Rod Stewart rechnet mit seinem ehemaligen Freund Trump ab

Sir Rod Stewart (81) kennt Donald Trump (79) seit vielen Jahren. Die beiden Nachbarn in Florida verbindet eine gemeinsame Vergangenheit - doch von Freundschaft kann längst keine Rede mehr sein. In einem emotionalen Instagram-Video hat der britische Rockstar den US-Präsidenten nun scharf attackiert.
Der Auslöser für Stewarts Wutausbruch: In einem Interview mit "Fox News" in Davos hatte Trump die NATO-Verbündeten kritisiert und behauptet, europäische Truppen hätten sich in Afghanistan von der Front ferngehalten. "Sie blieben ein wenig zurück, ein wenig abseits der Frontlinien", sagte der Präsident wörtlich. Eine Aussage, die in Großbritannien für eine Welle der Empörung sorgt - schließlich verloren 457 britische Soldaten in Afghanistan ihr Leben, die zweithöchste Opferzahl nach den USA.
Stewart fordert Entschuldigung
"Ich bin vielleicht nur ein bescheidener Rockstar. Ich bin auch ein Ritter des Königreichs, und ich habe meine Meinungen", beginnt Stewart sein Video, in dem er in formeller Kleidung vor der Kamera steht. "Ich wurde kurz nach dem Krieg geboren und habe großen Respekt vor unseren Streitkräften, die gekämpft und uns unsere Freiheit gegeben haben."
Was folgt, ist eine emotionale Abrechnung: "Es tut mir furchtbar weh, zutiefst, wenn ich lese, dass der Drückeberger Trump unsere Truppen in Afghanistan kritisiert hat, weil sie nicht an der Front gewesen seien." Der Sänger appelliert an seine Zuschauer: "Wir haben über 400 unserer Jungs verloren. Denkt an ihre Eltern. Denkt darüber nach! Und Trump nennt sie fast Feiglinge. Das ist unerträglich."
Stewart erinnert in dem Video auch daran, dass Trump selbst sich vor dem Wehrdienst gedrückt hat und wendet sich direkt an die britische Politik: "Ich rufe Sie auf, Premierminister Starmer und Farage. Bitte, bringen Sie den Drückeberger Trump dazu, sich zu entschuldigen, bitte." Zum Abschluss salutiert der 81-Jährige vor der Kamera.
Breite Empörung in Großbritannien
Premierminister Keir Starmer bezeichnete Trumps Bemerkungen als "beleidigend und offen gesagt entsetzlich". Selbst Nigel Farage, eigentlich ein Trump-Verbündeter, stellte sich gegen den US-Präsidenten: "Donald Trump liegt falsch." Auch Prinz Harry (41), der selbst zwei Einsätze in Afghanistan absolvierte, meldete sich zu Wort - ohne Trump namentlich zu nennen: "Diese Opfer verdienen es, wahrheitsgemäß und mit Respekt behandelt zu werden."
Dass ausgerechnet Stewart so deutlich wird, überrascht - der Musiker gilt politisch keineswegs als links. Doch die Freundschaft zu Trump ist offenbar endgültig Geschichte. "Ich kannte ihn sehr, sehr gut. Ich ging früher zu ihm nach Hause. Ich lebe buchstäblich eine halbe Meile entfernt", erzählte Stewart noch 2025 gegenüber der "Times". "Aber seit er Präsident wurde, ist er ein anderer Typ geworden. Jemand, den ich nicht kannte."