Schwere Vergewaltigungsvorwürfe gegen Kap-Verde-Kapitän Ryan Mendes

Schwere Vorwürfe überschatten das WM-Märchen von Kap Verde: Gegen Kapitän Ryan Mendes ermittelt die neuseeländische Polizei wegen Vergewaltigungsverdachts. Eine brasilianische Übersetzerin beschuldigt den Spieler, sie in einem Hotel missbraucht zu haben. Die FIFA reagiert mit einem Statement.
(dr/spot) |
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Ryan Mendes steht mit Kap Verde völlig überraschend im WM-Sechzehntelfinale.
Ryan Mendes steht mit Kap Verde völlig überraschend im WM-Sechzehntelfinale. © Rico Brouwer/Soccrates/Getty Images

Gegen den Kapitän der kap-verdischen Nationalmannschaft, Ryan Mendes (36), ermittelt die neuseeländische Polizei wegen des Verdachts der Vergewaltigung. Eine brasilianische Übersetzerin, die das Team im März bei zwei Testspielen betreute, beschuldigt den WM-Spieler, sie in einem Hotel in Auckland sexuell missbraucht zu haben. Das berichtet der brasilianische Sender "Globo". Für Mendes gilt die Unschuldsvermutung.

Den Schilderungen zufolge, die "Globo" vorliegen, soll sich der Vorfall am 27. März ereignet haben, in der Nacht nach dem Testspiel gegen Chile (2:4). Die Frau, vom neuseeländischen Fußballverband als Dolmetscherin und Betreuerin für die Auswahl von Kap Verde angeheuert, sei in einen für das Team reservierten Raum gebeten worden. Sie habe angenommen, dort übersetzen zu sollen, stellte aber fest, dass es sich um eine private Zusammenkunft handelte, und ging auf ihr Zimmer zurück.

Kurz darauf habe es an ihrer Tür geklopft. Als sie öffnete, sei Mendes laut ihrer Aussage gewaltsam eingedrungen, habe sie körperlich angegriffen, bevor er sie vergewaltigt habe. Noch im Hotel habe sie Verletzungen an Mund, Hals und Bein fotografiert. Ein forensisches Gutachten einer Fachklinik dokumentiere mehrere Hämatome.

Polizei bestätigt Ermittlungen

Die neuseeländische Polizei bestätigte den Fall, ohne Details und Namen zu nennen. "Die Polizei von Neuseeland kann bestätigen, dass eine Anzeige untersucht wird, die uns am 10. April 2026 in der Region Zentral-Auckland gemeldet wurde", erklärte sie laut "Reuters". Die Ermittler hätten bereits Aufnahmen der Hotel-Überwachungskameras ausgewertet und warteten auf das Ergebnis der forensischen Untersuchung. Erst dann werde über eine Anklage entschieden.

Die Frau und ihr Ehemann hätten sich nach eigenen Angaben bereits im Mai an den kap-verdischen Verband und an die FIFA gewandt, um eine WM-Sperre des Spielers zu erreichen. Eine Reaktion sei zunächst ausgeblieben.

FIFA äußert sich, Verband schweigt

Der Weltverband teilte später mit, man nehme jeden Vorwurf von Fehlverhalten "äußerst ernst" und stehe mit den neuseeländischen Behörden in Kontakt. Vom kap-verdischen Fußballverband gab es zunächst keine Stellungnahme, auch Mendes selbst äußerte sich nicht.

Der 36-Jährige steht beim türkischen Zweitligisten Igdir FK unter Vertrag und lief bei der Weltmeisterschaft in allen drei Vorrundenspielen auf. Als Gruppenzweiter zog der WM-Debütant Kap Verde überraschend in die K.-o.-Runde ein und trifft dort auf Argentinien. Im Fall einer Verurteilung drohen in Neuseeland bis zu 20 Jahre Haft. Ein Auslieferungsabkommen zwischen beiden Ländern besteht allerdings nicht.

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