Ringo Starr: Die Beatles hätten sich wohl wieder zusammengetan

Ringo Starr (86) hält eine Wiedervereinigung der Beatles für denkbar, wären John Lennon und George Harrison nicht gestorben. "Ich glaube schon, dass wir möglicherweise irgendwann wieder zusammengekommen wären, in der Zeit zwischen Johns Abschied und heute, wenn wir alle noch da wären", sagte der Schlagzeuger im Interview mit dem US-Portal "Page Six". Dann wurde er persönlich: "Und George, wissen Sie, George vermisse ich."
Von den ursprünglichen vier Mitgliedern der Beatles sind zwei verstorben: John Lennon wurde am 8. Dezember 1980 im Alter von 40 Jahren vor seinem Wohnhaus in New York City von einem Attentäter erschossen. George Harrison starb am 29. November 2001 im Alter von 58 Jahren in Los Angeles an den Folgen einer Krebserkrankung.
Was ihm aus den Beatles-Jahren am meisten fehlt, weiß Starr genau: "Die Freundschaft, das Miteinander, dass wir uns gegenseitig unterstützt haben." Für ihn, der als Einzelkind aufgewachsen war, sei die Band eine Art Familie gewesen. "Ich hatte drei Brüder. Und wissen Sie, Brüder streiten sich, es gibt kleine Zusammenkünfte und dann wieder kleine Trennungen. Für mich war das großartig", erzählt er.
"Wir sind immer noch Kumpel"
Mit Paul McCartney, dem letzten noch lebenden Beatle neben ihm, hält Starr engen Kontakt. Die beiden sprechen nach seinen Worten "ein paar Mal im Monat". Wenn McCartney und er gleichzeitig in England seien, "gehen wir essen oder wir treffen uns einfach".
Auch musikalisch kreuzen sich ihre Wege weiterhin. Starr ist auf McCartneys jüngster Platte zu hören, umgekehrt hat McCartney bei vielen von Starrs Aufnahmen mitgewirkt und kam über die Jahre immer wieder mit seinem Bass vorbei. Starrs Fazit: "Wir sind immer noch Kumpel."
Vier Filme über die Fab Four
Für neuen Beatles-Stoff sorgt derzeit Regisseur Sam Mendes. Gleich vier Filme plant er, die jeweils eines der Bandmitglieder in den Mittelpunkt stellen. Harris Dickinson spielt John Lennon, Paul Mescal ist als Paul McCartney zu sehen, Joseph Quinn übernimmt die Rolle von George Harrison und Barry Keoghan verkörpert Ringo Starr. Alle vier Filme sollen 2028 gleichzeitig in die Kinos kommen.
Ringo Starr ist von dem ungewöhnlichen Projekt angetan: "Ich finde es ehrlich gesagt großartig." Einfach sei die Umsetzung allerdings nicht gewesen: "Die Schwierigkeit war, dass er diese Geschichte mit jener Geschichte verbindet. Und Paul und ich müssen beide loslassen. Es ist kein Dokumentarfilm."
Blaubeeren und Brokkoli
Ruhestand ist für Starr kein Thema. Im April erschien sein 22. Soloalbum "Long Long Road". Mit seiner All Starr Band ist er außerdem auf Tour.
Warum er mit 86 noch tourt? "Ich weiß es nicht. Ich bin einfach fit genug dafür. Manchmal sage ich mir: Oh, das reicht jetzt. Und eine Woche später sage ich: Nein, tut es nicht." Einen Tipp, um dem Alter entgegenzuwirken, hat Starr auch noch: "Das sind die ganzen Blaubeeren und der Brokkoli."