"Rosenheim-Cops"-Gesicht über das Sterben: "Will nichts versäumt haben"

Tabuthema Tod? Nicht, wenn es nach dieser Münchner Schauspielerin geht: Petra Auer steht nicht nur seit Jahren für zahlreiche Erfolgsserien wie "Die Rosenheim-Cops" vor der Kamera, sie ist außerdem ehrenamtliche Hospizbegleiterin. Warum sie jetzt zu einem Live-Hörspiel der besonderen Art lädt.
Franziska Hofmann |
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Die Münchner Schauspielerin Petra Auer ist seit Jahren passionierte Hospizbegleiterin. Wie sie mit dem Sterben umgeht, hat sie der AZ erzählt.
Die Münchner Schauspielerin Petra Auer ist seit Jahren passionierte Hospizbegleiterin. Wie sie mit dem Sterben umgeht, hat sie der AZ erzählt. © S. Gassner

In mehreren Episoden der "Rosenheim-Cops" war Schauspielerin Petra Auer bereits zu sehen. Sie übernahm diverse Rollen in der ZDF-Serie und gilt seitdem als bekanntes TV-Gesicht. Auch für die BR-Serie "Dahoam is Dahoam" stand Auer schon vor der Kamera. Wenn die Schauspielerin über ihre zweite große Leidenschaft, ihre ehrenamtliche Arbeit als Hospizbegleiterin, spricht, erntet sie immer die gleichen Reaktionen: "Oje, das ist ja sicher traurig" oder "das könnte ich ja nie".

Was Petra Auer im Hospiz schon so erlebt hat

Dabei begegnet die Münchnerin selbst dem Thema Tod oft lieber von der humorvollen Seite - ebenso wie viele schwerstkranke Menschen, die sie auf ihrem letzten Weg begleitet.

Sie erinnert sich dabei vor allem an eine Geschichte, wie sie der AZ erzählt: "Ich kam frisch von der Ausbildung und war einem Senior zugeteilt, der bei mir nach etwas zu essen verlangte", so die Schauspielerin, die inzwischen seit 18 Jahren im Hospiz tätig ist. Weil sie zum ersten Mal einen sterbenden Menschen begleitet, ist Auer, die mit bürgerlichem Namen Petra Frey heißt, furchtbar nervös. "Da schaut er mich an und sagt 'Probieren Sie sich bei mir ruhig aus. Da geht nichts mehr kaputt, ich sterbe jetzt eh’. Da mussten wir beide lachen."

Menschen wie dieser Mann sind es, die Petra Auer dazu inspirieren, über ihre Erfahrungen als Hospizhelferin mehrere erfolgreiche Bücher ("SterbeMund", "Lizenz zum Händchen halten") zu schreiben.

Darum geht es in dem Live-Hörspiel "Himmel, nochmal!"

Doch schon bald ist die Schauspielerin auch wieder mit einem Live-Hörspiel unter dem Titel "Himmel, nochmal!" bei der Iberl-Bühne in München zu sehen. "Mir ist es wichtig, diesen Schleier zu lüften, dass im Hospiz immer nur geweint wird", sagt Auer, die mit Schauspieler Winfried Frey (u. a. "Der Bulle von Tölz") verheiratet ist.

Petra Auer mit Ehemann Winfried Frey, ebenfalls Schauspieler,  2022 bei der Weltpremiere der Neuinszenierung des Musicals West Side Story im Deutschen Theater.
Petra Auer mit Ehemann Winfried Frey, ebenfalls Schauspieler, 2022 bei der Weltpremiere der Neuinszenierung des Musicals West Side Story im Deutschen Theater. © IMAGO/Ronny Heine

Gleichzeitig will sie mit ihrem Live-Hörspiel, eine Kombination aus Schauspiel und Lesung, auf das besondere Ehrenamt aufmerksam machen und andere ermutigen, sich ebenfalls für Menschen in ihrer letzten Lebensphase einzusetzen.

Angst vor dem Tod? So geht es Hospizbegleiterin Petra Auer

"Viele Menschen trauen sich nicht, weil sie Angst vor dem Thema Tod haben", sagt die Münchnerin. Und Petra Auer selbst? "Ich bin in erster Linie Mensch und weiß auch nicht, was auf mich zukommt. Ich versuche einfach, mein Leben im Hier und Jetzt zu leben, und möchte nichts versäumt haben, wenn es so weit ist."

Mit ihrem Live-Hörspiel "Himmel, nochmal!" steht Petra Auer am 18. März auf der Iberl-Bühne in München.
Mit ihrem Live-Hörspiel "Himmel, nochmal!" steht Petra Auer am 18. März auf der Iberl-Bühne in München. © Petra Auer

Petra Auer spricht Klartext: "Jedes Sterben ist anders"

Das Live-Hörspiel erzählt die Geschichte von Hannah, die an der Himmelspforte ankommt - aber den Zugangscode nicht kennt. Die Geschichte ihrer Protagonistin, sagt Auer, ist zusammengetragen aus Situationen, die sie selbst über Jahre in der Hospizhilfe erlebt hat - verpackt in eine humorvolle Erzählung. Aber: "Ich will das Thema auch nicht verlachen, es braucht auch eine Tiefe." Denn: "Jedes Sterben ist anders", so die Schauspielerin. Das hat Petra Frey am eigenen Leib erfahren: Ihr Vater starb in einer Klinik ("Da geht es vor allem ums Gesundwerden, da war nicht so viel Platz für Sterbende"). Ihre Mutter im Hospiz - ein prägendes Erlebnis für Auer, die daraufhin selbst beschließt, Hospizbegleiterin zu werden.

Daher denkt sie auch mit einer Aktion besonders an ihre Kollegen: Hospizbegleiterinnen und Hospizbegleiter sollen das Live-Hörspiel ermäßigt sehen können, das hat Frey gemeinsam mit der Intendantin der Iberl-Bühne, Raphaela Maier, entschieden.

Das Live-Hörspiel ist am 18. März um 20 Uhr auf der Iberl-Bühne München zu sehen. Alle Infos zum Stück gibt es auch unter himmelnochmal.de.

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