"Perfektes Dinner"-Gastgeber präsentiert eigene Wellness-Oase: "Sonst ist hier textilfreie Zone"
Wer nicht weit von Koblenz in Niederbreitbach im Westerwald wohnt, muss sich nicht wirklich hinaus in die Welt - zumindest nicht, wenn er Jockel heißt. Der 60-jährige Heizungsbauer hat sich sein ganz persönliches Freizeitparadies einfach nach Hause geholt. Beziehungsweise selbst gebaut: "Dat Häuschen" ist sein ganzer Stolz.
So gibt es neben Küche und Holzbackofen auch allerlei Koch- und Grillstellen im weitläufigen Garten, immer mit Blick auf eine malerische "Ruine". Die zeugt nicht etwa von alten Zeiten, sondern wurde von Jockel und seiner Frau Ute (59) eigenhändig erstellt: Die Steine von einem Abbruchunternehmen säuberten sie einzeln, trugen sie den Berg hinauf und mauerten daraus das besondere Deko-Element.
Und wer so viel schuftet, hat danach Entspannung verdient. Bei Jockel und Ute ist sie vom Feinsten: Die natürlich selbstgebaute Sauna ziert ein mehrfarbiger Sternenhimmel, und der benachbarte Whirlpool mit Blick auf Fernseher und Soundbar führt ganzjährig warmes Wasser. "Sonst ist hier textilfreie Zone", erklärt Jockel. Müssen sich die Gäste also auf etwas gefasst machen? Zunächst einmal nur auf das Menü:
Motto: Willkommen beim Riehkopp
- Vorspeise: Maronen-Whisky-Süppchen mit "Pilz-Nuss-Gremolata" und frischem Dattelbrot
- Hauptspeise: Reh aus heimischem Wald, Breznserviettenknödel und speckige Beilagen
- Nachspeise: Mousse au Chocolat und Panna cotta mit Himbeersauce
"Mit einem Cocktail bleibt man etwas länger"
Mit Ute ist Jockel seit 45 Jahren zusammen, die beiden Kinder sind flügge. Bleiben 32 Cousins und Cousinen - langweilig wird es also höchstens, wenn gerade niemand zum Grillen oder Entspannen im Whirlpool vorbeikommt. "Mit einem Cocktail bleibt man dann noch etwas länger", schwärmt der Gastgeber von seiner üppig bestückten Bar im Gartenhaus.
Am Abend will Jockel seine Gäste aber nicht nur mit Haus, Garten und starkem Dialekt (Kevin, 35: "Wie eine andere Sprache") beeindrucken. Für den ersten Gesprächsstoff sorgt das "Maronen-Whisky-Süppchen" - ausgerechnet Kevin (35), der selbst keinen Alkohol verträgt, zieht vor ihr "den Hut". Auch das zarte Reh kommt gut an (Julia, 34: "sehr sättigend"), wenngleich sie und Jenny (42) etwas mehr Raffinesse, Salz und Pfeffer vermissen. Bei der Mousse au Chocolat fehlt Jenny Fluffigkeit, während Kevin am liebsten in der Panna Cotta-Himbeersauce baden würde.
Am Ende reicht Jockels Mischung aus bodenständiger Gastfreundschaft, beeindruckendem Zuhause und ehrlicher Küche für 30 Punkte. Und selbst wenn nicht jeder Gang perfekt war: Leidenschaft steckt bei Jockel in jedem Detail. Und in welche Zone es nach dem Dessert ging, verrät die Kamera nicht ...
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