Promi spricht über seine Alkoholsucht: Felix Neureuther mit besonderer Aufgabe
Alkohol, Drogen, Depressionen und Kontrollverlust: Jan Ullrich (52) spricht mit Felix Neureuther (42) über seinen härtesten Lebensabschnitt. Es ist eine Geschichte über den extremen Aufstieg eines Sportstars – und einen Absturz, der ihn beinahe zugrunde gehen ließ.
Nach langer Funkstille: Felix Neureuther kommt zurück
Die AZ erfährt exklusiv: Die fünfte Staffel des BR24-Sport-Podcasts "Pizza & Pommes" startet nach langer Pause am 16. September. Zum Auftakt ist Ullrich bei Neureuther und Co-Host Philipp Nagel zu Gast. Im Mittelpunkt stehen dabei Ullrichs Weg aus der Alkoholsucht und die Frage, welche Rolle der Sport bei seiner Rückkehr ins Leben gespielt hat.
Jan Ullrich gewann 1997 als erster und bislang einziger Deutscher die Tour de France. Er wurde zum gefeierten Helden, war einer der größten Sportstars des Landes. Doch nach dem abrupten Ende seiner Karriere begann für den heute 52-Jährigen ein jahrelanger Kampf.
"Vom Menschen zum Monster": Erst Wein, dann Whiskey und Koks
Wie tief Ullrich einst gefallen war, hat er selbst eindringlich beschrieben. "Ich war nicht weit weg vom Tod", sagte er einmal dem Magazin "Stern". Der Mix aus Whiskey und Kokain habe sein Herz "kälter gemacht", schilderte der ehemalige Radprofi. Das Koks machte ihn "innerhalb kürzester Zeit vom Menschen zum Monster".
Vom Tour-de-France-Helden in den tiefen Absturz
Der ehemalige Tour-de-France-Sieger machte damit etwas sichtbar, das bei Ex-Spitzensportlern häufig schwer zu greifen ist: Was passiert, wenn ein Leben, das jahrelang vollständig auf Leistung, Wettkampf und Erfolg ausgerichtet war, plötzlich nicht mehr funktioniert?

Der Weg zurück begann mit einem Wendepunkt
Ullrich spricht auch deutlich über die Hilfe, die er auf seinem Weg zurück angenommen hat. Im Gespräch mit dem WDR erzählte er 2024, dass sich bei ihm ein "Schalter umgelegt" habe, nachdem seine Frau ihn mit den gemeinsamen Kindern verlassen hatte. Er begann, seine Vergangenheit mit psychologischer Hilfe aufzuarbeiten.
Auch über seine lange Verdrängung spricht Ullrich mittlerweile offen. Er habe sich bewusst dafür entschieden, darüber zu reden. Umso spannender dürfte sein Gespräch mit Felix Neureuther werden, das am 16. September veröffentlicht wird.
Warum Felix Neureuther besonders viel Fingerspitzengefühl braucht
Neureuther ist selbst ehemaliger Spitzensportler. Er kennt den enormen Druck, der auf erfolgreichen Athleten lastet. Er weiß, wie stark das eigene Leben von Training, Wettkampf, Erwartungen und öffentlicher Wahrnehmung geprägt sein kann.
Gleichzeitig ist Ullrichs Geschichte weitaus mehr als eine Sportlergeschichte. Es geht um Sucht, psychische Krisen, Kontrollverlust und einen Menschen, der sich aus einer extrem schwierigen Situation zurückkämpfen musste.
Genau deshalb dürfte Neureuther bei diesem Gespräch besonders gefordert sein. Er muss die richtigen Fragen stellen, ohne Ullrich vorzuführen. Er muss nachhaken, ohne aus einer persönlichen Lebenskrise eine reine Sensationsgeschichte zu machen.
BR lobt Neureuthers besondere Gesprächsführung
Der Bayerische Rundfunk zeigt sich mit Neureuther als Podcast-Gastgeber ausgesprochen zufrieden. Seine "sympathische, authentische und herzliche Art" schaffe eine vertrauensvolle Gesprächsatmosphäre, erklärte ein BR-Sprecher der AZ. Neureuther spreche dabei "von Sportler zu Sportler". So gelinge es ihm, Gäste für sehr persönliche und ehrliche Gespräche zu öffnen.
Gemeinsam mit Co-Host Philipp Nagel stelle er den Menschen und dessen individuelle Geschichte in den Mittelpunkt. Das passt besonders gut zu Ullrich.
Denn bei "Pizza & Pommes" soll es eben nicht ausschließlich um sportliche Erfolge gehen. Der BR beschreibt das Leitmotiv des Podcasts als "Lebensschule Sport": Welche Erfahrungen vermittelt der Sport? Welche Werte und Fähigkeiten helfen auch im Alltag? Und was können Menschen aus außergewöhnlichen Herausforderungen lernen? Bei Ullrich liegt die Antwort auf diese Fragen fast schon auf der Hand.

