Naomi Campbell wird 50: Ein Supermodel, das sagt, was es denkt

Das am 22. Mai 1970 in London geborene Supermodel Naomi Campbell, das nie mit seiner Meinung gegeizt hat, wird am heutigen Freitag 50 Jahre alt.
| (wue/spot)
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Naomi Campbell in Cannes. Heute feiert das Supermodel seinen 50. Geburtstag.
Twocoms/Shutterstock.com Naomi Campbell in Cannes. Heute feiert das Supermodel seinen 50. Geburtstag.

Schön aussehen, seine Arbeit machen, buckeln und bloß nicht negativ auffallen: Das scheint die Devise zahlreicher Models zu sein. Diese Maxime hat das Supermodel Naomi Campbell noch nie verfolgt. Am heutigen Freitag wird die teils umstrittene Britin 50 Jahre alt.

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Alles begann in den 1980er Jahren

Campbell, die noch immer als eines der erfolgreichsten Models der Welt gilt und schon vor Jahren Supermodel-Status erreicht hat, wurde am 22. Mai 1970 im Londoner Bezirk Lambeth geboren und im Alter von 15 Jahren entdeckt. Erstmals zu sehen bekam die Öffentlichkeit sie aber schon sehr viel früher. Mit nur sieben Jahren tauchte sie im Musikvideo zu "Is This Love" von Bob Marley (1945-1981) auf.

Ihren internationalen Durchbruch feierte Campbell spätestens 1988, als sie das erste dunkelhäutige Model auf dem Cover des französischen Modemagazins "Vogue" wurde. Es folgten hunderte Titelseiten sowie unzählige Modenschauen und Shootings mit weltbekannten Fotografen wie Peter Lindbergh (1944-2019) und Ellen von Unwerth (66). Zusammen mit ihren Kolleginnen Christy Turlington (51) und Linda Evangelista (55) wurde Campbell ein Teil der "Trinity" - zu Deutsch "Dreifaltigkeit" - der Modewelt. Auch nach Jahrzehnten im Modelgeschäft strahlt die Tochter einer jamaikanischen Balletttänzerin eine fast schon berauschende Schönheit und Selbstsicherheit aus.

Eine Diva vor dem Herrn

Nicht weniger hart als an ihrem Supermodel-Status arbeitete Campbell in den vergangenen Jahrzehnten aber auch an ihrem Ruf als - manche mögen sagen teils unausstehliche - Diva. In den Medien kursierten immer wieder angebliche Horrorgeschichten über die Schönheit, teils kam sie sogar mit dem Gesetz in Konflikt.

Im Jahr 2008 wurde das Model von einem Londoner Gericht dazu verurteilt, gemeinnützige Arbeit zu verrichten, weil sie Kabinenpersonal beleidigt und zwei Polizisten am Flughafen Heathrow angegriffen hatte. Medienberichten zufolge soll sie damals "Die haben meine Scheißtaschen verloren, holt die Presse. [...] Sie würden das nicht tun, wenn ich weiß wäre", gebrüllt haben, als der Kapitän einer Maschine erklärt hatte, dass sich der Abflug wegen eines fehlenden Gepäckstückes verzögern werde. Nach herbeigerufenen Polizisten habe sie daraufhin mit ihren Stilettos getreten. Wenige Monate zuvor war sie zu einem Pflichtdienst in New York verurteilt worden, bei dem sie auch Toiletten reinigen musste. Die offenbar erzürnte Campbell hatte einem Hausmädchen ein Telefon an den Kopf geworfen.

Authentisch sein, ehrlich sein

In einem Interview mit dem australischen Frühstücksfernsehen erklärte Campbell vor wenigen Jahren, dass es für sie nichts Wichtigeres gebe, als authentisch zu sein. Sie sei eine sehr ehrliche, loyale und großzügige Person: "Bei mir bekommt man, was man sieht." Das Model verfolge weder eine besondere Agenda noch habe sie Lust darauf, Spielchen zu spielen.

Entsprechend ist die gebürtige Londonerin seit Jahrzehnten dafür bekannt, nicht mit ihrer Meinung hinter dem Berg zu halten - und sie sorgte auch damit immer wieder für Aufschreie und Skandälchen. 2014 machte Campbell etwa mit einem Radiointerview Schlagzeilen, in dem sie behauptete, keinen Zusammenhang zwischen dem Modebusiness und Magersucht erkennen zu können, mit der einige Models und teils auch deren Fans zu kämpfen haben, die die Beautys als Vorbild nehmen. "Man kann nicht unsere Industrie für diesen Körpertyp verantwortlich machen. [...] Du bist für dein Handeln selbst verantwortlich. Wenn du dich entscheidest, nichts zu essen, weil du dich danach fühlst, dann liegt das in deiner Hand."

Gleichzeitig setzte sich Campbell in der Vergangenheit oftmals für den guten Zweck ein. So gründete das Model 2005 etwa die gemeinnützige Organisation "Fashion for Relief". Dazu hatte sie der verstorbene Nelson Mandela (1918-2013) inspiriert. Unter anderem mit den Einnahmen aus Modenschauen, bei denen neben Campbell auch bereits Kate Moss (46), Toni Garrn (27), Paris Hilton (39), Justin Bieber (26) und Jane Fonda (82) gelaufen sind, werden seither Bedürftige unterstützt. So leistete "Fashion for Relief" in den vergangenen Jahren Hilfe im Kampf gegen Ebola oder unterstützte auch den Wiederaufbau nach Hurrikan Katrina.

Was auch immer Campbell gerade tut, die Öffentlichkeit wird allerhöchstes Interesse daran haben - sei es nun ein weiterer Wutausbruch, ein neues Shooting, ein seltsames Interview oder ihr philanthropischer Einsatz. Bei einem kann sich das Model sicher sein: Die Bewunderung ihrer mehr als 9,1 Millionen Follower bei Instagram und ihrer weltweiten Fans ist ihr gewiss. Und vielleicht bringt ein Statement Campbells, das sie dem Männermagazin "Playboy" im Jahr 1999 gegeben hat, das Wesen des Supermodels am besten auf den Punkt: "Ich mache nie Diät. Ich rauche. Ich trinke ab und an. Ich trainiere nie. Ich arbeite sehr hart und ich bin jeden Cent wert."

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