Prinz Harry und Kläger müssen vorerst 9,5 Millionen Pfund zahlen

Innerhalb einer Woche müssen Prinz Harry (41), Elton John (79), Liz Hurley (61) und vier weitere Kläger einen Betrag von rund 9,54 Millionen Pfund an Associated Newspapers Limited (ANL) zahlen. Das berichten mehrere britische Medien, darunter die BBC, übereinstimmend.
Es handelt sich dabei wohl nur um einen ersten Teil der Kosten, die die Kläger nach einer Gerichtsniederlage im Juli übernehmen müssen. Die Zahlung von aktuell umgerechnet etwa 11,14 Millionen Euro muss bis zum 28. August erfolgen.
Möglicherweise könnten die Klagenden dem Bericht zufolge noch bis zu rund 25 Millionen Pfund mehr bezahlen müssen. Harry und die anderen könnten insgesamt bis zu 34,5 Millionen Pfund an Kosten übernehmen müssen, die der Konzern geltend gemacht hat. Die Klagenden haben demzufolge bis zum 2. Oktober Zeit, einen Antrag auf Zulassung einer Berufung einzulegen.
Harry gegen die "Daily Mail": Was war passiert?
Nach einem mehrwöchigen Prozess zwischen Januar und März 2026 hatte ein britisches Gericht Anfang Juli sein Urteil im Verfahren der sieben klagenden Parteien gegen den Herausgeber der "Daily Mail", der "Mail on Sunday" und deren Online-Portal gefällt. In der Entscheidung hieß es, dass es den Klägerinnen und Klägern nicht gelungen sei, die aufgestellten Behauptungen zu beweisen, weshalb alle Klagepunkte abgewiesen wurden.
In dem Verfahren war es vor allem um mutmaßliche Eingriffe in die Privatsphäre und die angeblich unrechtmäßige Beschaffung privater Informationen gegangen. Es sollen etwa Privatermittler eingesetzt und Telefone abgehört worden sein. Die Kläger hätten es nicht geschafft, zu belegen, dass illegale Methoden zum Einsatz kamen, um Infos für Artikel zu erlangen. Associated Newspapers hatte die Anschuldigungen zurückgewiesen.
Wie der britische "Guardian" damals berichtete, wurde erwartet, dass Harry und die Mitklagenden mit Prozesskosten in Höhe von bis zu 50 Millionen Pfund zu rechnen hätten. Der Richter habe jetzt laut BBC entschieden, dass die Kosten von ANL nach sogenannter "Indemnity Basis" zu bemessen seien, was demnach für den Verlag hinsichtlich des Betrags, den er zurückerhalten kann, günstiger sei. Das Urteil sei "eine vernichtende Kritik an dem Versuch, eine Zeitung sowie den Ruf ihrer Journalisten, Redakteure und Führungskräfte zu zerstören", merkt ein Sprecher des Herausgebers jetzt an.
Prinz Harry hatte in einem Statement mit seiner Mitklägerin Baroness Doreen Lawrence (73) nach der ursprünglichen Entscheidung bereits harsche Kritik geübt. Es handle sich um eine regelrechte Vertuschung, die leider nicht gänzlich unerwartet komme: "Der Aufwand, den das Gericht jedoch betrieben hat, um die 'Mail' zu entlasten, ist ebenso schockierend wie völlig ungerechtfertigt." Zur neuesten Entscheidung hat sich Prinz Harry bislang nicht geäußert.