Neuer Aufruhr in Niederbayern: Das sind die Kino-Highlights der Woche

"The End of Oak Street", "Im Spiegel meiner Mutter" und "Steckerlfischfiasko", der zehnte Kinofilm um den beliebten niederbayerischen Polizisten Franz Eberhofer: Das sind die Kino-Neustarts am 13. August.
von  Christopher Diekhaus
Der Fisch stinkt vom Kopf? Dieser Frage geht Provinzpolizist Franz Eberhofer (Sebastian Bezzel) nach.
Der Fisch stinkt vom Kopf? Dieser Frage geht Provinzpolizist Franz Eberhofer (Sebastian Bezzel) nach. © Constantin Film Distribution GmbH/Bernd Schuller

Der Erfolg kann sich sehen lassen: Seit dem Leinwandstart der auf Rita Falks Romanen basierenden Heimatkrimireihe um den sympathischen Provinzpolizisten Franz Eberhofer, gespielt von Sebastian Bezzel, erfreuen sich die humorigen Mordgeschichten aus der niederbayerischen Provinz deutschlandweit großer Beliebtheit. Sahen den ersten Film "Dampfnudelblues" aus dem Jahr 2013 noch knapp 520.000 Zuschauer im Kino, knackte die Saga mit dem fünften Eberhofer-Fall "Sauerkrautkoma" von 2018 erstmals die Millionenmarke. "Rehragout-Rendezvous", die neunte und bislang letzte Adaption, lockte 2023 sogar über 1,5 Millionen Menschen an. Das nun in den Startlöchern stehende zehnte Kapitel mit dem Titel "Steckerlfischfiasko" dürfte an diese Erfolge anknüpfen können. Immerhin musste das Publikum erstmals ganze drei Jahre auf einen frischen Eberhofer-Krimi warten.

Außerdem neu im Kino: "The End of Oak Street", ein Science-Fiction-Überlebensschocker mit Anne Hathaway und Ewan McGregor, und das psychologische Drama "Im Spiegel meiner Mutter", in dem eine deutsche Archäologin einen familiären Todesfall verarbeiten muss.

Steckerlfischfiasko

Schräge, aber liebenswerte Figuren, gut aufgelegte Darsteller und jede Menge Humor - mit diesen Zutaten konnten die Eberhofer-Verfilmungen nach Rita Falk reüssieren. Genau darauf vertraut auch der zehnte Teil der Reihe. Auf dem Regiestuhl nahm, wie in allen neun vorherigen Adaptionen, wieder Ed Herzog Platz, unterstützt von Drehbuchautor Stefan Betz, der seit "Schweinskopf al dente", dem dritten Titel, mit dabei ist. Kontinuität wird hier definitiv großgeschrieben.

Im Film "Steckerlfischfiasko", dessen Buchvorlage 2023 in den Handel kam, braut sich im fiktiven Niederkaltenkirchen mal wieder einiges zusammen. Auf dem dortigen Jahrmarkt kommt es permanent zu Auseinandersetzungen zwischen dem Steckerlfischkönig Paulus (Besetzung soll eine Überraschung bleiben) und einem einflussreichen Volksfestclan. Ersterer, der es mit der süddeutschen Spezialität eines am Stab gegrillten Fisches zu Wohlstand gebracht hat, liegt kurz darauf tot im Wellnessbereich des neuen örtlichen Golfclubs.

Während Franz Eberhofer die Ermittlungen übernimmt, hat der Provinzpolizist auch privat alle Hände voll zu tun. Weil die heimischen vier Wände renoviert werden, muss Hündin Hinkelotta draußen bleiben. Franz' Lebensgefährtin Susi Gmeinwieser (Lisa Maria Potthoff) visiert zudem das Amt der Bürgermeisterin an und liefert sich im Rennen um die Gunst der Wähler ein hitziges Duell mit dem aktuellen Ortsvorsteher (Thomas Kügel).

Eberhofers Kumpel Rudi Birkenberger (Simon Schwarz), der bei den Nachforschungen im Mordfall Paulus tatkräftig hilft, macht gerade einen Selbstversuch. Minimaler Konsum, so seine Theorie, führt zu maximaler Intuition. Leider nimmt er es dabei mit dem Waschen nicht so genau. Auftritte im neuen Schmunzelkrimi haben unter anderem auch Franz' Bruder Leopold (Gerhard Wittmann), Eberhofers Papa (Eisi Gulp) und die Oma des Polizisten (Enzi Fuchs).

The End of Oak Street

"Gut Ding will Weile haben", heißt es so schön. Ob das auch für die neue Arbeit des US-amerikanischen Autorenfilmers David Robert Mitchell gilt? 2014 sorgte der Regisseur und Drehbuchautor mit seinem Coming-of-Age-Horror "It Follows" für internationales Aufsehen, wurde als neue Genrehoffnung gefeiert. Sein 2018 veröffentlichtes Folgewerk, der rätselhafte, die Mythen der Metropole Los Angeles erforschende Noir-Thriller "Under the Silver Lake", rief dann aber ein geteiltes Echo hervor.

Acht Jahre später kehrt Mitchell mit einem an das Schaffen von Steven Spielberg erinnernden Film in die Kinos zurück. "The End of Oak Street" spielt in dem titelgebenden Vorstadtidyll, das allerdings durch ein mysteriöses kosmisches Ereignis in seinen Grundfesten erschüttert wird. Eine ganze Nachbarschaft findet sich plötzlich an einem unbekannten Ort wieder, den man offenbar nicht verlassen kann.

Mittendrin: die Familie Platt, bestehend aus Mutter Denise (Anne Hathaway), Vater Greg (Ewan McGregor) und den Kindern Audrey (Maisy Stella) und Brian (Christian Convery). Was sowohl das offizielle Plakat als auch die Trailer bereits andeuten: Durch die Oak Street jagen nun Dinosaurier. Wollen die Platts überleben, müssen sie an einem Strang ziehen. Und vielleicht kommen sie ja sogar hinter das Geheimnis des seltsamen "Tapetenwechsels".

Im Spiegel meiner Mutter

Noch deutlich länger als der Kollege David Robert Mitchell ließ sich Jutta Brückner, eine wichtige Stimme des Neuen Deutschen Films in den 1960er- und 1970er-Jahren, zwischen ihren letzten Regiearbeiten Zeit. 2006 erschien ihr NS-Melodram "Hitlerkantate". Und jetzt, 20 Jahre später, erblickt "Im Spiegel meiner Mutter" das Licht der Welt. Seine Uraufführung feierte der Mix aus Psychothriller und Beziehungsstudie im Juni 2026 auf dem Filmfest München.

Corinna Harfouch verkörpert die angesehene Archäologin und Uniprofessorin Ursula Scheuner, die bei Ausgrabungen auf eine Moorleiche stößt. Die erst einmal unter Verschluss gehaltene, da illegale Bergung kommt eigentlich ganz gelegen. Denn ihrem Institut, einer lärmenden Dauerbaustelle, geht es nicht besonders gut. Einzig ihre neue Assistentin Melanie (Carla Juri) weiht Ursula in ihren Fund ein.

Zu den beruflichen Herausforderungen kommt ein privater Schicksalsschlag: Die demente Mutter (Hildegard Schmahl) der Wissenschaftlerin ist vor kurzem in einem Pflegeheim gestorben. Beim Aufräumen ihres Elternhauses wird Ursula mit ihrer Trauer und den Traumata ihrer Kindheit konfrontiert. Was ihr außerdem Kopfzerbrechen bereitet: Melanie scheint mehr über die Lebensgeschichte ihrer Chefin zu wissen, als dieser lieb sein kann.

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