Prozess gegen Marius Borg Høiby: Was er jetzt vor Gericht aussagt

Norwegens Königshaus steht am Dienstag unter genauer Beobachtung, denn Marius Borg Høiby muss sich wegen Vergewaltigungsvorwürfen vor Gericht verantworten. Noch vor Prozessstart kam es zum Eklat: Der Sohn von Kronprinzessin Mette Marit wurde gestgenommen und in ein Krankenhaus eingeliefert.
AZ/dpa |
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Marius Borg Høiby muss sich vor Gericht verantworten.
Marius Borg Høiby muss sich vor Gericht verantworten. © Lise Aserud/NTB/dpa

Marius Borg Høiby stehen schwierige Tage bevor. Ganze 38 Punkte umfasst die Anklage gegen den Sohn von Norwegens Kronprinzessin Mette Marit. Ihr Ehemann, Kronprinz Haakon, hatte Marius als kleinen Jungen in die Familie aufgenommen und wie sein eigenes Kind behandelt. "Lille Marius" – kleiner Marius wurde der niedliche Junge mit den hellblonden Haaren damals genannt. "Es ist so eine traurige Geschichte. Er hatte alle Möglichkeiten, etwas aus seinem Leben zu machen", sagt die Norwegerin Monika Skrundal, die in einer Einkaufsstraße in Oslo unterwegs ist. "Und er hat es komplett ruiniert."

Tiefer Fall: Drogen und Gewalt gegen Ex-Freundin

Als junger Erwachsener schlägt der Ziehsohn des künftigen Königs immer öfter über die Stränge. Im August 2024 rückt die Polizei zu einem Vorfall im Osloer Stadtteil Frogner an. In der Wohnung einer jungen Frau herrscht Chaos, Bilder zeigen einen Kronleuchter, der zersplittert am Boden liegt. Ein Messer, das in der Wand steckt. Unter Verdacht: Marius Borg Høiby. Er gibt später zu, unter Drogeneinfluss randaliert zu haben und gegenüber seiner damaligen Freundin gewalttätig geworden zu sein.

Kontaktverbot nach Vergewaltigungsvorwürfen

Es ist der erste ernste Vorwurf von vielen. In der darauffolgenden Zeit sagen Ex-Freundinnen und andere Frauen über den heute 29-Jährigen aus. Mehrere werfen Marius Borg Høiby Sexualstraftaten nach dem norwegischen Vergewaltigungsparagrafen vor. Mit einer Frau soll der Norweger laut Anklage Geschlechtsverkehr gehabt haben, während sie schlief oder in einem Rausch war. Mehrere weitere soll er in ähnlichem Zustand sexuell berührt haben. Dazu soll Marius Borg Høiby gegen Kontaktverbote verstoßen haben, Drogen transportiert haben, mit dem Motorrad gerast und ohne Führerschein gefahren sein.

Großer Andrang in Oslo: Wartende Journalisten in dem Gericht, in dem der Prozess gegen den Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit, Marius Borg Høiby, stattfindet. Høiby ist unter anderem wegen Vergewaltigung, Misshandlung in engen Beziehungen und Körperverletzung angeklagt.
Großer Andrang in Oslo: Wartende Journalisten in dem Gericht, in dem der Prozess gegen den Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit, Marius Borg Høiby, stattfindet. Høiby ist unter anderem wegen Vergewaltigung, Misshandlung in engen Beziehungen und Körperverletzung angeklagt. © dpa/Julia Wäschenbach

Viele Norweger sind entsetzt darüber, dass der Sohn der Kronprinzessin so tief fallen konnte. "Es ist schockierend, dass er damit einfach immer weitermachen konnte: seine Freundinnen zu verletzen, Kokain zu nehmen, zu trinken und ein Jetset-Leben zu führen", sagt die 61 Jahre alte Kirsti Nordvik Krohn aus Oslo.

Schock vor Gerichtsprozess: erneute Festnahme und Krankenhaus

Aus seiner Vergangenheit scheint Marius Borg Høiby nicht viel gelernt zu haben: Kurz vor Prozessbeginn nahm ihn die Osloer Polizei erneut fest. Er steht unter Verdacht, mit einem Messer gedroht und gegen ein Kontaktverbot verstoßen zu haben. Wie das norwegische Blatt "VG" berichtet, wurde der Sohn von Mette Marit nach dem Vorfall in ein Krankenhaus eingeliefert. Seine Mutter, Stiefvater Kronprinz Haakon und Schwester Ingrid Alexandra besuchten ihn in der Klinik, wie Bilder in der norwegischen Presse zeigen.

Wegen Wiederholungsgefahr muss der Sohn der Kronprinzessin die nächsten vier Wochen in Untersuchungshaft verbringen. Am Mittwoch soll der 29-Jährige seine Aussage vor Gericht machen – vorher kommen mutmaßliche Opfer zu Wort. Auf die Unterstützung seiner engsten Familie kann Marius Borg Høiby zumindest im Gerichtssaal nicht zählen: Mette-Marit ist zum Start des Prozesses privat verreist, auch Kronprinz Haakon hat andere Termine – so haben es die beiden angekündigt.

Marius Borg Høiby streitet Vergewaltigung ab

Zum Start der Gerichtsverhandlung gegen ihn hat der älteste Sohn der norwegischen Kronprinzessin die schwersten Vorwürfe gegen ihn bestritten. Marius Borg Høiby antwortete leise mit "Nein" auf die Frage, ob er die Strafschuld wegen Vergewaltigung und sexuellen Missbrauchs mehrerer Frauen einräume. Er bestreitet außerdem, die mutmaßlichen Opfer während der Taten gefilmt zu haben. Jetzt müssen die Videos zu den mutmaßlichen Taten ausgewertet werden.

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