Paris Hilton über Sexvideo: "Es war kein Skandal, es war Missbrauch"

Mit bewegenden Worten hat sich Paris Hilton vor dem US-Kongress für ein neues Gesetz gegen Deepfake-Pornografie eingesetzt. Dabei sprach die 44-Jährige erstmals so offen wie nie über das Sexvideo, das 2004 ohne ihre Zustimmung veröffentlicht wurde.
von  (dr/spot)
Paris Hilton am Donnerstag in Washington.
Paris Hilton am Donnerstag in Washington. © imago/Anadolu Agency / Nathan Posner

Paris Hilton (44) hat am Donnerstag vor dem US-Kongress eine zutiefst persönliche Rede gehalten. Gemeinsam mit der demokratischen Abgeordneten Alexandria Ocasio-Cortez (36) setzt sich die Unternehmerin für den sogenannten "DEFIANCE Act" ein - ein Gesetz, das Opfern von KI-generierten pornografischen Deepfakes das Recht geben soll, rechtlich gegen die Ersteller und Verbreiter vorzugehen.

Dabei wurde Hilton so offen wie nie zuvor. "Als ich 19 Jahre alt war, wurde ein privates, intimes Video von mir ohne meine Zustimmung mit der Welt geteilt", erklärte sie laut "People". "Die Leute nannten es einen Skandal. Das war es nicht. Es war Missbrauch."

Paris Hilton: "Sie haben meinen Schmerz für Klicks verkauft"

Die Erinnerungen an das Jahr 2004, als das Sexvideo mit ihrem damaligen Freund Rick Salomon (57) an die Öffentlichkeit gelangte, sind für Hilton noch immer schmerzhaft. Damals habe es keine Gesetze gegeben, die sie schützten, sagte sie. "Sie haben mich beschimpft. Sie haben gelacht und mich zur Zielscheibe gemacht. Sie haben meinen Schmerz für Klicks verkauft und mir dann gesagt, ich solle still sein, weitermachen, sogar dankbar sein für die Aufmerksamkeit."

Niemand habe sie als junge Frau gesehen, die ausgebeutet wurde. "Niemand fragte mich, was ich verloren habe - ich verlor die Kontrolle über meinen Körper, über meinen Ruf. Mein Gefühl von Sicherheit und Selbstwert wurde mir gestohlen." Hilton kämpfte sich zurück und glaubte, das Schlimmste überstanden zu haben. Doch mit dem Aufkommen künstlicher Intelligenz hat sich die Bedrohung vervielfacht.

"Deepfake-Pornografie ist zu einer Epidemie geworden", warnte sie. "Es gibt über 100.000 explizite Deepfake-Bilder von mir, die von KI erstellt wurden. Nicht eines davon ist echt, nicht eines davon ist einvernehmlich." Jedes Mal, wenn ein neues Bild auftauche, kehre dieses schreckliche Gefühl zurück - die Angst, dass jemand irgendwo es gerade ansehe und für echt halte. "Kein Geld und keine Anwälte können das stoppen."

Paris Hilton: "Ich stehe hier ohne Scham"

Besonders emotional wurde es, als Hilton über ihre zweieinhalbjährige Tochter sprach. "Ich würde bis ans Ende der Welt gehen, um sie zu beschützen. Aber davor kann ich sie nicht beschützen - noch nicht." Deshalb sei sie hier, um für alle zu kämpfen, die keine Stimme haben.

Ihr Ehemann Carter Reum (44) begleitete sie bei ihrem Auftritt im Kongress. Zum Abschluss ihrer Rede fand Hilton kraftvolle Worte: "Ich bin Paris Hilton, eine Frau, eine Ehefrau, eine Mutter, eine Überlebende - und was mir angetan wurde, war falsch. Ich werde weiter die Wahrheit sagen, um jede Frau, jedes Mädchen, jede Überlebende zu schützen."

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