Nicholas Brendon: "Buffy"-Fanliebling Xander wäre 55 geworden

Denkt man an Schauspieler Nicholas Brendon (1971-2026), so fällt unweigerlich der Name Alexander "Xander" LaVelle Harris. Auch wenn Brendon im Laufe der Zeit in vielen weiteren TV-Produktionen mitgewirkt hat, ist es sein Part als treue wie warmherzige Seele aus "Buffy - Im Bann der Dämonen", für den er weltweit bekannt wurde und in Erinnerung bleiben wird.
Am 20. März, mit gerade einmal 54 Jahren und nur wenige Wochen vor seinem Geburtstag am 12. April, starb der Darsteller nach Angaben seiner Familie eines natürlichen Todes. Was bleibt ist die traurige Erkenntnis, dass Nicholas Brendon zeit seines Lebens mit weitaus schlimmeren Dämonen zu kämpfen hatte, als es in 143 TV-Auftritten als Xander Harris der Fall gewesen ist.
Mit 25 zurück zur High School
Dass Schüler einer Fernseh-High-School mitunter etwas älter sind, ist schon seit "Beverly Hills, 90210" wohlbekannt. Immerhin spielte darin Gabrielle Carteris mit beinahe 30 Jahren die 16-jährige Andrea Zuckerman. Auch Nicholas Brendon verschlug es für "Buffy" mit 25 Jahren nochmal zurück ins Teenageralter.
Den Part als Klassenclown Xander, der sich unsterblich in die mysteriöse neue Schülerin Buffy Summers (Sarah Michelle Gellar, 48) verliebt, ergatterte Brendon eigener Aussage nach zu einem Zeitpunkt, an dem er sich am absoluten Tiefpunkt befand: Seine Freundin hatte gerade mit ihm Schluss gemacht, seinen Job als Kellner war er auch just los und wusste nicht, wie er die nächste Miete zahlen soll.
Für die Pilotfolge von "Buffy" bewarb er sich aus einem simplen Grund: Seine potenzielle Rolle Xander hasst die High School ebenso inbrünstig, wie es im wahren Leben bei Brendon der Fall gewesen ist.
Der Rest ist TV-Geschichte: Brendon ergatterte die tragende Rolle und war in jeder bis auf einer der 144 Episoden der Kultserie zu sehen. Neben Gellar als Titelheldin, Alyson Hannigan (52) als Hexe Willow, David Boreanaz (56) als Vampir Angel und Anthony Head (72) als Wächter Rupert Giles rettete Xander von 1997 bis 2003 unzählige Male das US-Städtchen Sunnydale und zuweilen auch die ganze Welt. Lange sah es sogar danach aus, als würden er und die Gang ihr Heldentum bald wiederaufnehmen. Doch unabhängig von Brendons Tod wurde ein geplantes "Buffy"-Revival unlängst (und wohl dauerhaft) zu den Akten gelegt.
Die schwere Zeit danach
Von allen "Buffy"-Hauptdarstellern hatte Brendon im Nachgang der Serie den schwersten Karrierestand. Zwar fand er kontinuierlich Arbeit, über Fernseh- und Independentfilme sowie kleinere Rollen in TV-Serien kam er jedoch nicht mehr hinaus.
Stattdessen schrieb der Schauspieler zunehmend negative Schlagzeilen. Bereits kurz nach dem Finale der Serie enthüllte er, sich aufgrund von Alkohol- und Drogenproblemen in eine Entzugsklinik begeben zu haben. Trotz dieses Schrittes geriet er in der Folgezeit immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt: Vandalismus, häusliche Gewalt, Angriffe auf Polizeibeamte und wiederkehrende Drogendelikte sammelten sich in der anwachsenden Strafakte. 2010 etwa entging Brendon nur knapp einer Gefängnisstrafe und wurde zu 36 Monaten auf Bewährung verurteilt.
Wie ernst es zu dieser Zeit um den Star stand, enthüllte er als Gast in der TV-Show "Dr. Phil". Anhaltende psychische Probleme, darunter Depressionen, führten zu mehreren Suizidversuchen, wie Brendon unter Tränen mitteilte. Doch auch dieser Schritt in die Öffentlichkeit sollte keine nachhaltige Besserung bewirken: 2020 folgte die nächste Verurteilung zu drei Jahren Haft auf Bewährung.
Gesundheitliche Probleme nehmen zu
Etwa zu diesem Zeitpunkt verschlechterte sich auch die Gesundheit des Stars zunehmend. Schon länger hatte Brendon mit Problemen an der Wirbelsäule zu kämpfen, die zu vorübergehenden Lähmungserscheinungen führten. 2022 erlitt er einen Herzinfarkt, infolgedessen bei ihm ein angeborener Herzfehler diagnostiziert wurde. Im Fernsehen oder auf der Leinwand trat Brendon zu diesem Zeitpunkt bereits nicht mehr in Erscheinung.
Am 20. März 2026 dann die traurige Gewissheit: Nicholas Brendon waren nur 54 Jahre auf dieser Erde vergönnt. In einem Statement der Familie hieß es kurz nach seinem Tod, der Schauspieler sei eines natürlichen Todes und im Schlaf gestorben. Die Obduktionsergebnisse stehen bislang noch aus, aber alles deute wohl auf Brendons anhaltende Herzprobleme als Todesursache hin.
"Ich weiß, dass du in Frieden ruhst, in diesem großen Schaukelstuhl im Himmel", schrieb Sarah Michelle Gellar kurze Zeit nach der Todesmeldung ihres einstigen Serienkollegen. Auch Alyson Hannigan widmete ihm einen emotionalen Abschied und spielte auf sein Faible für Schaukelstühle an: "Mein lieber Nicky, danke für die vielen Jahre voller Lachen, Liebe und Dodgers. Ich werde immer an dich denken, wenn ich einen Schaukelstuhl sehe. Ich liebe dich. Ruhe in Frieden."
Sein Ebenbild lebt weiter
Nicholas Brendon mag nicht mehr auf Erden weilen. Doch sein Antlitz lebt nicht nur aufgrund von "Buffy" weiter. Am 12. April wird sein eineiiger Zwillingsbruder Kelly Donovan 55 Jahre alt. Dass sich die beiden zum Verwechseln ähnlich sahen, machten sich die "Buffy"-Macher mehrfach zu Nutze, unter anderem in der vielsagenden Episode "Der doppelte Xander".