Nach Morddrohungen: Collien Fernandes spricht doch auf Demo in Hamburg

Collien Fernandes hatte angedeutet, aufgrund von Sicherheitsbedenken nicht wie geplant an einer Demo in Hamburg teilzunehmen. Am Donnerstag hat die Moderatorin dennoch überraschend am Rathausmarkt gesprochen.
(wue/spot) |
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare
lädt ... nicht eingeloggt
Teilen
Collien Fernandes auf einer Demonstration in Hamburg, an der sie aufgrund von Morddrohungen zunächst nicht teilnehmen wollte.
Collien Fernandes auf einer Demonstration in Hamburg, an der sie aufgrund von Morddrohungen zunächst nicht teilnehmen wollte. © Morris MacMatzen/Getty Images

Kürzlich wurden von Collien Fernandes (44) gegen Christian Ulmen (50) schwere Vorwürfe erhoben. Im Rahmen einer Welle der Solidarität mit der Moderatorin sowie anderen Betroffenen sexualisierter und digitaler Gewalt gehen seither tausende Menschen auf die Straßen - so auch am heutigen Donnerstag in Hamburg. Fernandes wollte erst nicht selbst am Rathausmarkt sprechen, hat dies nun aber doch getan.

Anzeige für den Anbieter Instagram über den Consent-Anbieter verweigert

Zuvor hatte sie bei Instagram auf die Demonstration in Hamburg hingewiesen. Sie hatte allerdings angedeutet, nicht teilzunehmen, da sie Drohungen erhalten habe. "Eigentlich plante ich dort hinzugehen, dort zu sprechen. Mittlerweile gibt es aber ernsthafte Sicherheitsbedenken, aufgrund von Morddrohungen gegen mich", hatte sie am Mittwoch mitgeteilt. Sie forderte dazu auf, für sie bei der Demo laut zu sein.

"Mit einer schusssicheren Weste"

Überraschend trat Fernandes am 26. März doch in Hamburg bei der Demo unter dem Motto "Es reicht. Die Scham muss die Seite wechseln!" auf. Zu großem Jubel betrat die Moderatorin die Bühne. Die 44-Jährige erklärte, dass sie dort "mit einer schusssicheren Weste und mit Polizeischutz [...]" stehe. "Weil ich Morddrohungen bekomme. Weil Männer, zu einhundert Prozent Männer, mich killen wollen. Da muss man sich nicht mehr wundern, dass so viele Frauen einfach auch den Mut nicht haben, rauszugehen und zu sagen: 'Dieses und jenes wurde mir angetan.'" Sie rief dazu auf: "Lasst uns gemeinsam die Mauern des Schweigens einreißen." Ein Video des Auftritts veröffentlichte unter anderem die Journalistin Anina Pommerenke auf Instagram.

Anzeige für den Anbieter Instagram über den Consent-Anbieter verweigert

Den Veranstaltenden zufolge sind rund 22.000 Menschen in Hamburg zusammengekommen. Weitere Demonstrationen haben bereits stattgefunden und sind geplant. Die Protestwelle stellt sich digitaler Gewalt entgegen, die nicht nur Fernandes erfahren musste, sondern auch unzählige andere betroffene Menschen.

Deutschland ein "Täterparadies"

In den "Tagesthemen" bezeichnete die Moderatorin Deutschland kürzlich als "Täterparadies". Sie erklärte: "Also ungefähr fünf Prozent der Fälle von häuslicher Gewalt werden zur Anzeige gebracht. Bei digitaler Gewalt sind es 2,4 Prozent. Und alle Juristen und Juristinnen, mit denen ich gesprochen habe, berichten mir davon, dass die Anzeigen fallen gelassen werden, dass den Opfern nicht geholfen wird. Und ich habe das Gefühl, dass wir hier etwas im System haben, das nicht funktioniert."

Die Inititative "Nur Ja heißt Ja!" berichtet auf Instagram: "Heute stehen wir in Hamburg - in Solidarität mit Collien Fernandes und allen Betroffenen von sexualisierter Gewalt." Der Fall der Moderatorin hat eine breite Debatte in der Gesellschaft angestoßen, er zeige der Initiative zufolge "einmal mehr: Schutz, Aufarbeitung und Konsequenzen sind in Deutschland noch immer lückenhaft. Wenn Betroffene gezwungen sind, für Gerechtigkeit ins Ausland zu gehen, läuft hier grundlegend etwas falsch."

In einem Bericht des "Spiegel", in dem die Vorwürfe gegen Ulmen erhoben wurden, wurde auch berichtet, dass Fernandes Ende 2025 Anzeige gegen ihren Ex-Partner in Spanien erstattet habe. Ulmens Anwalt teilte mit, dass in der Berichterstattung "unwahre Tatsachen aufgrund einer einseitigen Schilderung verbreitet" und rechtliche Schritte eingeleitet würden. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Agentur spot on news. Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
 
Noch keine Kommentare vorhanden.
merken
Nicht mehr merken
X

Sie haben den Inhalt der Merkliste hinzugefügt.