Prozess gegen Harvey Weinstein endet ohne Urteil

Im dritten Anlauf kein Ergebnis: Die Neuverhandlung gegen Harvey Weinstein wegen der Vergewaltigung von Jessica Mann ist am 15. Mai ohne Urteil zu Ende gegangen. Die Jury konnte sich nicht einigen.
(mia/spot) |
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare
lädt ... nicht eingeloggt
Teilen
Harvey Weinstein am Freitag im Gericht.
Harvey Weinstein am Freitag im Gericht. © imago/UPI Photo / TIMOTHY A. CLARY

Die Neuverhandlung des Vergewaltigungsvorwurfs von Ex-Schauspielerin Jessica Mann gegen Harvey Weinstein (74) ist am Freitag, 15. Mai, ohne Urteil geendet. Die Geschworenen konnten sich nach tagelangen Beratungen nicht auf ein Urteil einigen - das dritte Mal, dass ein US-Gericht in dieser Sache keine Einigung erzielt.

Weinstein war in dem Prozess beschuldigt, Mann im Jahr 2013 vergewaltigt zu haben. New Yorker Staatsanwälte hatten den Fall vor Gericht gebracht.

Drei Versuche, kein abschließendes Ergebnis

Die Vorgeschichte ist lang und verworren: 2020 hatte ein New Yorker Gericht Weinstein zunächst verurteilt - wegen der Vergewaltigung von Jessica Mann sowie der sexuellen Nötigung der ehemaligen Produktionsassistentin Miriam Haley. Doch 2024 hob das New Yorker Berufungsgericht dieses Urteil wieder auf. Die Begründung: Der damalige Richter habe zu Unrecht Zeuginnen zugelassen, deren Vorwürfe gar nicht Gegenstand des Verfahrens waren.

Daraufhin folgte 2025 ein zweiter Prozess. Das Ergebnis: Weinstein wurde wegen einer sexuellen Nötigung zum Nachteil von Miriam Haley schuldig gesprochen. Im Fall Mann jedoch blieb die Jury erneut ohne Einigung - und ermöglichte damit den nun gescheiterten dritten Anlauf. Im selben Verfahren wurde Weinstein außerdem vom Vorwurf einer weiteren Straftat gegen die Schauspielerin Kaja Sokola freigesprochen.

Staatsanwaltschaft will weitermachen

Manhattans Bezirksstaatsanwalt Alvin Bragg zeigte sich nach dem Fehlurteil enttäuscht, bekannte sich aber ausdrücklich zum Rechtssystem. "Wir sind zwar enttäuscht, dass das Verfahren mit einem Fehlurteil geendet hat, respektieren aber das Geschworenensystem zutiefst und danken allen Jurymitgliedern aufrichtig für ihre Zeit und ihr Engagement", erklärte Bragg in einem Statement, wie "People" zitiert.

Er ließ auch keinen Zweifel daran, welchen persönlichen Preis Jessica Mann gezahlt hat: "Seit fast einem Jahrzehnt kämpft Jessica Mann für Gerechtigkeit. Im Laufe vieler Wochen in drei separaten Verfahren hat sie unvorstellbar schmerzhafte Erlebnisse vor völlig Fremden noch einmal durchleben müssen." Die nächsten Schritte wolle seine Behörde in Absprache mit Mann und unter Berücksichtigung des noch ausstehenden Urteils im Fall Haley festlegen.

Parallel: Verurteilung in Kalifornien rechtskräftig

Weinstein selbst bestreitet alle Vorwürfe. Doch unabhängig vom Ausgang des New Yorker Verfahrens sitzt er bereits auf einer rechtskräftigen Verurteilung: In Kalifornien wurde der einstige Hollywood-Mächtige 2022 in einem separaten Fall wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung schuldig gesprochen und zu 16 Jahren Haft verurteilt.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Agentur spot on news. Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

  • Themen:
Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
 
Noch keine Kommentare vorhanden.
merken
Nicht mehr merken
X

Sie haben den Inhalt der Merkliste hinzugefügt.