Neue Entlassungen, "ein einziger Kahlschlag": Microsoft kehrt Xbox Game Studios zunehmend den Rücken

Das englische Wort "Reset" mag im Vergleich zum deutschen Pendant "Umstrukturierungen" wie ein positiver Neuanfang klingen. Doch bei Microsoft bedeutet das 2026 in erster Linie Entlassungen, Studio-Schließungen und Zusammenlegungen.
Schon im Juli wurde die Xbox-Sparte von einem massiven Personalabbau gebeutelt. Langfristig solle die Neuausrichtung 1.600 Menschen ihre Jobs kosten, wurde damals angekündigt. Dass eine zweite Welle noch im laufenden Geschäftsjahr folgen wird, deutete die neue Xbox-CEO Asha Sharma bereits im Sommer an an. Nun gibt es ein offizielles Statement von Microsoft zu den nächsten Einschnitten in der Xbox-Gamingsparte.
Halo Studios zum Support-Team degradiert, Xbox Game Studios dezimiert
Die Kultmarke "Halo" steht künftig unter dem Dach von Activision. Und was passiert mit dem bis dato verantwortlichen Entwickler Halo Studios? Dazu heißt es auf der offiziellen Xbox-Newsseite: "Ein kleines Team bei Halo Studios" werde "weiterhin den Support für die 'Halo'-Community sowie für die bereits im Markt befindlichen Spiele" abwickeln.
Konkreter: "Zunächst streichen wir 268 Stellen bei Halo Studios, anderen First-Party-Studios sowie auf der Management- und Zentralebene der Xbox Game Studios. Die seit Juli abgeschlossenen Maßnahmen einschließlich der Studio-Abspaltungen bedeuten, dass wir etwa drei Viertel der zuvor angekündigten Umstrukturierung hinter uns haben." Der letzte Satz verrät: Trotz aller radikaler Kürzungen sind noch weitere Schritte geplant.
Xbox schrumpft
Weitere Personalreduzierungen betreffen bereits jetzt die beiden Entwickler der "Forza"-Rennserie, Playground und Turn 10: Diese Studios werden zusammengelegt für die Marken "Forza" und "Fable".
"Bethesda wird seinen Aufgabenbereich um Obsidian erweitern", heißt es weiter. "Obsidian wird seine laufenden Projekte - einschließlich 'Grounded' - sowie das neue 'Fallout'-Projekt fortführen, das in Zusammenarbeit mit Bethesda Game Studios entsteht."
Undead Labs, das Studio hinter "State of Decay 3", wurde verkauft. Das Survival-Spiel wird dennoch im Xbox Game Pass ab Tag 1 enthalten sein.
Die Macher von "Hellblade", Ninja Theory, sollten ebenfalls verkauft werden, doch fand sich bislang kein Abnehmer. Eine Schließung ist naheliegend. Auch die Zukunft von Arkane ist ungewiss. Für beide Studios gibt es "Konsultationen mit den Mitarbeitern".
"Gears of War"-Director wird vier Tage nach Gold-Status rausgeschmissen
Kündigungen gab es viele, doch eine erregt aktuell besonders viel öffentliches Interesse: Juan Vaca, Story Director hinter "Gears of War: E-Day", wurde am 22. September entlassen. Besonders bitter: Nur wenige Tage zuvor, am 17. September, feierte er noch im Web, dass "Gears of War: E-Day" den Gold-Status erreicht hat.
In der Branche sorgte das Timing für den Rausschmiss teils für harsche Kritik. Auch die Spieler-Community reagiert bereits mit Memes und Kommentaren auf den Umgang von Microsoft mit der Spielebranche. So schreibt ein Bluesky-User: "Meine Theorie ist, dass Microsoft die Xbox so schnell wie möglich verkaufen will. Mein Beweis dafür ist, dass Microsoft die Xbox hasst."
Ein anderer schreibt: "Wunderbar, dass der jahrelange Studio-Kaufrausch dazu führte, dass fast jedes von Xbox übernommene Studio dichtgemacht oder woanders reingepresst wurde. Ein einziger Kahlschlag, der jahrelange Geschichte und Arbeit mit einem Wisch vernichtet."