Ralph Siegel nach Klinik nur kurz daheim: "Ich muss das Laufen neu lernen"

Ralph Siegel ist wieder zu Hause – zumindest vorübergehend. Nach Wochen im Krankenhaus und 18 Tagen im künstlichen Koma konnte der Hit-Komponist nun endlich das Krankenhaus verlassen. Er muss aber das Laufen neu lernen und sitzt im Rollstuhl. Am Montag geht es zur Reha.
von  Steffen Trunk
Ralph Siegel (80) wird von Ehefrau Laura (43) aus der Klinik abgeholt. Die ESC-Legende sitzt im Rollstuhl und hält in den Händen Stofftier Hazy, welches an den verstorbenen Hund erinnert.
Ralph Siegel (80) wird von Ehefrau Laura (43) aus der Klinik abgeholt. Die ESC-Legende sitzt im Rollstuhl und hält in den Händen Stofftier Hazy, welches an den verstorbenen Hund erinnert. © privat

Nach 18 Tagen im künstlichen Koma und einer Lungenentzündung ist Ralph Siegel nach über sechs Wochen aus der Klinik entlassen worden. Doch viel Zeit zu Hause bleibt der 80-jährigen ESC-Legende ("Ein bisschen Frieden") nicht. Der Weg zurück in den Alltag ist noch lang. Vor allem die starken Schmerzen und die Folgen des langen Komas machen Siegel zu schaffen, erfährt die AZ.

Entlassung im Rollstuhl: Ehefrau Laura bringt Ralph Siegel nach Hause

"Endlich bin ich raus. Ich bin so froh, aber ich muss das Laufen neu lernen", sagt Siegel der AZ am Telefon. Die Freude über die Rückkehr nach Hause ist allerdings von großen körperlichen Problemen überschattet. Beinahe wäre es am Wochenende sogar zu einem Sturz gekommen. "Ich bin ausgerutscht", berichtet Siegel.

Nervenkrankheit: Ralph Siegel hat "22 Stunden am Tag" Schmerzen

Vor allem seine seit Jahren bestehende Nervenerkrankung Polyneuropathie macht ihm schwer zu schaffen. Durch das künstliche Koma haben sich seine Beschwerden nach eigener Aussage noch einmal deutlich verstärkt: "Ich habe 22 Stunden am Tag Schmerzen. Es ist die Hölle. Ich könnte wegen der Schmerzen wirklich verrückt werden."

Die Freude ist groß: Ralph Siegel kann in einem Rollstuhl die Klinik Neuwittelsbach verlassen
Die Freude ist groß: Ralph Siegel kann in einem Rollstuhl die Klinik Neuwittelsbach verlassen © privat

Bereits vor seiner Entlassung hatte Ralph Siegel der AZ von seinem Zustand berichtet: "Ich habe irrsinnige Schmerzen in der Hüfte und den Beinen." Die vergangenen Wochen haben nun weitere Spuren hinterlassen. 

Jägerwinkel am Tegernsee: Am Montag geht es für Ralph Siegel zur Reha

Die ESC-Legende muss ihre Beweglichkeit erst wieder zurückgewinnen. Bereits am Montag steht der nächste wichtige Schritt auf dem Programm: die Reha im Jägerwinkel am Tegernsee. Der Hit-Komponist sagt der AZ: "Ich hoffe, dass ich bald wieder laufen kann, zu Kräften komme und weniger Schmerzen haben werde." Die renommierte Einrichtung soll Siegel helfen, wieder auf die Beine zu kommen.

Trotz der schwierigen Situation hat der Komponist seinen Lebensmut nicht verloren. Schon während seines Krankenhausaufenthalts sprach Siegel mit der AZ über seine Pläne. Seine Arbeit und die Familie geben ihm weiterhin Kraft.

Im Oktober soll sein Musical "Zeppelin" im Festspielhaus Neuschwanstein in Füssen Premiere feiern. Außerdem arbeitet Siegel an einem neuen ESC-Song für den Wettbewerb im Mai 2027. Die Idee dazu sei ihm sogar während des künstlichen Komas gekommen. "Mein neuer ESC-Song fiel mir im Koma ein und ist seitdem in meinem Kopf", erzählte Siegel der AZ. Sein Ziel: Nach zehn Jahren wieder am deutschen ESC-Vorentscheid teilzunehmen. 

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