"Rosenheim-Cops"-Star Marisa Burger: "Muss mich immer rechtfertigen"

Als kreativer Mensch will Marisa Burger eigene Ideen verwirklichen. Doch in ihrem Job als Schauspielerin fühlt sich die Bayerin auch mal eingeschränkt. Burger benennt, was genau sie dabei ermüdet...
von  Max Häussler
Marisa Burger spricht jetzt über kreative Einschränkungen.
Marisa Burger spricht jetzt über kreative Einschränkungen. © imago/CHROMORANGE

Als Schauspielerin ist es Marisa Burger (52) gewohnt, mit vielen Menschen zusammenzuarbeiten. Regisseure, Tontechniker, Kameramänner sowie die Darsteller vor der Kamera: Am Set treffen viele Leute aufeinander, von denen jeder eine klare Aufgabe hat. Das kennt Burger natürlich auch von ihrer Zeit bei den "Rosenheim-Cops", für die sie nicht länger vor die Kamera tritt. Doch Teamarbeit zieht manchmal auch Nachteile mit sich. Die Rede ist von Fremdbestimmung und kreativen Einschränkungen.

"Rosenheim-Cops"-Star Marisa Burger: "Man fühlt sich zurückversetzt"

Marisa Burger wusste schon früh, wo sie beruflich hinwollte. Die "Rosenheim-Cops"-Bekanntheit besuchte eine Schauspielschule in München und legte damit früh den Grundstein für ihre spätere Karriere. "Ich hab auch nichts anderes gelernt", erzählt sie nun im Podcast "Abendkasse – Kultur in der Clutch".

Während Marisa Burger als Schauspielerin tätig ist, gibt es im Fernsehen und beim Theater zahlreiche weitere Aufgabenfelder – etwa als Programmchef, Theaterintendant oder Regisseur. Da ist Abstimmung alles – und diese kann auch mal problematisch werden.

"Wenn man sich immer abhängig macht"

Marisa Burger im Podcast: "Wenn man sich immer abhängig macht von anderen, fühlt man sich zurückversetzt." In Burger sprudelt es geradezu an Kreativität, die teilweise wohl nur eingeschränkt zum Einsatz kommen kann: "Man hat manchmal das Gefühl: Ich krieg' meine Ideen nicht durch."

Kreative Einschränkungen: "Jemand anderes bereichert sich an mir"

Der Gedanke, sein "eigener Chef" zu sein, sei für die Schauspielerin durchaus verlockend. "Manchmal ist es ganz schön, wenn man für sich allein arbeiten kann. Weil man seine eigene Struktur entwickelt, seinen eigenen Rhythmus, wann man wie wo arbeitet, und auch ganz in Ruhe das entwickeln kann, was man möchte, ohne dass dir jemand reinpfuscht", schildert die 52-Jährige.

Als Team funktionieren zu müssen, samt Hierarchie, könne auch mal ermüden. Burger: "Ich muss mich immer rechtfertigen, wieso ich was mache, warum ich was mache. Ich hab dann manchmal das Gefühl, jemand anderes bereichert sich an mir, an meinen Ideen, und ich stehe da und sag: 'Aber Moment mal, das ist doch meine Idee.'"

Kein Job ist perfekt – das weiß auch die 52-Jährige. Und solange die Freude an der Arbeit nicht verloren geht, nimmt Burger sicherlich auch mal anstrengende Aspekte in Kauf.

Marisa Burger (re.) am Set der "Rosenheim-Cops". Über zwei Jahrzehnte stand sie für die ZDF-Serie vor der Kamera.
Marisa Burger (re.) am Set der "Rosenheim-Cops". Über zwei Jahrzehnte stand sie für die ZDF-Serie vor der Kamera. © imago/Revierfoto

Neuer Job für Marisa Burger: Vom Serien-Set auf die Bühne

Nachdem Burger "Die Rosenheim-Cops" hinter sich gelassen hat (letzte Folge läuft im Herbst), eröffnete sich für die Schauspielerin rasch eine neue berufliche Chance. Die 52-Jährige, die ihre Wurzeln im Theater hat, stand noch bis vor wenigen Wochen in Hamburg mit "Kleine Verbrechen unter Liebenden" auf der Bühne. Wie die AZ berichtete, führt sie das Stück in naher Zukunft nach Berlin, wo sie in der Komödie am Kurfürstendamm erneut in die Rolle der Hausfrau "Jenny" schlüpfen wird.

Marisa Burger (li.) auf der Theater-Bühne im Stück "Kleine Verbrechen unter Liebenden".
Marisa Burger (li.) auf der Theater-Bühne im Stück "Kleine Verbrechen unter Liebenden". © imago/Breuel-Bild

Klar ist, die Schauspielerin freut sich riesig, die Theaterbühnen wieder für sich entdeckt zu haben. Trotz Lampenfieber und heikler Momente während der Premiere in Hamburg will Burger das Schauspiel vor Publikum wohl nicht mehr so schnell missen.

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