Sean "Diddy" Combs muss doch länger im Gefängnis bleiben

Erst hieß es, Sean "Diddy" Combs komme früher aus der Haft frei. Jetzt hat die US-Gefängnisbehörde den Entlassungstermin des Musikmoguls aber doch wieder nach hinten korrigiert. Vorausgegangen war ein Streit mit einem Mitgefangenen.
(eyn/spot) |
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Sean "Diddy" Combs sitzt im FCI Fort Dix in New Jersey ein.
Sean "Diddy" Combs sitzt im FCI Fort Dix in New Jersey ein. © IMAGO/ZUMA Press Wire

Sean "Diddy" Combs (56) muss doch länger im Gefängnis bleiben als zuletzt gedacht. Das Federal Bureau of Prisons hat den Entlassungstermin des Musikmoguls auf den 20. Februar 2028 gesetzt, wie "People" unter Berufung auf die Behörde berichtet. Noch vor wenigen Wochen stand in den Akten ein Termin im Januar 2028, der Rapper hätte die Anstalt FCI Fort Dix in New Jersey also fast einen Monat früher verlassen können.

Vorausgegangen war ein Vorfall im Juli: Combs war in der Haftanstalt mit einem Mitgefangenen aneinandergeraten. Was genau geschah, ist nicht bekannt. Personen, die mit dem Vorgang vertraut sind, beschrieben den Streit laut "Deadline" als überwiegend verbal, es seien Beleidigungen hin und her gegangen. Das Wachpersonal habe die beiden Männer rasch getrennt und zurück in ihre Zellen gebracht. Mehrere US-Medien berichteten, Combs sei nach dem Vorfall in Isolationshaft verlegt worden; wie lange diese andauert, ist offen.

Ein ewiges Hin und Her

Wer den Fall verfolgt, kennt das Spiel inzwischen: Sechsmal hat die Behörde den Termin mit der neuesten Änderung seit dem Urteil bewegt, mal nach vorn, mal nach hinten. In den Unterlagen standen nacheinander der 4. Juni 2028, der 25. April 2028 und der 15. April 2028. Im Juni rutschte die Entlassung auf den 23. Februar 2028, zuletzt sogar in den Januar. Nun also wieder der Februar.

Combs nimmt in Fort Dix an einem Entzugsprogramm teil. Die Teilnahme an einem sogenannten Residential Drug Abuse Treatment Program kann die Haftzeit nach Angaben der Behörde um bis zu ein Jahr verkürzen. Genau darauf zielte seine Verteidigung ab: "Um Drogenmissbrauchsprobleme anzugehen und Familienbesuche sowie Rehabilitationsbemühungen zu maximieren, bitten wir das Gericht, dem Bureau of Prisons nachdrücklich zu empfehlen, Mr. Combs in FCI Fort Dix unterzubringen", schrieb Anwältin Teny Geragos in einem Antrag vom Oktober 2025.

Revision, Klagen, offene Verfahren

Eine New Yorker Jury sprach Combs im vergangenen Sommer in zwei Fällen der Beförderung zum Zwecke der Prostitution schuldig, woraufhin eine Haftstrafe von 50 Monaten verhängt wurde. Die rund 14 Monate, die Combs nach seiner Festnahme im Metropolitan Detention Center in Brooklyn verbracht hatte, wurden ihm angerechnet. Von den weit schwerer wiegenden Vorwürfen des Sexhandels und der Bildung einer kriminellen Vereinigung wurde er freigesprochen.

Hinter Gittern kämpft Combs weiter um seine Rehabilitierung. Seine Anwälte halten die Strafe für überzogen und verlangen einen Freispruch oder zumindest eine Neubemessung, die Revision läuft im Eilverfahren. Eine Begnadigung durch seinen früheren Partyfreund Donald Trump blieb bisher aus.

Parallel sieht sich Combs mehr als 65 Klagen gegenüber, in denen es unter anderem um sexuellen Missbrauch und Vergewaltigung geht. Der Musiker räumte stets ein, aufbrausend gewesen zu sein und ein inzwischen behandeltes Drogenproblem gehabt zu haben, bestreitet aber sämtliche Vorwürfe sexuellen Fehlverhaltens.

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