabei die Generation Z.

44 Prozent geben an, dass politische Inhalte und Polarisierung sie zum Rückzug bewegen. Als häufigste Gründe für eine mögliche Löschung ihrer Accounts nennen die Befragten Bedrohungen der Privatsphäre oder Sicherheit (51 Prozent) sowie Belästigung und Hassrede. Psychische Gesundheit spielt dabei vor allem bei jüngeren Befragten eine Rolle (44 Prozent bei der Generation Z, 42 Prozent bei Millennials, gegenüber 25 beziehungsweise 12 Prozent bei Generation X und Baby-Boomern).

Die Studienautoren deuten die Ergebnisse als Hinweis darauf, dass soziale Medien für viele Nutzerinnen und Nutzer inzwischen eher als Arbeit denn als Vergnügen empfunden werden - auch begünstigt durch algorithmische Mechanismen und die wachsende Menge KI-generierter Inhalte.

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