Nach "traumatisierendem" BAFTA-Eklat: Moderator Alan Cumming spricht

Eine Woche nach dem Eklat um das N-Wort, das ein Tourette-Aktivist bei der BAFTA-Verleihung gerufen hatte: Moderator Alan Cumming meldet sich zu Wort. Er äußert sein Bedauern gegenüber beiden Seiten. Außerdem kritisierte er den Sender BBC für seine Zensur - und ihr Ausbleiben gerade beim N-Wort.
(smi/spot) |
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Alan Cumming bricht das Schweigen.
Alan Cumming bricht das Schweigen. © 2018 Jamie Lamor Thompson/Shutterstock.com

Knapp eine Woche nach der BAFTA-Verleihung hat sich Alan Cumming (61) zu dem N-Wort-Eklat geäußert. Der Schauspieler führte am 22. Februar durch die Verleihung des wichtigsten britischen Filmpreises. "Was eigentlich ein Abend zur Feier der Kreativität sowie der Vielfalt und Inklusion hätte sein sollen, wurde zu einem traumatisierenden Desaster", schrieb Cumming am Montag bei Instagram.

Was war passiert? Bei der Verleihung der BAFTA-Awards saß der am Tourette-Syndrom erkrankte John Davidson (54) im Publikum. Auf seinem Leben basiert der Film "I Swear", für den Hauptdarsteller Robert Aramayo (33) am selben Abend als bester Schauspieler ausgezeichnet wurde. Davidson leidet an einer schweren Form des Tourette-Syndroms, die mit Koprolalie einhergeht - dem unwillkürlichen Ausstoßen von Tabu-Wörtern.

Als die afro-amerikanischen Schauspieler Michael B. Jordan (39) und Delroy Lindo (73) auf der Bühne standen, um die Kategorie "Beste visuelle Effekte" zu präsentieren, schallte das rassistische N-Wort durch den Saal. Alan Cumming erklärte während der Gala, was hinter dem verbalen Ausfall steckt und bat um Verständnis.

"Es tut mir so leid für all die Schmerzen"

"Es tut mir so leid für all die Schmerzen, die schwarze Menschen empfunden haben, als sie dieses Wort weltweit widerhallen hörten", schrieb Alan Cumming jetzt. Und adressierte auch die andere Seite: "Es tut mir so leid, dass die Tourette-Gemeinschaft daran erinnert wurde, wie wenig Verständnis und Toleranz es für ihre Erkrankung gibt".

"Das einzig Gute, das daraus entstehen könnte, ist die Erinnerung daran, dass Worte wichtig sind, dass es töricht ist, voreilige Urteile über Dinge zu fällen, die wir nicht vollständig kennen, und dass jedes Trauma anerkannt und gewürdigt werden muss", so Cumming weiter.

Damit spielte er unter anderem auf eine ausgebliebene öffentliche Entschuldigung der BAFTA gegenüber Jordan und Lindo an. Und auf ein Statement von Hollywood-Star Jamie Foxx (58). "Nicht akzeptabel" und "Nein, das meinte er so", hatte der mit Blick auf John Davidson in sozialen Medien geschrieben.

Alan Cumming: Kritik an Zensur der BBC

Für Kritik hatte zudem gesorgt, dass die BBC die rassistischen Ausrufe nicht herausgeschnitten hatte. Der Sender strahlte die Verleihung um zwei Stunden zeitversetzt aus. Zensiert hatte die BBC dafür ein "Free Palestine"-Statement von Akinola Davies Jr. Ebenso wurde ein Witz von Cumming, der auf Donald Trump anspielte, sowie das Wort "piss", das der BAFTA-gekrönte Regisseur Paul Thomas Anderson gesagt hatte, entfernt.

"Wir waren alle enttäuscht von den Entscheidungen, sowohl Beleidigungen zu übertragen als auch die freie Meinungsäußerung zu zensieren", schrieb Alan Cumming dazu. Der Moderator gratulierte allen bei der BAFTA-Gala anwesenden Künstlern, deren Arbeit durch den Skandal "überschattet" wurde.

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