Sarah Engels beim ESC: Für diesen Auftritt bekommt die Sängerin keine Punkte

In wenigen Tagen wird es ernst für Sarah Engels: Am Samstag (16. Mai) wird die Sängerin Deutschland beim Eurovision Song Contest in Wien vertreten. Ob sie sich vor einem Punkte-Desaster fürchtet? Mit der AZ hat die Künstlerin vor dem großen Finale gesprochen.
von  Eva Meeks
Sarah Engels macht sich bereit für ihren großen ESC-Auftritt. Mit der AZ spricht sie über ihre Ziele und Ängste.
Sarah Engels macht sich bereit für ihren großen ESC-Auftritt. Mit der AZ spricht sie über ihre Ziele und Ängste. © imago/TT

Für viele Künstler dürfte es eine große Ehre sein, ihr Heimatland beim Eurovision Song Contest zu vertreten. 2026 wird diese einem bereits bekannten Gesicht zuteil: Sarah Engels (33) darf für Deutschland nach Wien fahren. Im AZ-Interview kommt die Sängerin nun auf ihren ESC-Song zu sprechen – und plaudert ganz offen über Kritik, Vergleiche mit anderen Künstlerinnen und die aktuellen Einschätzungen der Buchmacher.

Klartext kurz vor ESC-Finale: "In Deutschland gibt es oft eine sehr kritische Haltung"

Seit dem nationalen Vorentscheid am 28. Februar ist klar, dass Sarah Engels für Deutschland beim ESC in Wien antreten wird. "Ehrlich gesagt fühlt es sich immer noch ein bisschen surreal an", verrät sie der AZ. "Ich glaube, so richtig realisiert habe ich es noch gar nicht, weil seit dem Vorentscheid so viel passiert ist und alles so schnell geht."

In den vergangenen Jahren bekamen die deutschen Beiträge oftmals Gegenwind aus den eigenen Reihen zu spüren. "Ich nehme schon wahr, dass es in Deutschland oft eine sehr kritische Haltung gegenüber den eigenen Beiträgen gibt", gesteht Sarah Engels. "Aber gleichzeitig erlebe ich gerade auch unglaublich viel Unterstützung und positives Feedback – insbesondere von den anderen Ländern – und das bedeutet mir wirklich viel."

Daher lässt sich die 33-Jährige von ihren Kritikern nicht verunsichern. Der AZ teilt Sarah Engels mit: "Am Ende versuche ich, mich auf das Positive zu konzentrieren und einfach meinen Weg zu gehen. Ich glaube, wenn man hinter dem steht, was man macht, und es mit voller Überzeugung auf die Bühne bringt, dann spüren das die Menschen auch."

Auftritt zum ESC-Halbfinale: Keine Punkte für Sarah Engels

Am Dienstag (12. Mai) findet in Wien das erste Halbfinale statt. Auch Sarah Engels wird dort auf der Bühne stehen - allerdings tritt sie außer Konkurrenz auf und wird für ihre Performance auch keine Punkte erhalten. Neben Spanien, Italien, Großbritannien und Frankreich gehört Deutschland zu den größten Beitragszahlern der Europäischen Rundfunkunion (EBU), die den ESC veranstaltet. Als Mitglied der sogenannten "Big Five" ist die Teilnahme am Finale vorab gesetzt. Alle anderen Länder müssen sich vorab für den großen Höhepunkt qualifizieren.

Bei ihrer Ankunft in Wien hat Sarah Engels einen Mega-Auftritt abgeliefert.
Bei ihrer Ankunft in Wien hat Sarah Engels einen Mega-Auftritt abgeliefert. © imago/TT

ESC-Beitrag "Fire": So denkt Sarah Engels über Vergleiche

Sarah Engels feurige Performance beim Vorentscheid zog zahlreiche Vergleiche nach sich: Manche Zuschauer erkannten darin Parallelen zu Shakira (49) oder auch Eleni Foureira (39), die beim ESC 2018 mit "Fuego" für Zypern den zweiten Platz belegt hatte. "Vergleiche gehören in der Musik einfach dazu, und ich finde es auch spannend, zu sehen, woran Menschen dabei denken", meint Sarah Engels entspannt.

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"Gleichzeitig ist es mir aber wichtig, meinen eigenen Stil zu zeigen und meinen ganz persönlichen Weg zu gehen", so die Sängerin zur AZ. "'Fire' ist für mich sehr ehrlich und kommt aus meiner eigenen Geschichte. Genau darauf lege ich auch in der Performance den Fokus – auf Authentizität und darauf, einen eigenen, wiedererkennbaren Moment zu schaffen."

Beim deutschen Vorentscheid gab Sarah Engels eine feurige Performance zum Besten. Der Auftritt erinnerte viele Zuschauer an andere Künstlerinnen mit ähnlichem Stil.
Beim deutschen Vorentscheid gab Sarah Engels eine feurige Performance zum Besten. Der Auftritt erinnerte viele Zuschauer an andere Künstlerinnen mit ähnlichem Stil. © dpa/Britta Pedersen

Prognosen der Buchmacher: So denkt Sarah Engels darüber

Ann Sophie (2015), Sisters (2019), Jendrik (2021): In den vergangenen Jahren hatten sich einige deutsche ESC-Beiträge mit vernichtenden 0 Punkten abfinden müssen. Ob Sarah Engels eine solche Punkte-Niederlage insgeheim befürchtet? "Natürlich macht man sich Gedanken – das gehört einfach dazu, vor allem bei so einer großen Bühne wie dem Eurovision Song Contest", offenbart die Sängerin in der AZ.

Deutscher ESC-Song 2026: "Fire" liegt auf dem 23. Platz

Wenn man den Prognosen der Buchmacher Glauben schenkt, stehen die Chancen auf einen ESC-Sieg für Sarah Engels derzeit eher schlecht: Aktuell wird ihr der 23. Platz von 35 Teilnehmerländern vorausgesagt – mit einer Siegchance von weniger als einem Prozent (Stand: 12. Mai). "Ich bekomme das natürlich am Rande mit, aber ich verfolge es nicht aktiv", erklärt die 33-Jährige der AZ.

"Nicht als Angst zu sehen"

Mit negativen Gedanken wolle sich Sarah Engels vor ihrem großen Auftritt nicht belasten. "Ich versuche ganz bewusst, das nicht als Angst zu sehen oder mich davon leiten zu lassen. Für mich steht im Vordergrund, eine starke, ehrliche Performance abzuliefern und wirklich alles auf der Bühne zu lassen", so die zweifache Mutter zur AZ. "Und wenn ich mit meinem Song auch nur eine Frau erreiche, die durch meine Message ihr eigenes Feuer wiederfindet, dann habe ich für mich schon gewonnen."

Finnlands Geigen-Song ist Favorit auf den ESC-Sieg 2026

ESC-Favorit 2026 ist übrigens bislang Finnland. Buchmacher rechnen zu 30 Prozent mit einem Sieg des Duos Linda Lampenius (56) und Pete Parkkonen (36). Während Parkkonen das Lied "Liekinheitin" (dt.: "Flammenwerfer") singt, spielt Lampenius durchgehend Geige.

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