Neues "Sturm der Liebe"-Traumpaar im Interview: "Es ging sofort zur Sache"

Ausnahmsweise stehen im Studio 4/5 der Bavaria Studios in München die Kameras still. Normalerweise herrscht hier reges Treiben, denn seit über 20 Jahren wird in dem Gebäude "Sturm der Liebe" gedreht. Doch an diesem Tag stellt sich am Set des ARD-Dauerbrenners das neue Traumpaar der inzwischen 23. Staffel vor: Am Mittwoch, 4. November, 15.10 Uhr, beginnt im Ersten die Liebesgeschichte von Emilia und Massimo, die am altbekannten Fürstenhof nicht als Unbekannte aufeinandertreffen. Bereits einen Tag vorher sind neue Folgen im Stream zu sehen. Gespielt wird das Paar von Pippa Fee Rupperti (28) und Jaime Ferkic (37), die im Interview zum Staffelstart verraten: "Unsere erste Szene war direkt sehr wild."
teleschau: Wem erzählten Sie als Erstes, dass Sie die neue "Traumfrau" und der neue "Traummann" bei "Sturm der Liebe" werden?
Pippa Fee Rupperti: Als der Anruf von der Castingagentur kam, erzählte ich es sofort meiner Partnerin. Danach sagte ich meiner Familie Bescheid. Und dann saß ich auf heißen Kohlen, denn ich wollte es am liebsten gleich allen erzählen, weil ich so stolz war und bin. Ich weiß seit Dezember 2025 Bescheid und musste es so lange geheim halten. Das war schwer!
Jaime Ferkic: Ich erzählte auch zuerst meiner Partnerin davon und musste es dann noch lange geheim halten, denn ich wusste es von Anfang an. Bis ich selbst wirklich verstanden hatte, was es bedeutet, der Traumprinz zu sein, dauerte es dann noch etwas.
teleschau: Waren Sie schon vorher Fans der Serie?
Ferkic: Dass es eine riesige Institution ist, wusste ich natürlich, aber angeschaut oder regelmäßig verfolgt habe ich es nicht. Seitdem ich Teil des Teams bin, macht es allerdings doppelt so viel Spaß. Und wenn man einmal damit anfängt, kommt man nicht mehr davon los (lacht).
Rupperti: Stimmt, wenn man die Leute kennt, ist es wirklich cool. Bei mir lief "Sturm der Liebe" früher manchmal heimlich nach der Schule. Und wenn man in München wohnt, kennt man natürlich die Bavaria Filmstudios und weiß, dass die Serie hier gedreht wird. Aber aktiv jede Folge schaue ich erst seit kurzer Zeit.
Pippa Fee Rupperti: "Ich habe das anfangs unterschätzt"
teleschau: Wie war es, als neues Traumpaar an dieses eingespielte Set zu kommen? Können Sie sich noch an Ihren ersten Tag erinnern?
Rupperti: Sehr aufregend auf jeden Fall. Ich hatte großen Respekt vor dem Ganzen, denn die Leute hier arbeiten zum Teil schon seit 20 Jahren zusammen. Zum Glück sind sie alle sehr herzlich und liebevoll, sodass ich mich schnell wohlfühlte. Aber es ist schon etwas anderes, wenn man als Traumpaar dreht. Für mich war vor allem das Pensum neu, denn wir drehen zwischen acht und zehn verschiedene Szenen pro Tag. Andererseits sammle ich dadurch viel Arbeitserfahrung.
Ferkic: Unsere erste Szene war direkt sehr wild (lacht). Es werden gleich zu Beginn ein paar Dinge zwischen Emilia und Massimo geklärt.
Rupperti: Daran kann ich mich noch sehr gut erinnern. Es ging sofort zur Sache, dabei kannten wir beide uns da noch gar nicht so lange (lacht).
teleschau: Wie schalten Sie nach solchen dramatischen Szenen ab?
Rupperti: Ich habe das anfangs unterschätzt. Unsere Staffel ist emotional sehr fordernd, da musste ich mir am Ende des Tages manchmal sagen: "Das passiert gerade nicht mir als Pippa, sondern meiner Rolle Emilia." Ich musste Taktiken entwickeln, um loszulassen. Dafür holte ich mir auch Tipps von Kolleginnen und Kollegen. Jetzt habe ich für mich eine Routine gefunden: Nach jedem Dreh nehme ich mir Zeit für mich selbst, mache auch mal 15 Minuten Yoga und gehe heiß duschen, damit ich alles abschütteln kann.
Ferkic: Genau, dieses Abschütteln ist so wichtig und tut so gut. Wenn ich nach einem Drehtag nach Hause komme, setze ich mich nicht sofort an den Text und die Vorbereitungen für den nächsten Tag, sondern nehme mir eine halbe Stunde, um durchzuatmen. Ich lese etwas und koche für mich - wenn ich davor noch Zeit zum Einkaufen hatte (lacht).
Jaime Ferkic: "Inzwischen habe ich mich richtig in München verliebt"
teleschau: Wie verbringen Sie Ihre Zeit, wenn Sie nicht gerade vor der Kamera stehen?
Rupperti: Ich mache viel Sport. Ich spielte lange Zeit Basketball und war unter anderem in der Jugendbundesliga aktiv. Wegen der Schauspielerei musste ich den Sport hintenanstellen, aber die Leidenschaft ist definitiv geblieben. Ich powere mich abends gerne aus oder treffe mich ab und an mit Leuten zum Fußball, Basketball oder Volleyball. Ich liebe es aber auch, ins Stadion zu gehen und mir Fußball- oder Basketballspiele anzusehen.
Ferkic: Wir müssen wirklich mal zusammen ins Stadion gehen (lacht). Bei mir ist es ähnlich, ich bin ebenfalls sehr sportbegeistert. Mein Sohn fängt gerade an, im Verein Fußball zu spielen, das verfolge ich natürlich. Ansonsten stehen meine Familie und meine Freunde im Vordergrund. Mit ihnen unternehme ich in Berlin viel.
teleschau: Sie pendeln also nach München?
Ferkic: Ja, meistens jedes Wochenende. Inzwischen habe ich mich richtig in München verliebt. Der Englische Garten und die Isar haben es mir besonders angetan. Manchmal gehe ich auch in eine der vielen Kirchen und schaue sie mir an.
teleschau: In München müssen sich Fußballfans wie Sie beide entscheiden: FC Bayern oder 1860 München. Auf welcher Seite stehen Sie?
Rupperti: Oh, da bringen Sie mich jetzt aber in eine schwierige Situation (lacht). Auch wenn einen dafür viele Menschen verfluchen, muss ich sagen: FC Bayern.
Ferkic: Ich halte mich bei diesem Thema zurück. In unserem Team gibt es viele Fans von beiden Mannschaften, und wir kommen trotzdem alle gut miteinander aus. Geneckt wird sich natürlich trotzdem.
"Willst du nicht lieber etwas anderes, etwas Sichereres machen?"
teleschau: Herr Ferkic, wie ähnlich sind Sie Ihrer Rolle Massimo?
Ferkic: Wir haben beide einen gewissen Gerechtigkeitssinn und hören sehr auf unser Herz. Andererseits hat Massimo eine kurze Zündschnur und fährt sehr schnell hoch. So bin ich mittlerweile nicht mehr. Das passierte mir vielleicht, als ich jünger war, aber ich bin doch ein bisschen erwachsener geworden.
teleschau: Frau Rupperti, welche Gemeinsamkeiten haben Sie und Emilia?
Rupperti: Ich bin nicht ganz so risikofreudig wie Emilia. Sie hört immer auf ihr Bauchgefühl, bei mir schaltet sich dann doch der Kopf ein. Was uns allerdings auf jeden Fall verbindet, ist die Leidenschaft für unseren Beruf. Denn sowohl in der Musik als auch in der Schauspielerei gibt es immer wieder Stimmen, die sagen: "Willst du nicht lieber etwas anderes, etwas Sichereres mache?" Das könnte ich natürlich, aber dann wäre ich nicht glücklich. Und genauso, wie Emilia die Musik nicht aufgibt, habe ich auch nie meinen Traum von der Schauspielerei aufgegeben.
teleschau: Wann wussten Sie, dass Sie Schauspielerin beziehungsweise Schauspieler werden wollten?
Ferkic: Ich stand mit sieben Jahren das erste Mal vor der Kamera und habe die Atmosphäre am Set von Anfang an geliebt. Man ist als Schauspieler auf eine Art frei und kann sich ausprobieren und jemand anderes sein. Das fand ich immer schön und wusste deshalb sofort: Das möchte ich machen. Gott sei Dank durfte ich das auch.
Rupperti: Ich bin ebenfalls mit der Schauspielerei groß geworden, weil mein Papa Schauspieler ist. In meiner Kindheit verbrachte ich deshalb viel Zeit am Theater. Mein Vater nahm mich und meine beiden älteren Schwestern mit hinter die Bühne. Wir durften seine Kolleginnen und Kollegen kennenlernen, in der Maske sitzen und waren bei Soundchecks dabei. Am prägendsten war für mich rückblickend das Düsseldorfer Schauspielhaus, da war ich ungefähr 14 Jahre alt. Dadurch, dass ich lange Zeit im Leistungssport aktiv war, blieb allerdings nicht wirklich Zeit für die Schauspielerei. Trotzdem wusste ich: Wenn ich einmal erwachsen bin, dann werde ich Schauspielerin. Das war mir sehr früh klar.
Jaime Ferkic: "Man wird in eine kleine Traumwelt entführt"
teleschau: Nun sind Sie Teil des "Sturm der Liebe"-Universums. Warum, glauben Sie, ist die Serie immer noch so beliebt?
Rupperti: Man schaltet den Fernseher ein, taucht in eine andere Welt ab und bekommt ein heimeliges Gefühl. Gleichzeitig erkennt man sich in der ein oder anderen Geschichte wieder oder kann sich mit einem der Charaktere gut identifizieren. "Sturm der Liebe" hat etwas Vertrautes und Verlässliches. Ich denke, das holt die Leute ab.
Ferkic: Es sind eben emotionale Geschichten, die spannend sind, aber dabei die Leichtigkeit nicht vergessen. Man wird in eine kleine Traumwelt entführt und kann dabei vom stressigen Alltag abschalten. Auch wenn wir beide, so viel kann ich verraten, anfangs doch sehr viel "Sturm" sind. Deshalb bin ich sehr gespannt, was die Fans zum Beispiel in den sozialen Medien schreiben, wenn unsere Staffel beginnt.
teleschau: Apropos Social Media - wie gehen Sie selbst damit um?
Rupperti: Das ist eine gute Frage. Ich las letztens, dass die meisten Menschen unterschätzen, wie lange sie am Handy sind, deshalb ist es bei mir wahrscheinlich auch viel mehr, als ich denke. Trotzdem habe ich manchmal das Gefühl, dass ich ein bisschen zu wenig in den sozialen Medien mache. TikTok verstehe ich zum Beispiel nicht wirklich, obwohl ich jetzt nicht so alt bin (lacht).
Ferkic: Für uns als Schauspielerinnen und Schauspieler ist es wichtig, in den sozialen Medien präsent zu sein. Jetzt, wo ich bei "Sturm der Liebe" bin, möchte ich das auch teilen. Gleichzeitig erwische ich mich immer mal wieder dabei, wie ich sinnlos scrolle. Das versuche ich unter Kontrolle zu haben. Mittlerweile ist ja bekannt, dass Social Media einem nicht unbedingt guttut. Gleichzeitig nutze ich es aber auch, um mich mit den politischen Geschehnissen auseinanderzusetzen.
Rupperti: Mein Algorithmus spielt mir auch sehr viel Politisches aus, was ich natürlich wichtig und interessant finde. Manchmal braucht man aber einfach das ein oder andere lustige Video, damit man ein bisschen lachen kann.
Ferkic: Die Balance ist entscheidend. Heutzutage ist es wahnsinnig wichtig, sich politisch zu informieren und dabei für Menschlichkeit einzustehen. Egal, woher man kommt oder wen man liebt - wir als Menschen müssen in der Gesellschaft zusammenhalten, weil die Politik das meiner Meinung nach ganz oft nicht hinbekommt. Es sollte jedem bewusst sein, dass man unangenehme Wahrheiten nicht ignorieren kann - gerade wenn es um Menschenrechte geht. Und dafür eignet sich Social Media wirklich gut.