Schweizer "Tatort"-Star Carol Schuler lacht heute über Casting-Panne

Bei einer Veranstaltung im Rahmen des Filmfest München plauderte der Schweizer "Tatort"-Star Carol Schuler über ihren peinlichsten Casting-Moment, die Fußball-WM - und einen besonderen "Tatort", der im Herbst läuft.
von  (ili/spot)
Schweizer "Tatort"-Star Carol Schuler zum ersten Mal bei Filmfest München.
Schweizer "Tatort"-Star Carol Schuler zum ersten Mal bei Filmfest München. © imago images/PIC ONE

Für Carol Schuler (39) ist es eine Premiere: Die Schweizer Schauspielerin ("Tatort" Zürich) besucht in diesem Jahr zum ersten Mal das Münchner Filmfest (26. Juni-5. Juli). Am Rande einer Veranstaltung am Montagabend am Starnberger See zeigte sie sich begeistert von der besonderen Atmosphäre. "Ich find's wunderbar, also es ist Urlaub und Festival und Branchentreffen in einem - was will man mehr?", sagte die 39-Jährige im Interview mit spot on news.

Auch ersten bekannten Gesichtern aus der Sonntagskrimiwelt ist Schuler bereits begegnet. "Ich habe Daniel Sträßer gestern getroffen vom 'Tatort' Saarbrücken", erzählte sie. Vladimir Burlakov - ebenfalls Kommissar im saarländischen Sonntagkrimi und in Starnberg vor Ort - habe sie hingegen noch nicht kennengelernt: "Den werde ich mir später auch mal schnappen."

Filmtipps von der Expertin

Obwohl sie selbst keinen Film beim Festival präsentiert, genießt Schuler das Programm. Besonders zwei Produktionen haben es ihr bisher angetan: die Literaturverfilmung "Identitti" mit Rap-Star Sabrina Setlur sowie "Schöne Seelen" mit August Diehl und Josef Hader.

Letztere Tragikomödie habe sie begeistert: "Also, ein besseres Filmpaar habe ich schon lange nicht mehr auf der Leinwand gesehen." Den Film über Tagelöhner Freddy (Diehl), der im Sommer 1996 Deutschland verlässt, um in einem spanischen Urlaubsort ein neues Leben zu beginnen, könne sie "wirklich jedem empfehlen".

Nervenflattern beim Casting

An diesem Abend, an dem ein extremer Gewitterregen die Gluthitze der vergangenen Tage verdrängte, freute Carol Schuler sich auch auf den Austausch mit Casting-Direktorinnen und -Direktoren. "Die Casterinnen sind ja eigentlich die wichtigsten Partnerinnen von den Schauspielern", betonte Schuler. Normalerweise begegne man ihnen in einer Ausnahmesituation, "in der man selber total nervös" sei. Umso schöner sei es, sich diesmal "ohne den Druck von einem Casting" unterhalten zu können.

Dass bei Vorsprechen nicht immer alles nach Plan läuft, weiß die Schauspielerin aus eigener Erfahrung. Besonders ein Theater-Casting ist ihr bis heute in Erinnerung geblieben. Für ein Vorsprechen mit einer Szene aus Schillers "Don Carlos" habe sie nach dem ersten Satz plötzlich einen Blackout gehabt. "Dann versuchte ich, Schiller zu improvisieren. Das ist nicht so leicht", erzählte sie lachend. Aus der Not machte sie eine Tugend: "Da hab ich mich so ein bisschen in Physical Comedy geflüchtet und ein paar Überschläge gemacht, ein paar Saltos und sowas." Geholfen habe der spontane Körpereinsatz allerdings nicht, gab sie freimütig zu.

Ihre persönliche WM-Überraschung

Bei der Peugeot BVC Casting Night im Münchner Yacht-Club, bei der sich unter anderem auch Schauspielstars wie Axel Milberg, Desirée Nosbusch, Götz Otto, Max von der Groeben, Yvonne Catterfeld, Hannes Jaenicke, Nina Kunzendorf oder Kai Wiesinger und Bettina Zimmermann bestens gelaunt zeigten, ging es am Rande auch um die beiden sportlichen Ereignisse des Tages: das Fußball-WM-Spiel Deutschland gegen Paraguay sowie der Tennis-Auftakt in Wimbledon.

Für Carol Schuler war beides kein Thema. Auf die Fußball-WM angesprochen, stellte sie lachend klar: "Fußball interessiert mich null Komma null." Sie habe sogar erst vor Kurzem erfahren, dass überhaupt eine Weltmeisterschaft stattfinde. Auch Wimbledon verfolge sie nicht. Die einzige Sportart, zu der sie einen Bezug habe, sei Eishockey: "Ich komme aus einer Eishockeyfamilie, mein Vater und mein Bruder waren leidenschaftliche Eishockeyspieler", verriet sie.

Neues vom Züricher "Tatort"

Carol Schuler freut sich im Übrigen schon auf ihren nächsten Züricher "Tatort", der im Herbst ausgestrahlt werden soll. Der Film sei für sie ein Highlight: "Es wird ein sehr spannender 'Tatort', weil der Hauptdarsteller ein Schauspieler mit Down-Syndrom ist." Es handle sich um einen "inklusiven Krimi", dessen Dreharbeiten sie als "wahnsinnig bereichernde Arbeit" erlebt habe. Nun sei sie gespannt, "wie das beim Publikum ankommt".

Die Schweizer Schauspielerin, Grimmepreisträgerin (2020) und Sängerin, verkörpert seit 2020 die Rolle der Kommissarin Tessa Ott im Schweizer "Tatort" aus Zürich - an ihrer Seite ermittelt Anna Pieri Zuercher als Isabelle Grandjean.

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