Nathalie Baye mit 77 Jahren gestorben

Trauer um eine Ikone des französischen Kinos: Nathalie Baye ist am Freitagabend im Alter von 77 Jahren in Paris gestorben. Die mehrfache César-Gewinnerin litt an einer neurodegenerativen Demenzform.
(mia/spot) |
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare
lädt ... nicht eingeloggt
Teilen
Nathalie Baye ist im Alter von 77 Jahren in Paris gestorben.
Nathalie Baye ist im Alter von 77 Jahren in Paris gestorben. © imago/ABACAPRESS / Castel Franck/ABACA

Das französische Kino trauert um eine seiner vielseitigsten Darstellerinnen: Nathalie Baye ist tot. Die Schauspielerin starb am Freitagabend (17. April) im Alter von 77 Jahren in ihrer Pariser Wohnung. Das teilte ihre Familie, darunter ihre Tochter Laura Smet, laut französischen Medien der Nachrichtenagentur AFP mit. Als Todesursache nannten die Angehörigen die Lewy-Body-Demenz. Bei der neurodegenerativen Erkrankung treten Symptome auf, die jenen der Alzheimer- und Parkinson-Krankheit ähneln.

Die französische Kulturministerin sprach laut AFP vom "Verlust einer großartigen Schauspielerin". Zuletzt hatte sich die als außerordentlich diskret geltende Baye ganz aus dem Rampenlicht zurückgezogen. Seit Monaten war sie nicht mehr öffentlich in Erscheinung getreten, im vergangenen Juli hatte sie kurzfristig ihre Teilnahme an einer Veranstaltung abgesagt. Tochter Laura Smet hatte damals allerdings kursierende Gerüchte über einen Krankenhausaufenthalt ihrer Mutter zurückgewiesen.

Hollywood-Gastspiel

Baye arbeitete mit der Riege der bedeutendsten französischen Regisseure zusammen, darunter Claude Chabrol ("Die Blume des Bösen"), Bertrand Blier ("Die Geschichte eines Lächelns") oder Tonie Marshall ("Schöne Venus").

Mutig brach Baye immer wieder mit ihrem klassisch-braven Image, um sich auf ungewöhnliche Stoffe einzulassen. Gewürdigt wurde diese Wandlungsfähigkeit mit drei Césars in Folge: Von 1981 bis 1983 räumte die Schauspielerin den wichtigsten französischen Filmpreis jedes Jahr ab.

Einem internationalen Publikum blieb sie vor allem durch einen Hollywood-Abstecher in Erinnerung: In Steven Spielbergs "Catch Me If You Can" verkörperte sie die Mutter des von Leonardo DiCaprio gespielten Hochstaplers Frank Abagnale, an dessen Seite auch Tom Hanks zu sehen war.

Zurückgezogenes Leben

Abseits der Kameras führte die Schauspielerin ein konsequent zurückgezogenes Leben. Von 1982 bis 1986 war sie die Lebensgefährtin des französischen Rockstars Johnny Hallyday. Aus der Beziehung ging Tochter Laura Smet hervor, die heute selbst als Schauspielerin arbeitet.

Mehrfach hatte sich Baye auch gesellschaftspolitisch positioniert. 2023 unterzeichnete sie einen offenen Brief, der Präsident Macron zu einer Reform des Sterbehilfegesetzes aufrief. Im selben Jahr geriet sie allerdings in die Kritik, als sie auch einen Solidaritätsaufruf für den Schauspieler Gérard Depardieu mittrug, dem Vergewaltigung und sexuelle Übergriffe vorgeworfen werden.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Agentur spot on news. Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
 
Noch keine Kommentare vorhanden.
merken
Nicht mehr merken
X

Sie haben den Inhalt der Merkliste hinzugefügt.