Razzien bei Ex-Prinz Andrew gehen in den vierten Tag

Seit Donnerstag durchkämmt die britische Polizei die Royal Lodge in Windsor. Das Anwesen musste Ex-Prinz Andrew erst im Februar nach einem Streit mit König Charles verlassen. Indessen werden immer mehr Details und Vorwürfe öffentlich.
von  (ncz/spot)
Andrew Mountbatten-Windsors ehemaliges Anwesen wird weiter durchsucht.
Andrew Mountbatten-Windsors ehemaliges Anwesen wird weiter durchsucht. © ddp/Li Ying Xinhua/eyevine

Seit nunmehr vier Tagen durchsucht die britische Polizei die Royal Lodge in Windsor, das ehemalige Zuhause von Ex-Prinz Andrew Mountbatten Windsor (66). Am Sonntagmorgen kamen die Ermittler laut "Daily Mail" erneut mit zivilen Fahrzeugen auf dem weitläufigen Gelände an, um die Suche nach belastendem Material fortzusetzen. Die Razzien, die voraussichtlich noch bis Montag andauern werden, markieren einen vorläufigen Höhepunkt im tiefen Fall des einstigen "Lieblingssohns" von Queen Elizabeth II. (1926-2022).

Die Ereignisse hatten sich am vergangenen Donnerstag überschlagen, als Andrew an seinem 66. Geburtstag auf dem Landsitz Sandringham festgenommen wurde. Elf Stunden verbrachte er in Polizeigewahrsam, bevor er unter Auflagen freigelassen wurde.

Der Kern der Ermittlungen: Amtsmissbrauch im öffentlichen Dienst. Es geht um den Verdacht, dass Andrew während seiner Zeit als britischer Handelsgesandter (2001-2011) sensible und vertrauliche Informationen an den verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein (1953-2019) weitergab, um gemeinsame Geschäfte zu fördern.

Andrew belagerte die Royal Lodge

Dass die Polizei nun die Royal Lodge auf den Kopf stellt, ist besonders brisant, da Andrew erst Anfang Februar nach einem monatelangen erbitterten Streit mit seinem Bruder, König Charles III. (77), aus dem 31-Zimmer-Anwesen geworfen wurde.

Insider berichten der "The Sun on Sunday", Andrew habe das Anwesen regelrecht belagert und sich bis zuletzt geweigert zu gehen. Er habe geschrien: "Ich bin der zweite Sohn der Queen, das könnt ihr mir nicht antun!" Letztlich musste er das Anwesen verlassen und zog in die deutlich schlichtere "Wood Farm" auf dem Gelände von Sandringham um.

Was wusste König Charles?

Auch König Charles gerät zunehmend selbst unter Rechtfertigungsdruck: Brisante Whistleblower-Mails aus dem Jahr 2019 sollen laut "Daily Mail" belegen, dass der heutige Monarch schon vor sieben Jahren detailliert über die Machenschaften seines Bruders informiert wurde. Die Mails warnten Charles' Anwälte und Privatsekretäre bereits damals davor, dass Andrew den Namen der Royal Family für die Privatbank des Multimillionärs David Rowland missbrauche.

Andrew soll Rowland und dessen Sohn Jonathan Zugang zu offiziellen Handelsmissionen und Treffen im Buckingham Palast verschafft haben. Im Gegenzug wurden offenbar private Schulden des Prinzen in Millionenhöhe getilgt. Kritiker fragen nun, warum Charles trotz dieser angeblichen Warnungen nicht früher eingriff.

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