Oliver Wnuk: "Harmonie gibt's bei mir ganzjährig"

In der romantischen Weihnachtskomödie "Weihnachten für Anfänger" unterliegt Oliver Wnuk dem Charme einer Unbekannten. Wie leicht der Schauspieler sich im wahren Leben um den Finger wickeln lässt, erzählte er im Interview.
| (jic/spot)
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Oliver Wnuk ist heute im TV-Film "Weihnachten für Anfänger" zu sehen
ddp images Oliver Wnuk ist heute im TV-Film "Weihnachten für Anfänger" zu sehen

München - Die Komödie "Weihnachten für Anfänger" (28. November, 20:15 Uhr im Ersten) stimmt ganz romantisch auf die Feiertage ein: Die kleine Betten-Manufaktur von Matthias (Oliver Wnuk) steht kurz vor der Pleite. Als die kesse Katharina in sein Leben poltert und ihm helfen will, einen großen Deal an Land zu ziehen, staunt er nicht schlecht. Doch Matthias ahnt nicht, dass die charmante junge Frau eine Trickbetrügerin ist, die es auf sein Geld abgesehen hat.

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Mit solchen Turbulenzen muss sich Hauptdarsteller Oliver Wnuk (38) glücklicherweise nicht rumschlagen, denn der Schauspieler und Autor ist seit einigen Jahren glücklich mit Yvonne Catterfeld (34) liiert. In diesem Jahr hießen die beiden einen Sohn willkommen. Aus einer früheren Beziehung hat Wnuk zudem eine Tochter. Ob die kleine Patchwork-Familie auch gemeinsam Weihnachten feiert, verriet der 38-Jährige im Interview.

 

Matthias lässt sich von Katharina ganz schön um den Finger wickeln. Wie sehr würden Sie das bei einer fremden Person zulassen?

 

Oliver Wnuk: Prinzipiell bin ich anderen Menschen gegenüber immer offen. Ich lasse mir zwar keinen Bären aufbinden, bin aber durchaus für Charme anfällig.

 

Wie leicht lassen Sie sich von Ihrer Tochter um den Finger wickeln?

 

Wnuk: Sicher nicht mehr als andere Väter auch. Um ihren Wünschen gerecht zu werden, muss noch niemand um-, ver- oder eingewickelt werden.

 

Katharinas Mantra ist "Sei doch mal mutig". Sind Sie spontan oder neigen Sie dazu, alles zu überdenken, bevor Sie handeln?

 

Wnuk: Ich lasse mich von meiner Kreativität leiten. Wie mutig ich letztendlich bei meinen Entscheidungen bin, kommt immer auf die Situation an. Ich glaube, ich habe ein gutes Maß aus Bauch, Kopf und Herz.

 

Matthias schlägt sich im Film ganz wacker bei einer Prügelei. Sind Sie schon einmal in eine Schlägerei geraten?

 

Wnuk: Nein. Ich habe noch nie einen anderen Menschen geschlagen, noch wurde ich geschlagen. Ich habe keine Ahnung, wie sich das anfühlt. Prügeleien hatte ich bisher nur im Theater beziehungsweise im Film. Das ist ohnehin der Ort, wo ich gefahrenlos so viele Dinge erleben darf, wo andere Menschen Kopf und Kragen riskieren.

 

Sie haben vor kurzem auf Facebook ein Bild von einem Grabstein mit der Inschrift "Arbeit war dein Leben" gepostet und schrieben, das habe Ihnen zu denken gegeben. Haben sie die Befürchtung, zu viel zu arbeiten?

 

Wnuk: Was mich daran erschrocken hat, war, dass da jemand über seine Arbeit definiert wurde beziehungsweise angenommen wurde, dass er sich selbst über seine Arbeit definiert hat. Und das gab mir zu denken. Wenn von jemandem behauptet wird, sein Leben war seine Arbeit, finde ich das ziemlich traurig.

 

Sie arbeiten ja auch sehr viel, schließlich sind Sie neben Ihrer Arbeit als Schauspieler auch Autor.

 

Wnuk: Ich habe gar nicht das Gefühl, dass ich so viel mache. Ich finde vor allem, dass ich mich nicht über meine Arbeit definieren muss. Ich habe immer Schwierigkeiten damit, wenn ich über äußere Begebenheiten oder Attribute definiert werde. Ich arbeite als Schauspieler, ich arbeite als Autor. Aber ich bin das alles nicht. Ich bin einfach ich - und das umfasst mehr als Worte.

 

Sie haben sich einmal selbst als perfektionistischen Kontrollfreak bezeichnet. Macht Perfektionismus Ihre Arbeit nicht manchmal sehr anstrengend?

 

Wnuk: Ich bin sicherlich kein Pedant. Ich habe im Laufe der Jahre - ich mache ja nun schon seit 16 Jahren Filme - gelernt, die Dinge lockerer zu sehen und besser loslassen zu können. Perfektionismus ist ja auch ein Ausdruck von Unsicherheit und wenig Zutrauen in sich selbst. Und das trifft auf mich eigentlich nicht zu.

 

Können Sie also loslassen, wenn Sie etwas fertiggestellt und veröffentlicht haben und dann zufrieden damit sein?

 

Wnuk: Ja. Klar würde ich rückblickend Dinge von vor ein paar Jahren heute teilweise nicht mehr so schreiben oder machen, aber das ist vollkommen normal. Und es ist ja letztendlich nicht so wichtig. Es ist nur ein Film oder nur ein Buch, und es soll in erster Linie zur Unterhaltung dienen. Ein häufiges Problem bei kreativen Menschen ist die Annahme, ihr Werk sei wichtiger als das Bewusstsein aus dem es entstanden ist. Da sind wir wieder bei dem Grabstein. Manche nehmen ihre Arbeit so wichtig, dass sie sich darüber vergessen und kaputtmachen. Aber wenn ich mich kaputtmache, dann gibt es kein nächstes Werk, sondern einen Herzinfarkt.

 

Womit schalten Sie denn in Ihrer Freizeit ab?

 

Wnuk: Freizeit gibt es in der Form für mich nicht. Als Freischaffender habe ich das Privileg der freien Zeiteinteilung - abgesehen bei Dreharbeiten - und kann deswegen Freizeit und Arbeitszeit gar nicht so konkret trennen. Aber ich habe ein wunderschönes Leben. Ich habe tolle Menschen um mich herum und kann mein Leben glücklicherweise so gestalten, wie ich es möchte und mich in den Dienst meiner Lieben stellen. Das finde ich toll.

 

Diese Lieben sind in einer Patchwork-Familie versammelt. Feiern Sie denn alle gemeinsam Weihnachten?

 

Wnuk: Wir feiern immer irgendwie gemeinsam, ja. Die Konstellation ist immer unterschiedlich, aber alle sehen sich und verstehen sich auch gut.

 

Es herrscht also Harmonie?

 

Wnuk: Ja, aber die herrscht glücklicherweise nicht nur an Weihnachten. Harmonie gibt's bei mir ganzjährig.

 

Welche Bedeutung hat Weihnachten für Sie?

 

Wnuk: Auf Weihnachten konnte ich mich als Kind verlassen. Die Stimmung war immer gut und die Geschenkelisten wurden zufriedenstellend abgearbeitet.

 

Ist es ein religiöses Fest für Sie?

 

Wnuk: Religiös nicht, aber besinnlich. Soll heißen, dass ich den Sinn dahinter suche und mir bewusst mache, dass Jesus Christus geboren wurde als jemand, den wir uns in seiner Nächstenliebe und Mitgefühl zum Vorbild nehmen können. Das auf jeden Fall. Aber das ist nicht konfessionsgebunden.

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