Robert Redford: Vom Hollywoodstar zum Förderer des Independent-Kinos

Robert Redford prägte Hollywood wie kaum ein anderer, gründete das Sundance Film Festival und wurde zur Ikone des Independent-Kinos. Am 18. August wäre er 90 Jahre alt geworden. Doch im Laufe seines Lebens musste er auch viele Verluste verkraften.
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Robert Redford wäre am 18. August 90 Jahre alt geworden.
Robert Redford wäre am 18. August 90 Jahre alt geworden. © IMAGO/ZUMA Press

Robert Redford (1936-2025) wäre am 18. August 90 Jahre alt geworden. Der Oscarpreisträger verstarb am 16. September 2025 friedlich im Kreis seiner Familie. In seiner langen Laufbahn als Schauspieler gewann Redford nicht nur einen Academy Award, sondern prägte auch Hollywood mit Filmklassikern wie "Die Unbestechlichen" und "Zwei Banditen".

Neben seiner Arbeit vor der Kamera hinterließ Redford ein nachhaltiges Erbe hinter den Kulissen: Er gründete das Sundance Institute sowie das dazugehörige Sundance Film Festival. Dieses entwickelte sich zur internationalen Plattform für Independent-Produktionen. Zahlreiche Filme, die dort ihre Premiere feierten, wurden später mit einem Oscar ausgezeichnet. Doch abseits des Rampenlichts blieb Redford von persönlichen Schicksalsschlägen nicht verschont. Innerhalb seiner Familie musste er schmerzhafte Verluste verkraften.

Seine Mutter starb früh

Charles Robert Redford Jr. kam am 18. August 1936 in Santa Monica, Kalifornien, zur Welt und wuchs in einem Arbeiterviertel auf. Als Teenager zeigte er wenig Interesse am Schulunterricht, dafür aber große Leidenschaft für Sport und Kunst. "Ich war nie ein guter Schüler", sagte er in einem Interview mit "AARP". "Man musste mich regelrecht in den Kindergarten schleppen. Es fiel mir schwer, still zu sitzen und jemandem zuzuhören. Ich wollte draußen sein, durch Erfahrungen und Abenteuer lernen, und ich wusste nicht, wie ich das ausdrücken sollte."

Bereits in jungen Jahren sah er sich mit schmerzhaften Verlusten konfrontiert: Ein Onkel fiel im Zweiten Weltkrieg, seine jüngeren Zwillingsschwestern starben kurz nach der Geburt. 1955, als er 18 Jahre alt war, verlor er seine Mutter durch eine Sepsis. "Es kam mir so ungerecht vor. Aber auf seltsame Weise gab es mir die Freiheit, meinen eigenen Weg zu gehen - was ich mir schon lange gewünscht hatte", sagte Redford über den Tod seiner Mutter. Dennoch blieb ein Gefühl der Reue. Gegenüber "Esquire" sagte er: "Im Laufe des Lebens denkt man abends vor dem Einschlafen über Dinge nach, die man bereut. Mir wurde zu spät bewusst, dass sie eine sehr positive Rolle in meinem Leben gespielt hatte, und ich konnte ihr nicht mehr dafür danken."

Durchbruch mit "Barfuß im Park"

Nach einer eher weniger erfolgreichen Zeit an der University of Colorado zog Redford nach Europa, um sich dort als Künstler zu versuchen. Die Zeit auf dem Kontinent wurde für ihn zu einer prägenden Erfahrung - er lernte viel über Politik und Kunst. Zurück in Amerika gründete Redford mit seiner ersten Ehefrau Lola Van Wagenen, die er 1958 heiratete, eine Familie. Doch 1959 traf das Paar ein schicksalhafter Schlag: Ihr erstes Kind starb am plötzlichen Kindstod. Sie führten jedoch eine glückliche Ehe und bekamen drei Kinder, bevor sie sich 1985 trennten.

Trotz dieser Tragödie ließ sich Redford nicht davon abbringen, eine Schauspielkarriere zu verfolgen. An der American Academy of Dramatic Arts nahm er Schauspielunterricht und beeindruckte seinen Lehrer mit einer Szene aus "All My Sons" - das gab ihm Mut. "Ich hatte Unterstützung für etwas, das zwar noch sehr unausgereift war, mir aber ein gutes Gefühl gab, nämlich das Schauspielern", sagte er gegenüber der "Washington Post". In New York begann er, Rollen am Broadway zu ergattern. 1967 feierte er dann seinen Durchbruch: Gemeinsam mit Jane Fonda (88) übernahm er die Hauptrollen in der romantischen Komödie "Barfuß im Park" - der Startschuss für eine glorreiche Filmkarriere.

Redford hatte eine Lieblingsrolle

Seine Darstellung in "Zwei Banditen" katapultierte Redford ins Rampenlicht. Für den Schauspieler selbst war es seine liebste Rolle, wie er in einer CNN-Sendung bei Piers Morgan erklärte. "Ich liebe es zu reiten und mache gerne Stunts", sagte Redford. "Und Paul [Newman] und ich hatten ein tolles Verhältnis, das sich während der Dreharbeiten einfach so entwickelt hat." In den 1970er-Jahren prägte Redford Hollywood wie kaum ein anderer. Er spielte in Filmen wie "Bill McKay - Der Kandidat" (1972), "Jeremiah Johnson" (1972), "Der große Gatsby" (1974) und "Die Unbestechlichen" (1976), der insgesamt vier Oscars gewann.

Doch sein gutes Aussehen, das ihm viele Türen öffnete, wurde für ihn zu einem Problem. In der NPR-Sendung "Fresh Air" gestand er, wie sehr ihn dieser Fokus auf sein Äußeres störte. "Man geht davon aus, dass man nicht so sehr ein Schauspieler ist, sondern einfach nur jemand, der gut aussieht. Das fiel mir immer schwer, denn ich war immer stolz auf jede Rolle, die ich spielte. Ich wurde zu dieser Figur."

Sein Vermächtnis: Das Sundance Film Festival

Seinen ersten Oscar gewann Redford nicht als Schauspieler, sondern für sein Regiedebüt "Eine ganz normale Familie" (1981). In den 1980er-Jahren fasste er anschließend eines seiner wichtigsten Vorhaben ins Auge, das zu seinem bleibenden Vermächtnis werden sollte: Das Sundance Institute. "Ich habe schon immer die persönliche Überzeugung gehabt, dass man genau in dem Moment, in dem man den größten Erfolg erzielt hat, innehalten und wieder bei Null anfangen sollte, ohne irgendetwas als selbstverständlich hinzunehmen", sagte er der "Washington Post". Sein Ziel war es, unabhängige, junge Filmemacher durch Workshops und andere Fördermaßnahmen zu unterstützen. Drei Jahre später rettete die Organisation ein in Schwierigkeiten geratenes Festival und benannte es später in das "Sundance Film Festival" um.

Die jährliche Veranstaltung entwickelte sich zu einer der wichtigsten Plattformen für die Präsentation und Förderung von Independent-Filmen. "Die Branche wurde ziemlich stark vom Mainstream beherrscht, zu dem auch ich gehörte", sagte Redford 2018 gegenüber der "Associated Press". "Aber ich sah andere Geschichten da draußen, die keine Chance hatten, erzählt zu werden, und dachte mir: 'Na ja, vielleicht kann ich meine Energie darauf verwenden, diesen Menschen eine Chance zu geben.' Wenn ich darauf zurückblicke, bin ich sehr zufrieden damit."

Er verstarb im vergangenen Jahr

Nach einer jahrzehntelangen Laufbahn beendete Redford 2018 seine Schauspielkarriere. Seine letzte Hauptrolle spielte er in "Ein Gauner & Gentleman". Seinen Rücktritt öffentlich zu machen, nannte er in einem Interview mit "Variety" einen "Fehler". "Ich hätte das niemals sagen sollen", so Redford und fügte hinzu: "Wenn ich mich zur Ruhe setzen will, sollte ich mich einfach still und leise aus dem Schauspielgeschäft zurückziehen. Aber ich sollte nicht darüber sprechen, denn ich glaube, das zieht zu viel Aufmerksamkeit auf die falsche Art und Weise auf sich."

Privat war Redford rund 16 Jahre lang mit der deutschen Malerin Sibylle Szaggars verheiratet. Das Paar heiratete 2009 in Hamburg und war zum Zeitpunkt von Redfords Tod noch immer zusammen. Am 16. September 2025 verstarb Redford im Alter von 89 Jahren friedlich im Schlaf in seinem Haus in Sundance, Utah. Schauspiellegenden wie Meryl Streep (77), Barbra Streisand (84) und Dustin Hoffman (89) nahmen öffentlich Abschied von ihrem Kollegen. Mit dem Sundance Film Festival hat sich der Sundance Kid jedoch unsterblich gemacht.

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