RTL lässt Bürger den Kanzler direkt befragen

Der Kanzler stellt sich einem Bürger-Gespräch: Das ungewöhnliche neue RTL-Format verspricht einen direkten Zugang zur politischen Debatte - mit den Fragen von "Normalos" anstelle üblicher Talkshow-Interviewroutine.
Rupert Sommer |
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Friedrich Merz stellt sich direkten Fragen aus der Bevölkerung.
2026 Getty Images/Christian Mang 4 Friedrich Merz stellt sich direkten Fragen aus der Bevölkerung.
Friedrich Merz arbeitet daran, nahbar zu wirken.
2026 Getty Images/Christian Mang 4 Friedrich Merz arbeitet daran, nahbar zu wirken.
Kanzler Friedrich Merz hat zuletzt angedeutet, dass er seinen Kommunikationsstil durchaus verbesseren könnte.
2026 Getty Images/Christian Mang 4 Kanzler Friedrich Merz hat zuletzt angedeutet, dass er seinen Kommunikationsstil durchaus verbesseren könnte.
Gutes Zuhören müsste auch für Friedrich Merz der Ausgangspunkt für einen Dialog sein.
2026 Getty Images/Christian Mang 4 Gutes Zuhören müsste auch für Friedrich Merz der Ausgangspunkt für einen Dialog sein.

Es gibt viel zu besprechen: Nach seinem ZDF-Sommerinterview Ende Juli stellt sich Bundeskanzler Friedrich Merz nun erneut den Fragen, diesmal allerdings nicht von Journalisten, sondern von Bürgerinnen und Bürgern. RTL strahlt dafür die neue Sendung "Am Tisch mit Friedrich Merz" aus, in der Menschen aus ganz Deutschland ihre Anliegen und Kritik direkt an den Kanzler richten können. Das Format setzt auf persönliche Gespräche statt klassischer Interviewführung. Im Mittelpunkt stehen Fragen aus dem Alltag der Zuschauer - von Wirtschaft und Migration bis hin zu den Themen, die die Menschen aktuell am stärksten bewegen. Ziel ist es, Spitzenpolitiker unmittelbar mit den Sorgen und Erwartungen der Bevölkerung zu konfrontieren.

Der Kommunikationsstil kann besser werden

Die Sendung folgt auf wachsende Unzufriedenheit mit der Regierungsführung sowie auf ein Sommerinterview mit Friedrich Merz im ZDF, in dem der CDU-Politiker allerdings auch den Spieß umdrehte und den Medien eine einseitige Berichterstattung vorwarf. Moderatorin Diana Zimmermann hatte ihn unter anderem mit einer Parteitagsrede konfrontiert, in der Merz "Kulturpessimisten, Untergangspropheten, Nöler, Nörgler, Empörte, Berufskritiker" aufgefordert hatte, Platz zu machen. Der Kanzler kritisierte daraufhin, das Zitat sei aus dem Zusammenhang gerissen worden.

Auch bei der Debatte um seine Äußerungen zur Arbeitsmoral der Deutschen oder zum Stadtbild beklagte Merz eine verzerrte Darstellung. "Dass sehr viele Menschen in Deutschland gesagt haben: 'Genauso ist es, wie der Friedrich Merz das da gesagt hat.' Doch die kommen in Ihrer Berichterstattung kaum vor", sagte er im ZDF-Gespräch. Allerdings meinte er damals auch, dass er natürlich seine Kommunikation "immer noch verbessern" könne. Gut möglich, dass die Bereitschaft zum RTL-Bürger-Talk aktuell nun eine erste Reaktion darauf ist.

Am Tisch mit Friedrich Merz - Do. 27.08. - RTL: 22.15 Uhr

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