Paul Simon wird 85: So ist sein Verhältnis zu Art Garfunkel heute

Sie waren eines der erfolgreichsten Musik-Duos aller Zeiten - bevor Simon & Garfunkel Anfang der 70er-Jahre getrennte Wege gingen. Nun feiert Paul Simon seinen 85. Geburtstag - und scheint sich inzwischen mit seinem ehemaligen musikalischen Partner ausgesöhnt zu haben.
Stefan Weber |
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Einer der letzten Auftritte der beiden Streithähne: Art Garfunkel (links) und Paul Simon traten 2009 gemeinsam auf. Inzwischen sollen sich die beiden Musiker ausgesprochen haben, wie Garfunkel in einem Interview erzählte.
Stephen Lovekin/Getty Images 2 Einer der letzten Auftritte der beiden Streithähne: Art Garfunkel (links) und Paul Simon traten 2009 gemeinsam auf. Inzwischen sollen sich die beiden Musiker ausgesprochen haben, wie Garfunkel in einem Interview erzählte.
Als Folkpop-Duo Simon & Garfunkel wurden Art Garfunkel (links) und Paul Simon weltberühmt. Klassiker wie "Bridge Over Troubled Water", "America" und "The Sound Of Silence" gehen auf das Konto der beiden.
Hulton Archive/Getty Images 2 Als Folkpop-Duo Simon & Garfunkel wurden Art Garfunkel (links) und Paul Simon weltberühmt. Klassiker wie "Bridge Over Troubled Water", "America" und "The Sound Of Silence" gehen auf das Konto der beiden.

Sie können nicht miteinander - aber scheinbar dann doch auch nicht ohne einander: 1970 veröffentlichten Paul Simon und Art Garfunkel mit "Bridge Over Troubled Water" ihr letztes gemeinsames Album als Simon & Garfunkel, danach gingen beide Musiker getrennte Wege. Auch wenn das Duo danach immer wieder gemeinsam auftrat und sich trotz aller Streitigkeiten annäherte, schienen die Gräben tief zu sein. Garfunkel echauffierte sich 2015 einmal mehr in einem Interview, dass er nicht verstehen könne, warum Simon einst die Zusammenarbeit beendete, und bezeichnete ihn als "Idioten". Simon wiederum schloss 2016 eine erneute Reunion aus: "Wir kommen einfach nicht miteinander aus, es macht einfach keinen Spaß", erklärte er. Am 13. Oktober feiert Simon nun seinen 85. Geburtstag - und urteilt wesentlich milder über seinen ehemaligen musikalischen Partner.

2023 war Simon Gast in der "Howard Stern Show" und verblüffte mit der Aussage, es sei "nicht Arties Schuld" gewesen, dass sich das Duo getrennt hätte. "Simon & Garfunkel waren auf dem Höhepunkt ihrer Karriere", erinnerte sich Simon, als Duo sei man "wahrscheinlich genauso groß wie die Beatles" gewesen. Garfunkels Filmkarriere wäre immer wieder Streitthema gewesen, zudem sei es im Studio immer wieder zur Sache gegangen, es gab laut Simon "ein regelrechtes Tauziehen um den Geschmack und die Herangehensweise." Zwar seien beide seit ihrem zwölften Lebensjahr befreundet gewesen, "aber unsere musikalischen Vorlieben sind ziemlich unterschiedlich". Aus Meinungsverschiedenheiten wurden so "echte Auseinandersetzungen, die eine Aufnahmesession sofort zum Erliegen bringen konnten".

Den letzten Anstoß für das Ende gab laut Simon ein weiteres Filmprojekt: Garfunkel sollte in "Carnal Knowledge" mitspielen, wieder unter der Regie von Mike Nichols, der schon "The Graduate" und "Catch-22" inszeniert hatte. Garfunkel habe ihm später gestanden: "Ich hatte Angst, dass du aufhören würdest, an 'Bridge Over Troubled Water' zu arbeiten, wenn ich es dir sage." Simons Fazit bei "Howard Stern" fiel nüchtern aus: "Wir hätten uns sowieso getrennt. Duos bleiben nicht zusammen."

Art Garfunkel: "Dinge wieder gut machen, bevor es zu spät ist"

Offensichtlich sind beide die Streitigkeiten inzwischen müde: Wie Art Garfunkel 2024 in einem Interview mit der "Times" verriet, sei es kurz zuvor zu einem Wiedersehen der beiden gekommen. Das Treffen sei "das erste Mal seit vielen Jahren" gewesen, so Garfunkel: "Ich sah Paul an und fragte: 'Was ist passiert? Warum haben wir uns nicht gesehen?' Paul erwähnte ein altes Interview, in dem ich einige Dinge gesagt hatte." Der "Bright Eyes"-Sänger bedauerte: "Ich habe geweint, als er mir sagte, wie sehr ich ihn verletzt hatte. Rückblickend denke ich, ich wollte das Image des netten Kerls von Simon & Garfunkel abschütteln. Ich war ein Narr!"

Die beiden hätten "Pläne geschmiedet, sich wieder zu treffen", und Garfunkel deutete an, dass sie ihr musikalisches Vermächtnis wieder aufleben lassen könnten: "Wird Paul seine Gitarre mitbringen? Wer weiß. Für mich ging es darum, die Dinge wieder gutzumachen, bevor es zu spät ist." Es habe sich angefühlt, "als wären wir wieder an einem wunderbaren Ort": "Wenn ich jetzt darüber nachdenke, kullern mir die Tränen über die Wangen. Ich kann immer noch seine Umarmung spüren."

Schon als Teenager ein Duo

Dabei kennen sich Paul Simon und Art Garfunkel bereits seit ihrer Schulzeit. Schon als Teenager nahmen sie erste gemeinsame Songs auf. 1964 unterzeichneten sie ihren ersten Plattenvertrag, das Debütalbum "Wednesday Morning 3 A.M." floppte zunächst. Erst die nachträglich überarbeitete Version von "Sound Of Silence" - mit E-Gitarre, Bass und Schlagzeug - erreichte ein Jahr später Platz eins der Charts.

Was folgte, waren Hits wie "I Am A Rock" und "Homeward Bound", der Soundtrack zu "The Graduate" (inklusive "Mrs. Robinson") und das Folk-Pop-Meisterwerk "Bridge Over Troubled Water". Nach der Trennung traten beide immer wieder gemeinsam auf, etwa 1981 bei einem Benefizkonzert im Central Park, das später als Album und Konzertfilm veröffentlicht wurde.

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