Opernhäuser kontern Timothée Chalamets Spott

Oper und Ballett seien Kunstformen ohne echtes Publikum, behauptete Timothée Chalamet. Die Kulturszene kontert schlagfertig: Von der Bayerischen Staatsoper bis zur Met in New York hagelt es spitze Einladungen und ausverkaufte Säle als Beweis.
(ncz/spot) |
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Timothée Chalamet hat die internationale Opernszene gegen sich aufgebracht.
Timothée Chalamet hat die internationale Opernszene gegen sich aufgebracht. © imago images/Future Image / Dave Starbuck

Hollywoodstar Timothée Chalamet (30) hat mit einer beiläufigen Bemerkung die internationale Kulturszene gegen sich aufgebracht. In einem Gespräch mit seinem Schauspielkollegen Matthew McConaughey (56) über die Zukunft der Filmbranche zog Chalamet einen Vergleich, der insbesondere bei Opern- und Ballettbegeisterten für Empörung sorgte. Nun reagieren die großen Häuser - auch im deutschsprachigen Raum - mit einer Mischung aus Ironie und Kritik.

Während der "Variety and CNN Town Hall" Ende Februar diskutierten der "Marty Supreme"-Darsteller und McConaughey darüber, wie man Kinosäle in Zeiten von Streamingdiensten füllen könne. Chalamet erklärte dabei, dass er sich nur in Kunstformen engagieren wolle, die ein echtes Publikum fänden: "Ich möchte nicht bei Ballett oder Oper arbeiten, wo man sagen muss: 'Hey, erhaltet diese Sache am Leben, obwohl sich eigentlich niemand mehr dafür interessiert.'"

Obwohl er unmittelbar hinzufügte, dass er Respekt vor den Künstlern dieser Sparten habe und scherzte, dass er gerade "14 Prozent an Zuschauerschaft verloren" habe, war der Schaden bereits angerichtet.

Bayerische und Wiener Staatsoper kontern

Die Reaktionen aus der Opernwelt ließen nicht lange auf sich warten. Die Häuser in München und Wien nutzten die sozialen Medien für schlagfertige Antworten: Die Bayerische Staatsoper veröffentlichte auf Instagram ein Video, das Chalamets Zitat direkt Bildern von tobendem Applaus und stehenden Ovationen nach einer Ballettvorstellung gegenüberstellte. Die Botschaft war klar: Von Desinteresse kann in einem ausverkauften Haus keine Rede sein.

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Die Wiener Staatsoper wählte einen dialogorientierten Ansatz. Sie veröffentlichte Clips, in denen sie junge Zuschauer direkt im Opernhaus befragten, ob ihnen die Kunstform am Herzen liege. Dazu eine direkte Nachricht an den Schauspieler: "Betrachten Sie dies als Ihre persönliche Einladung nach Wien. Unsere Bühne wartet auf Sie."

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International schlossen sich die Metropolitan Opera in New York und die LA Opera der Kritik an. Letztere stichelte humorvoll, man könne Chalamet zwar Freikarten anbieten, doch die Vorstellungen der aktuellen Produktion "Akhnaten" seien leider bereits restlos ausverkauft.

Auch Künstler reagieren

Neben den Institutionen meldeten sich auch namhafte Künstler zu Wort. Die Grammy-Preisträgerin und Opernsängerin Isabel Leonard zeigte sich in den sozialen Medien schockiert darüber, dass ein so erfolgreicher Kollege eine derart "engstirnige Sicht auf künstlerische Disziplinen" habe.

Auch der Tänzer und Choreograf Amar Smalls wies darauf hin, dass Oper und Ballett "hohe Kunst" seien, für die Menschen sich nach wie vor schick machten - im Gegensatz zum Kinobesuch. "Niemand zieht sich schick an, um 'Wonka' zu sehen", so Smalls. Zudem weist er darauf hin, dass Filmschauspieler in der Zukunft durch Künstliche Intelligenz ersetzbar sein könnten, während auf der Bühne immer echte Menschen stehen werden.

Timothée Chalamet selbst hat sich bisher nicht erneut zu dem Thema geäußert.

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