"Schockzustand": Stuckrad-Barre distanziert sich von Christian Ulmen
Eine langjährige Freundschaft ist beendet. Das hat der Schriftsteller Benjamin von Stuckrad-Barre (51) nach Bekanntwerden der Anschuldigungen gegen Christian Ulmen (50) öffentlich gemacht. Auf Instagram äußert er sich zu der Angelegenheit.
Stuckrad-Barre habe am Donnerstagnachmittag die Titelgeschichte des "Spiegel", in der die Moderatorin Collien Fernandes (44) gegen ihren Ex-Partner schwere Vorwürfe erhebt, gelesen. Dies berichtet er in einem langen Beitrag vom 22. März auf der Social-Media-Plattform. Wie viele andere Menschen habe der Artikel ihn "völlig unerwartet" getroffen. Er befinde sich "in einer Art Schockzustand und noch immer weit davon entfernt, das alles zu begreifen".
Die Vorwürfe sind "einfach nur fürchterlich"
"Die Vorwürfe, die Collien Fernandes dort gegen ihren früheren Ehemann Christian Ulmen erhebt, sind einfach nur fürchterlich", schreibt Stuckrad-Barre weiter. Er und Ulmen würden sich seit bald 30 Jahren kennen. Bisher habe er die Verbindung als "eine enge Freundschaft [betrachtet], auch wenn wir uns mitunter jahrelang weder gesprochen noch gesehen haben". Er habe gedacht, den Schauspieler "recht gut zu kennen".
Die Schilderungen Fernandes' lösten bei ihm "auf mehreren Ebenen eine immense Erschütterung" aus. "Digitale sexualisierte Gewalt ist Gewalt. Und bei Gewalt endet alles, wirklich alles", betont der Schriftsteller. Allein der Moderatorin gelte seine Solidarität. "Es fällt mir sehr schwer, leicht ist nichts daran, aber es ist simpel: Ich muss mich hier ganz klar von meinem Freund Christian distanzieren, muss das deutlich benennen, weil Schweigen nicht ganz zu Unrecht aufgefasst werden könnte als Billigung", schreibt Stuckrad-Barre.
In einem Instagram-Beitrag und im Gespräch mit den "Tagesthemen" hatte Fernandes kürzlich eine Dunkelfeldstudie des BKA angesprochen. "Also ungefähr fünf Prozent der Fälle von häuslicher Gewalt werden zur Anzeige gebracht. Bei digitaler Gewalt sind es 2,4 Prozent. Und alle Juristen und Juristinnen, mit denen ich gesprochen habe, berichten mir davon, dass die Anzeigen fallen gelassen werden, dass den Opfern nicht geholfen wird", sagte sie den "Tagesthemen". Sie habe das Gefühl, "dass wir hier etwas im System haben, das nicht funktioniert" und dass "Deutschland ein absolutes Täterparadies" sei.
"Nicht nur irgendwelche düsteren Gestalten"
Benjamin von Stuckrad-Barre nimmt in seinem Instagram-Beitrag Männer in die Pflicht, "festzustellen, anzuerkennen und zu verurteilen, dass die allermeisten Gewalttaten gegenüber Frauen innerhalb von Beziehungen stattfinden. Und dass die Täter eben nicht nur irgendwelche düsteren Gestalten aus Statistiken sind, sondern dass darunter auch Menschen sind, die wir bewundern oder lieben." Männer müssten "gegenüber Gewalt und gewaltvollem Verhalten" deutlich aufmerksamer werden, dieses verhindern und Täter nicht beschützen.
Wie sehr ihn das Thema und der Bruch mit Ulmen beschäftigen müssen, wird in dem Post deutlich. Wenn seine Worte noch unsortiert klängen, wolle Stuckrad-Barre darum bitten, dies zu entschuldigen. Er schließt jedoch mit den unmissverständlichen Worten: "Zumindest anfangen damit aber wollte ich jetzt mal, öffentlich, gerade weil Christian mein Freund war, bis zum vergangenen Donnerstag."
In dem angesprochenen Bericht des "Spiegel" wurde geschrieben, dass von Fernandes Ende 2025 in Spanien Anzeige gegen Ulmen erstattet worden sei. Das Gericht habe demzufolge angeblich "sogenannte Vorermittlungen eingeleitet". Ob eine Anklage erhoben oder das Verfahren eingestellt werde, sei momentan offen. Ulmens Anwalt teilte mit, dass "unwahre Tatsachen aufgrund einer einseitigen Schilderung verbreitet" und rechtliche Schritte eingeleitet würden. Es gilt die Unschuldsvermutung.
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