Neue Epstein-Dokumente: Enger E-Mail-Kontakt mit Ex-Prinz Andrew?

Das US-Justizministerium hat über drei Millionen Seiten an Epstein-Dokumenten freigegeben. Brisante E-Mails werfen ein neues Licht auf die Verbindung zwischen dem verstorbenen Sexualstraftäter und dem früheren britischen Prinzen Andrew.
(eyn/spot) |
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Andrew Mountbatten-Windsor hatte offenbar regen E-Mail Kontakt mit Jeffrey Epstein.
Andrew Mountbatten-Windsor hatte offenbar regen E-Mail Kontakt mit Jeffrey Epstein. © IMAGO/ZUMA Press Wire

Andrew Mountbatten-Windsor (65) wird erneut mit Jeffrey Epstein (1953-2019) in Verbindung gebracht. Das US-Justizministerium hat am Freitagabend mehr als drei Millionen Seiten an Dokumenten sowie Tausende Videos und Fotos aus dem Nachlass des verstorbenen Sexualstraftäters veröffentlicht. Und - wieder - mittendrin: der frühere britische Prinz.

Die brisantesten Enthüllungen betreffen einen E-Mail-Verkehr zwischen Epstein und einem Konto namens "The Duke" vom August 2010, das dem einstigen Duke von York gehört haben soll. Laut BBC wollte der US-Multimillionär Andrew damals offenbar mit einer 26-jährigen Russin zusammenbringen. Epstein schlug vor, der frühere Royal könnte "Gefallen daran finden, mit ihr zu Abend zu essen". Die Antwort, versehen mit der Signatur "HRH Duke of York KG" und unterzeichnet mit dem Buchstaben "A", lautete: "Ich wäre entzückt, sie zu sehen."

Dinner im Buckingham Palace?

Besonders pikant: Die E-Mails datieren nur einen Monat nach Epsteins Entlassung aus dem Gefängnis, wo er wegen der Prostitution Minderjähriger eingesessen hatte. Der Empfänger erkundigte sich sogar nach weiteren Details über die Frau. Epstein antwortete: "Sie ist 26, Russin, klug, schön, vertrauenswürdig und ja, sie hat deine E-Mail."

Ein weiterer E-Mail-Wechsel vom September 2010 zeigt, wie Epstein ankündigte, in London zu sein und "private Zeit" zu benötigen. Die Antwort von "The Duke": "Alternativ könnten wir im Buckingham Palace zu Abend essen und viel Privatsphäre haben." Epstein antwortete knapp: "BP bitte."

Die Dokumente werfen auch neues Licht auf Andrews New-York-Besuch im Dezember 2010. Laut "The Guardian" organisierte die Hollywood-Publicistin Peggy Siegal ein Abendessen für den Royal, der damals in Epsteins Stadthaus übernachtete. Auf der Gästeliste: Regisseur Woody Allen mit seiner Frau Soon-Yi Previn, der politische Stratege George Stephanopoulos, Journalistin Katie Couric sowie Talkshow-Moderator Charlie Rose.

Andrew hatte das Treffen später als Versuch dargestellt, die Freundschaft mit Epstein zu beenden. In seinem berüchtigten Newsnight-Interview 2019 erklärte er, eine telefonische Absage wäre "feige" gewesen. Die neuen E-Mails zeichnen ein anderes Bild.

Wer ist der "unsichtbare Mann"?

Rätselhaft bleibt die Identität eines Kontakts, den Epsteins Vertraute Ghislaine Maxwell als "The Invisible Man" bezeichnete. Maxwell diesen Kontakt in E-Mails mit "Andrew" an und erwähnte "Sarah und die Kinder". In einem Austausch von August 2002 ging es um ein Wochenende auf "der Insel" - Epsteins berüchtigter Karibikinsel Little Saint James. Maxwell lockte mit "5 umwerfenden Rothaarigen", doch der "unsichtbare Mann" sagte ab.

Als 2002 die Queen Mum starb, schickte Maxwell eine Beileidsbekundung an diesen Kontakt. Sie nannte ihn "Sweat Pea" und schrieb: "Sie war wunderbar, und ich bin glücklich, dass ich sie treffen und mit ihr sprechen konnte."

Auch "Fergie" in den Akten

Neben Andrew taucht auch dessen Ex-Frau Sarah Ferguson (66) in den Dokumenten auf. In E-Mails von 2009 bezeichnete sie Epstein als "Legende" und als "Bruder, den ich mir immer gewünscht habe". Dabei stand Epstein zu diesem Zeitpunkt noch unter Hausarrest. Ferguson hatte bereits 2011 gegenüber dem "Evening Standard" eingeräumt, 15.000 Pfund von Epstein angenommen zu haben.

Der frühere Prinz hat sämtliche Vorwürfe stets bestritten. Eines der Epstein-Opfer, die inzwischen verstorbene Virginia Giuffre, hatte Andrew beschuldigt, sie mehrfach sexuell missbraucht zu haben, unter anderem 2001 in London als Minderjährige. Andrew einigte sich 2022 auf einen Vergleich in Höhe von angeblich zwölf Millionen Pfund, ohne ein Schuldeingeständnis. Durch die Affäre verlor er alle royalen Titel und Ehren. Nach Guiffres posthum veröffentlichten Memoiren erkannte ihm sein Bruder König Charles (77) auch den Titel "Prinz" ab.

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