Interview

Schwerer Start für Maximilian Brückner und "Kommissar Rex": "Das war eine Katastrophe"

Nach über 20 Jahren kommt die Kultserie "Kommissar Rex" mit Maximilian Brückner zurück ins TV: Bei der Premiere der ersten Folge in München spricht der Hauptdarsteller mit der AZ über das Spiel mit der Nostalgie, seine Startschwierigkeiten mit "Rex" und seine ganz eigenen "Haustiere".
von  Franziska Hofmann
Heute sind Maximilian Brückner und Schäferhund Rex ein Herz und eine Seele - doch das war nicht immer so.
Heute sind Maximilian Brückner und Schäferhund Rex ein Herz und eine Seele - doch das war nicht immer so. © BrauerPhotos/G.Nitschke

Mit der Ermittler-Rolle kennt sich Maximilian Brückner (47) bestens aus: Sechs Jahre lang mimte er an der Seite von Gregor Weber (57) Kommissar Franz Kappl im Saarbrücken-Tatort. Doch die Beziehung zu seinem neuen Partner vor der Kamera begann etwas holpriger. 

Kultserie "Kommissar Rex" kommt zurück: Das ist anders bei der Neuauflage

Die AZ spricht bei der Premiere von "Kommissar Rex" in der Astor Film Lounge im Arri mit dem gebürtigen Münchner über die Neuauflage einer Kult-Serie, seinen Bruder, "Meister Eder"-Darsteller Florian Brückner (44) – und warum die Arbeit mit dem Schäferhund zunächst eher problematisch war.

"Die gute, alte Zeit": Maximilian Brückner über zahlreiche "recycelte" TV-Neuauflagen aktuell 

AZ: Herr Brückner, was sind solche Premierenabende für Sie? Genuss oder Pflicht?
MAXIMILIAN BRÜCKNER: Nein, Pflicht würde ich nicht sagen. Im Endeffekt bedeutet es ja immer, dass das Baby, das neue Projekt fertig ist und präsentiert werden kann. Das ist schon etwas Schönes. Gerade finde ich es eher komisch, mich auf den Plakaten überall zu sehen – das bin ja nicht ich, sondern meine Rolle.

Das neue "Kommissar Rex"-Team: Brückner (2.v.r.) und Doris Golpashin (2.v.l.) mit Marie Burchard und Ferdinand Seebacher bei der Premiere der neu aufgelegten Kultserie in München.
Das neue "Kommissar Rex"-Team: Brückner (2.v.r.) und Doris Golpashin (2.v.l.) mit Marie Burchard und Ferdinand Seebacher bei der Premiere der neu aufgelegten Kultserie in München. © Sven Hoppe/dpa

"Pumuckl", "Stromberg", "Kommissar Rex" – aktuell erleben zahlreiche alte Kult-Filme und -serien ein Comeback. Was macht das Spiel mit der Nostalgie gerade so reizvoll?
Ich glaube, die Leute wünschen sich einfach die "gute, alte Zeit" zurück. Und es ist ja eine Neuauflage, es steht also ein neuer Ansatz dahinter, auch mit meinem Bruder, der das beim "Pumuckl" super gemacht hat! Er hat die Probe schon bestanden, schauen wir mal, ob ich es jetzt auch schaffe (lacht). Ich finde das so nett: Mein Bruder spielt mit einem Kobold, ich mit einem Hund – wir spielen in zwei großen Klassiker-Serien. Aber das war bei mir nicht der Grund. Ich glaube, vor zehn Jahren hätte ich die Entscheidung noch nicht so getroffen, aber jetzt habe ich drei Kinder und für mich war Kommissar Rex damals der erste Superheld – der konnte Sachen, die andere nicht konnten. Meine drei Kinder haben die Serie jetzt auch gesehen und reden nur noch vom Rex. Also es funktioniert immer noch!

Brückner und Rex: Darum war es KEINE Liebe auf den ersten Blick

Apropos Rex: Die Liebe zu ihrem tierischen Serienpartner stand am Anfang ja auf eher holprigen Füßen...
Das war eine Katastrophe! Ich war der einzige, mit dem er nicht einmal ein Foto machen wollte. Jetzt hat sich das um 180 Grad gedreht – es kommt kein Blatt mehr zwischen uns. Er verteidigt mich jetzt sogar, wenn er meint, ich werde angegriffen.

Wie anders ist die Stimmung mit einem Tier am Set?
Viel konzentrierter. Die Tiertrainer von der Filmtier-Ranch sind der Hammer, die machen das echt super. Und: Ich darf ihn (Rex, d. Red.) immer anfassen und streicheln – die anderen nicht. Damit er nicht abgelenkt wird.

Kult-Schäferhund Kommissar Rex und Maximilian Brückner als Hauptkommissar Max Steiner sind ab dem  13. April auf Sat.1. zu sehen.
Kult-Schäferhund Kommissar Rex und Maximilian Brückner als Hauptkommissar Max Steiner sind ab dem 13. April auf Sat.1. zu sehen. © Petro Domenigg (Sat.1)

Und privat - sind Sie da eher ein Katzen- oder ein Hundemensch?
...eher Hundemensch.

Brückner versus Moretti: Das soll sich im neuen "Kommissar Rex" ändern

Haben Sie selbst auch einen Zuhause?
Nein, aber Schafe! Für einen Hund bräuchte ich extrem viel Zeit und die habe ich leider nicht.

Sie wollten die Rolle bewusst anders angehen als Tobias Moretti damals. Wie unterscheidet sich Ihr Max Steiner denn von Morettis Richard Moser?
Ich glaube, dass man den Tobi Moretti und mich sowohl optisch als auch spielerisch so gar nicht miteinander vergleichen kann. Er ist ein großartiger Schauspieler, ich versuche es aber auf meine Art zu machen. Zum Beispiel, was den Umgang mit Rex angeht: Wir sind wie zwei Junggesellen, ich rede mit ihm, als würde ich alles verstehen, was er sagt, und das hat etwas unfreiwillig Komisches manchmal.

Der "erste" Kommissar Rex mit Tobias Moretti als Kriminalinspektor Richard Moser: Sein schlauer Polizei-Schäferhund Rex wurde über die Jahre zur TV-Legende.
Der "erste" Kommissar Rex mit Tobias Moretti als Kriminalinspektor Richard Moser: Sein schlauer Polizei-Schäferhund Rex wurde über die Jahre zur TV-Legende. © Ali Schafler (SAT.1 Gold/Ali Schäfer)

Darum hatte Maximilian Brückner keine Angst vor der Neuauflage

Mit Tobias Moretti teilen Sie sich sogar Ihre Schauspielagentur - hatten Sie denn während der Dreharbeiten mal Kontakt?
Nein, wir haben uns dazu nicht ausgetauscht. Ich finde, man muss da einfach was Neues machen.

War trotzdem am Anfang ein bisschen Bammel da, so eine Kultserie wie "Kommissar Rex" noch mal auf die Leinwand zu bringen?
Nein, ich mache das jetzt und mache es so gut, wie es geht. Was daraus wird, müssen die Zuschauer entscheiden.

Die erste Folge der Neuauflage von "Kommissar Rex" läuft am Montag, 13. April, zur Primetime um 20.15 Uhr auf Sat.1.

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