Senta Berger spricht im "Kölner Treff" über Leben nach dem Tod ihres Mannes: "Ich bin so alleine"

Im April 2022 starb Michael Verhoeven. Im "Kölner Treff" sprach Senta Berger nun über ihre Ehe mit dem Filmemacher - und darüber, weshalb ihr das Altern als Witwe schwererfalle.
Marko Schlichting |
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare
lädt ... nicht eingeloggt
Teilen  AZ als Quelle bevorzugen
Senta Berger sprach im "Kölner Treff" über das Leben als Witwe.
Senta Berger sprach im "Kölner Treff" über das Leben als Witwe. © Melanie Grande / WDR / Kölner Treff

Lange ging es der Schauspielerin Senta Berger (85) nicht gut. Anfang des Jahres musste sie nach einem Sturz lange das Bett hüten, und sie musste den Tod ihres Ehemannes Michael Verhoeven überwinden. Mit ihm war sie fast 60 Jahre verheiratet. Der Regisseur war vor zwei Jahren gestorben.

Nun hat sie lange Zeit mit ihrem Sohn Simon zusammen gedreht. Für den Film "Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke" erhielt sie in diesem Jahr den Deutschen Filmpreis. Dabei hatte sie die Rolle zuerst gar nicht annehmen wollen, erzählt sie am Freitagabend in der WDR-Talkshow "Kölner Treff". Ihr Mann Michael Verhoeven habe sie dazu überredet, so die Schauspielerin, die sich selber nicht als Star sieht, obwohl sie natürlich einer ist. Sie bezeichnet sich lieber als "Schauspielerin, die offensichtlich nicht immer, aber oft das Publikum erreicht."

Schon in Serien wie "Kir Royal" oder "Unter Verdacht" sah man Senta Berger als selbstbewusste Frau. Emanzipation sei für sie immer wichtig gewesen, sagt sie im "Kölner Treff". Ihr Ehemann habe ihr dabei geholfen. "Mein Mann war emanzipiert, das darf man nicht vergessen", so Senta Berger, "und es war mir damals schon klar, dass ich mich nur mit einem emanzipierten Mann emanzipieren kann."

Senta Berger: "Auf Social Media verstärkt sich das"

In den 1960er- und den beginnenden 1970er-Jahren seien die Männer oft sehr friedfertig gewesen, erinnert sie sich. Später seien dann wieder mehr Machos gekommen. "Obwohl man meint, eine Entwicklung abgeschlossen zu haben, überrascht es mich jetzt schmerzlich, dass alles wieder von vorne anfängt", sagt sie. "Und auf Social Media verstärkt sich das, dieses Bashing, diese Schimpfereien, diese Schuldzuweisungen. Das finde ich nicht in Ordnung. Und ich finde es auch schade: Du kannst Dich nicht gegen einen Mann emanzipieren. Wir sind zwei Geschlechter, jetzt sind wir schon ein paar mehr, aber mindestens zwei, die sich begehren."

Einsam fühle sie sich nur selten, erzählt Senta Berger, die gemeinsam mit ihrer Familie in München lebt. "Ich bin Witwe, das darf ich nicht vergessen, wenn mir das Altern jetzt schwerfällt." Zu Lebzeiten ihres Mannes habe das Paar "genügend Humor" gehabt, um dem Älterwerden zu begegnen.

Nach dem Tod ihres Mannes sei ihr das Altern hingegen zunächst schwergefallen. Manchmal könne sie den Gedanken wegschieben, dass sie im letzten Kapitel ihres Lebens angelangt sei. Manchmal jedoch wache sie morgens auf und denke: "Ich bin so alleine und ich werde bald 86. Aber dann kommen meine Kinder und sagen: 'Quatsch, jetzt komm, wir gehen am Viktualienmarkt was essen.'"

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Agentur teleschau. Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an info@teleschau.de

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
 
Noch keine Kommentare vorhanden.
merken
Nicht mehr merken
X

Sie haben den Inhalt der Merkliste hinzugefügt.