Reinecke: "Ich hatte nicht unter der Stasi zu leiden"
Berlin - Die zweite Staffel der hochgelobten ARD-Serie "Weissensee" ist erst vor kurzem angelaufen und schon wieder in aller Munde. Auch Schauspielerin Ruth Reinecke (58), die darin die regimetreue Marlene Kupfer mimt, hat als Ost-Berlinerin besondere Erinnerungen an die Zeit. "Ich hatte persönlich nicht unter der Stasi zu leiden. Da gibt es, wie wir alle wissen, entsetzliche Schicksale. Die Stasi wollte mich anwerben. Ich habe abgelehnt. Das war's. Sie haben mich dann in Ruhe gelassen", berichtet Reinecke im Interview mit "Bild.de".
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Über die Frauen in der damaligen DDR hat die Darstellerin jedoch eine gute Meinung. Sie seien recht unabhängig von den Männern gewesen. "Sie verdienten ihr eigenes Geld. Insofern könnte man sagen, sie waren emanzipierter als im Westen." Ihrer Rolle der Marlene aus "Weissensee" steht sie allerdings skeptisch gegenüber: "Marlene steht treu zum Staat DDR. Demzufolge akzeptiert sie auch blind die Gesetze des Staates. Ich persönlich kann ihre Haltung nicht nachvollziehen."
Auswärts essen zu gehen, bedeutete damals für Reinecke und ihre Freunde mehr Stress als Entspannung. "Typisch für die DDR war eine Tafel am Eingang von Gaststätten und Restaurants: ,Sie werden platziert!' Oft genug geschah nicht mal das, selbst wenn das Restaurant halb leer war. Der Kellner war König. Also trafen wir uns lieber gleich zu Hause und kochten dort", wird Reinecke, die seit 1979 bis heute Ensemblemitglied am Maxim-Gorki-Theater Berlin ist, vom Blatt zitiert.
Über die Serie
"Weissensee" spielt bekanntlich im Ost- Berlin der 1980er Jahre und erzählt die Geschichte der dort lebenden Familien Hausmann und Kuper, die vollkommen gegensätzlich sind. Neben Ruth Reinecke treten unter anderem Katrin Sass (56), Hannah Herzsprung (32), Uwe Kockisch (69) und Anna Loos (42) in weiteren Hauptrollen auf.
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