Offener Brief: Lateinamerikanische Stars prangern Hollywood-System an
Mehr als 100 Schauspieler, Künstler und Kreative mit lateinamerikanischen Wurzeln haben sich zu einer kollektiven Aktion zusammengeschlossen. In einem offenen Brief, der unter anderem "The Hollywood Reporter" vorliegt, fordern sie Hollywoods Unterhaltungsindustrie auf, ihre Stimmen endlich angemessen zu berücksichtigen und zu repräsentieren.
Unter den Unterzeichnern finden sich viele bekannte Namen: Eva Longoria, John Leguizamo, Jessica Alba, Gina Rodriguez, Xochitl Gomez, Danny Ramirez, Sängerin Becky G und Schauspieler Michael Pena sind nur einige von ihnen. Sie alle eint der Frust über ein System, das ihrer Meinung nach ihre Community zunehmend an den Rand drängt.
Casting-Kontroverse als Auslöser
Konkreter Anlass für den Brief war eine Besetzungsentscheidung beim A24-Film "Deep Cuts" von Regisseur Sean Durkin. Die Rolle der Zoe Gutierrez - laut Buchvorlage halb mexikanisch, halb jüdisch - sollte ursprünglich an die US-amerikanisch-deutsche Schauspielerin Odessa A'zion gehen. Nach massiver Kritik aus der Latino-Community zog die Schauspielerin inzwischen ihre Zusage jedoch zurück.
Die Briefunterzeichner würdigen diesen Schritt ausdrücklich: Sie kennen A'zions Entscheidung an, das Projekt zu verlassen und sich als Verbündete zu positionieren. Doch die zentrale Frage, die sie in dem offenen Brief stellen, bleibt: "Wie konnte es so weit kommen?"
Systematische Ausgrenzung angeprangert
"Die fehlenden Vorsprechen für Latinas und die Entscheidung, eine eindeutig lateinamerikanische Figur mit einer nicht-lateinamerikanischen Schauspielerin zu besetzen, signalisiert eine fortdauernde Auslöschung unserer Community", heißt es in dem Schreiben. Es gehe nicht um einen einzelnen Film oder eine Schauspielerin - sondern um ein System, das qualifizierte Talente aus Lateinamerika wiederholt übersehe, während es gleichzeitig ihre Geschichten und Erfahrungen ausbeute.
Der Brief enthält konkrete Forderungen an Casting-Direktoren, Produzenten und Studio-Chefs: "Mehr Latinos sollen für vielfältige Rollen vorsprechen dürfen - auch für nicht-stereotypische Hauptrollen. Latino-Führungskräfte müssten in Entscheidungsgremien sitzen. Bindet von Beginn der Entwicklung an Latino-Stimmen als Berater, Autoren und Produzenten ein." Zudem fordern die Unterzeichner Förderprogramme und Stipendien, um den lateinamerikanischen Nachwuchs auf allen Ebenen der Branche zu stärken.
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