Pilze sammeln: Diese Regeln sollten Sie unbedingt kennen

Pilze sammeln gehört für viele zum Herbst wie bunte Blätter. Doch zwischen leckerem Steinpilz und gefährlichem Giftpilz liegen manchmal nur schwer erkennbare Unterschiede. Welche Pilze besonders gefährlich sind, wie hilfreich Apps wirklich sind und was bei einer möglichen Vergiftung zu tun ist.
von  teleschau
Pilzratgeber und Apps können beim Pilze sammeln unterstützen, verlassen sollte man sich darauf aber nicht.
Pilzratgeber und Apps können beim Pilze sammeln unterstützen, verlassen sollte man sich darauf aber nicht. © iStock/dolgachov

Herbstzeit ist Pilzzeit: Wenn es im Wald nach feuchter Erde duftet, ziehen viele mit Korb und Messer los, um Steinpilze, Maronen & Co. zu sammeln. Doch zwischen essbarem Leckerbissen und gefährlichem Giftpilz liegen manchmal nur wenige Merkmale. Wer Pilze sammeln möchte, sollte deshalb einige wichtige Regeln kennen.

Nur Pilze ins Körbchen, die sich eindeutig bestimmen lassen

Die wichtigste Regel lautet: Nur Pilze essen, die man zweifelsfrei bestimmen kann. Denn einige giftige Arten sehen ihren essbaren Doppelgängern täuschend ähnlich.

Zu den gefährlichsten Pilzen Deutschlands zählt der Grüne Knollenblätterpilz. Auch Kegelhütiger und Frühlings-Knollenblätterpilz, Gifthäubling und Orangefuchsiger Raukopf können schwere Vergiftungen verursachen. Manche Giftpilze sind dabei keineswegs auffällig und können leicht mit beliebten Speisepilzen verwechselt werden.

Beim Sammeln sollte deshalb immer der komplette Pilz betrachtet werden: Hut, Lamellen oder Röhren, Stiel, Stielbasis, Ring, Geruch und Standort können wichtige Hinweise liefern. Unbekannte Exemplare gehören nicht in den Kochtopf.

Gesammelt werden darf übrigens nur für den Eigenbedarf und in geringen Mengen, als Faustregel gelten ein bis zwei Kilogramm pro Person und Tag. In Naturschutzgebieten und Nationalparks ist das Sammeln oft eingeschränkt oder verboten, informieren Sie sich deshalb vorab über die örtlichen Regeln.

Pilzbuch und App: gute Helfer, aber keine Garantie

Ein guter Pilzratgeber gehört zur Grundausstattung. Empfehlenswert sind Bestimmungsbücher, die neben Fotos auch typische Verwechslungspartner und Hinweise zur Giftigkeit zeigen.

Auch Pilz-Apps können bei der ersten Orientierung helfen. Doch Vorsicht: Eine Bilderkennung kann eine Art lediglich vorschlagen - sie ersetzt keine sichere Bestimmung durch einen Menschen. Wer Zweifel hat, sollte die gesammelten Pilze von einer qualifizierten Pilzsachverständigen oder einem Pilzsachverständigen kontrollieren lassen.

Verlässliche Informationen bieten beispielsweise die Deutsche Gesellschaft für Mykologie (DGfM), regionale Pilzvereine und ausgewiesene Pilzsachverständige. Auch die Giftnotrufzentralen sind bei einem konkreten Vergiftungsverdacht wichtige Ansprechpartner.

Was tun bei einer Pilzvergiftung?

Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfall können auf eine Pilzvergiftung hindeuten. Je nach Gift sind aber auch Schwindel, Sehstörungen, Verwirrtheit, Kreislaufprobleme oder Atembeschwerden möglich. Besonders tückisch: Bei manchen gefährlichen Pilzen treten die ersten Beschwerden erst viele Stunden bis Tage nach der Mahlzeit auf.

Bei Verdacht sollte man deshalb nicht abwarten, sondern medizinischen Rat einholen. Bei schweren Beschwerden oder akuter Lebensgefahr gilt: 112 anrufen. Ohne ärztliche Anweisung sollte kein Erbrechen ausgelöst und sollten keine Hausmittel ausprobiert werden.

Wichtig für die Behandlung: Reste der Pilze oder der Mahlzeit aufbewahren und - falls vorhanden - Fotos der gesammelten Pilze bereithalten. Auch Angaben dazu, wann und wie viel gegessen wurde und wer davon gegessen hat, können helfen.

Im Zweifel: Finger weg!

Pilzes sammeln macht Spaß - solange die Sicherheit an erster Stelle steht. Wer einen Pilz nicht eindeutig erkennt, lässt ihn besser im Wald. Oder kurz gesagt: "Im Zweifel: Finger weg!".

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