Sarah Ferguson: Ehrenbürgerschaft von York entzogen

Es war ein Beschluss ohne Gegenstimme und mit klarer Botschaft: Der Stadtrat von York hat Sarah Ferguson (66) laut BBC in einer außerordentlichen Sitzung am Donnerstagabend einstimmig das Ehrenbürgerrecht der Stadt aberkannt. Die 66-Jährige hatte die Auszeichnung 1987 erhalten - ein Jahr nach ihrer Hochzeit mit dem damaligen Prinzen Andrew (66). Nun ist auch diese letzte symbolische Verbindung zur Stadt gekappt.
Auslöser für den Schritt ist die anhaltende Debatte um Fergusons Kontakte zu dem 2019 verstorbenen verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein (1953-2019). Seit Beginn des Jahres veröffentlichte das US-Justizministerium Millionen von Dokumenten im Zusammenhang mit dem Epstein-Fall - darunter Material, das Fergusons Nähe zu dem Financier in neuem Licht erscheinen lässt. Eine Erwähnung in den Epstein-Akten gilt dabei nicht als Beleg für eigenes Fehlverhalten.
Die Labour-Fraktionsvorsitzende des Stadtrats, Claire Douglas, begründete den Beschluss unmissverständlich: Das Ehrenbürgerrecht werde nur an Personen verliehen, die sich durch besondere Verdienste um die Stadt ausgezeichnet hätten. Wer nach Bekanntwerden von Epsteins Verbrechen weiterhin den Kontakt zu ihm gepflegt habe, erfülle diese Anforderungen nicht mehr. Der Rat habe die Sachlage geprüft und sei zu dem Schluss gekommen, dass die Aberkennung der einzig richtige Schritt sei, um die Integrität dieser Auszeichnung zu wahren. Zu den früheren Trägern des Ehrenbürgerrechts zählen unter anderem Sir Winston Churchill und Dame Judi Dench.
Fergusons Ex-Mann Andrew Mountbatten-Windsor hatte denselben Weg bereits 2022 hinter sich: Auch ihm entzog York das Ehrenbürgerrecht - ebenfalls einstimmig, ebenfalls in einer Vollversammlung des Stadtrats. Den Antrag damals stellte der Liberaldemokrat Darryl Smalley, nachdem Mountbatten-Windsor bereits von der Queen seiner militärischen Ämter und königlichen Schirmherrschaften enthoben worden war. Im vergangenen Jahr ging König Charles noch einen Schritt weiter und entzog seinem jüngeren Bruder sämtliche verbliebenen Titel und Ehrungen, darunter auch seinen Prinzentitel.
Belastende E-Mails und wachsender Druck
Was die Lage für Ferguson besonders heikel macht, sind konkrete Details aus dem neu veröffentlichten Aktenmaterial. Den Dokumenten zufolge soll sie Epstein kontaktiert haben, während er wegen der Anwerbung einer Minderjährigen zur Prostitution inhaftiert war. Zudem soll sie ihre Töchter zu einem gemeinsamen Mittagessen mit Epstein in Miami mitgenommen haben - nur wenige Tage nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis. Eine E-Mail aus dem Jahr 2011, in der Ferguson Epstein als "besten Freund" bezeichnete und sich offenbar für öffentliche Kritik an ihm entschuldigte, hatte bereits zuvor für Aufsehen gesorgt und mehrere Wohltätigkeitsorganisationen dazu bewogen, die Zusammenarbeit mit ihr zu beenden.
Der Druck auf Ferguson, sich öffentlich zu den Vorwürfen zu äußern, nimmt unterdessen zu. Wie die BBC zuletzt berichtete, mehren sich auch in den USA die Forderungen, Ferguson solle zu ihren Verbindungen mit Epstein aussagen. US-amerikanische Behörden hatten bereits wiederholt - und vergeblich - versucht, ihren Ex-Mann zu einer Befragung zu bewegen. Nun richten sich dieselben Appelle an Ferguson selbst.