Nach Flugschul-Insolvenz: Mette-Marits Bruder wird verklagt
Espen Høiby, der Bruder der norwegischen Königin Mette-Marit (53), ist von 60 ehemaligen Studierenden der insolventen Pilot Flight Academy verklagt worden. Sie fordern Schadenersatz für ihre finanziellen Verluste, wie der norwegische Rundfunk NRK berichtet. Høiby war über mehrere Gesellschaften an der Flugschule beteiligt.
Die Schule am Flughafen Torp in Sandefjord hatte kurz nach dem Jahreswechsel Konkurs angemeldet. Rund 40 Beschäftigte verloren ihre Stelle, 160 Flugschüler ihren Ausbildungsplatz. Die Pilotenausbildung zählt laut dem Sender zu den teuersten in ganz Norwegen. Viele hatten ihre Studiengebühren von rund 250.000 Kronen (etwa 24.000 Euro) im Voraus bezahlt. Mit der Pleite war das Geld weg.
Gewerkschaft sieht Høiby in der Verantwortung
Hinter der Klage steht die Gewerkschaft Parat. Deren Anwalt Sigurd Kambestad erklärte dem Sender, warum sie sich gegen den Miteigentümer richtet: "Nach allem, was wir verstanden haben, ist er derjenige, der in Wirklichkeit die Entscheidungen getroffen hat." Ebenfalls verklagt wurde Per Mikael Eriksson, der langjährige Vorstandsvorsitzende und Geschäftsführer der Schule. Wie hoch die Forderung ausfällt, will Parat noch nicht verraten.
Die Gewerkschaft wirft den Verantwortlichen vor, die Insolvenz zu spät angemeldet und gegen das Buchführungsgesetz verstoßen zu haben. Grundlage der Klage ist vor allem der Bericht des Insolvenzverwalters Kåre Jølberg. Er hatte die Lage als so ernst eingeschätzt, dass er den Fall an den Polizeibezirk Sør-Øst weiterleitete. Er äußerte den Verdacht auf Betrug. "Das Unternehmen hätte den Insolvenzantrag zu einem viel früheren Zeitpunkt stellen müssen", sagte er im Juni zu NRK. Die Schulleitung habe Informationen über die finanzielle Krise bewusst zurückgehalten. Ob die Polizei Ermittlungen aufnimmt, ist laut NRK noch offen.
Anwalt hält Klage für unbegründet
Høiby und Eriksson hatten sich bislang nicht zu der Pleite geäußert. Nun spricht ihr Anwalt Kristoffer Aasebø für sie. "Wir sind der Meinung, dass es keine Grundlage gibt, Espen Høiby in diesem Fall zu verklagen", erklärte er dem Sender in einem schriftlichen Statement. Høiby habe nie ein Vorstandsamt bei der Flugschule innegehabt und das Unternehmen auch nicht gegenüber den Studierenden vertreten. Die Darstellung der Gegenseite nannte Aasebø "unzutreffend" und "undifferenziert".
Für Eriksson führt der Anwalt an, dieser habe als Vorstandschef auf Grundlage von Informationen der Verwaltung gehandelt. Zudem hätten die Eigentümer Kapital zugesagt und dieses Versprechen auch eingelöst. Insgesamt seien in mehreren Schritten 100 Millionen Kronen geflossen, zuletzt im Juli 2025.
Høibys gehört die Firma Hightown AS, die die Hälfte der AAP Group hält. Diese ist mit 33,4 Prozent einer der beiden größten Anteilseigner der PFA Holding, die wiederum über die Pilot Group hinter der Flugschule steht.
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