Nach Ausbildung und TV-Karriere: Birgit Schrowange gesteht falsche Berufswahl

Skandalfrei, beliebt und stets mit einem launigen Spruch auf den Lippen – so kennt man Birgit Schrowange von Society-Auftritten in München. Anfang des Jahres zog die 68-Jährige, auch ihrem Ehemann Frank (59) zuliebe, von Köln nach Bayern und wurde herzlich in der Münchner Gesellschaft aufgenommen. Kein Wunder, mit ihrer offenen, zugewandten Art gewinnt Schrowange schnell die Sympathien und erobert Herzen.
In der TV-Rente: "Mache nur noch das, was wirklich Freude bereitet"
"Jetzt noch mal eine andere Stadt neu zu erleben und zu erkunden, ist toll. Wir sind beide frei. Mein Mann hat auch aufgehört zu arbeiten", sagte Birgit Schrowange beim München-Umzug der AZ. Eine Veränderung sei essenziell und halte wach, sodass man sich weiterentwickele, stellte die 68-Jährige fest. Schrowange ist selbst in der glücklichen Lage, nur noch das machen zu können, was ihr wirklich Freude bereitet, berichtet sie dem Kundenmagazin der BBBank. "'Nein' sagen zu können", sei nun pure Freiheit. "Ich bin dankbar für das Leben, das ich führen darf."
Seit ihrem RTL-Aus beim Magazin "Extra" im Jahr 2019 reist Schrowange viel. "Mein Mann und ich fühlen uns wie zwei Studenten, die noch mal einen Neuanfang wagen. Wir entdecken viele Dinge für uns neu, auch wenn wir schon ein bisschen älter sind. Das belebt ungemein und hält jung", sagte sie der AZ. Heute arbeitet Schrowange auch als Speakerin.

Birgit Schrowange: "Kein Risiko einzugehen ist das größte Risiko"
Ihre TV-Karriere ist beeindruckend. Mit 19 Jahren fing Schrowange beim WDR als Redaktionsassistentin an, zog dafür vom Sauerland nach Köln, hatte Coachings und wechselte 1983 als Programmansagerin zum ZDF. Elf Jahre blieb sie dem Sender treu, dann folgte eine 25 Jahre lange Station bei RTL.

"Viele haben mir damals davon abgeraten zu den Privaten zu wechseln. Doch meine Maxime ist: Kein Risiko einzugehen ist das größte Risiko", sagt Schrowange der BBBank. "RTL war dann ein richtiger Glücksfall für mich. Rückblickend war das ein unglaublicher Weg."

Falsche Berufswahl: Birgit Schrowange lernte Durchhaltevermögen
Ihr beruflicher Werdegang führte allerdings nicht geradewegs vor die Kamera. "Ich bin gelernte Rechtsanwalts- und Notargehilfin", verrät Schrowange über ihren ersten Job im Sauerland. "Das war ein solider, aber für mich völlig falscher Beruf. Trotzdem habe ich die Ausbildung abgeschlossen – das war damals selbstverständlich. Rückblickend bin ich dankbar dafür, denn man lernt Durchhaltevermögen. Mein Traum war aber immer das Fernsehen. Also habe ich mir überlegt: Wie komme ich da rein?"
"Hatte kaum Geld und keine Unterstützung"
Selbstbewusst wandte sie sich damals als Rechtsanwalts- und Notargehilfin an den Personalchef des WDR – mit dem klaren Wunsch, beim Sender einzusteigen. "Egal was", habe sie geschrieben, erinnert sich Schrowange heute. "Am Ende wurde ich als Stenotypistin eingestellt. Ich wohnte in einem winzigen möblierten Zimmer, hatte kaum Geld und keine Unterstützung von zu Hause. Aber ich hatte ein klares Ziel. Parallel zu meiner Arbeit nahm ich Sprech- und Schauspielunterricht und arbeitete zusätzlich abends, um mir das leisten zu können."

Der Fleiß, das Talent und die Zielstrebigkeit zahlten sich aus. Birgit Schrowange zählt zu den bekanntesten deutschen Fernsehmoderatorinnen. Für ihr langjähriges gesellschaftliches Engagement – insbesondere im Kampf gegen Kinderarmut – erhielt sie 2008 die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.