Musiker D4vd muss sich wegen Mordes vor Gericht verantworten

Nach fünf Tagen Anhörung steht fest: Der Mordprozess gegen den US-Sänger D4vd kann stattfinden. Eine Richterin in Los Angeles sieht die Beweise gegen den 21-Jährigen als ausreichend an.
(jom/spot) |
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare
lädt ... nicht eingeloggt
Teilen  AZ als Quelle bevorzugen
D4vd muss sich wegen Mordes vor Gericht verantworten.
D4vd muss sich wegen Mordes vor Gericht verantworten. © Imago images/ZUMA Press Wire / CraSH

Der US-Sänger D4vd (21) muss sich wegen Mordes vor Gericht verantworten. Richterin Charlaine Olmedo entschied am vergangenen Montag am Superior Court in Los Angeles, dass die Beweise gegen den 21-Jährigen für einen Prozess ausreichen. Das berichten unter anderem der Sender CNN und das Magazin "People". Dem Musiker, der bürgerlich David Anthony Burke heißt, wird vorgeworfen, die 14 Jahre alte Celeste Rivas Hernandez getötet und ihre Leiche zerstückelt zu haben.

Die Richterin ordnete an, dass Burke ohne Kaution in Haft bleibt. Die formelle Anklageverlesung ist für den 31. August angesetzt. Wann der Prozess beginnt, steht noch nicht fest.

Fünf Tage Beweisaufnahme

Der Entscheidung ging eine fünftägige Vorverhandlung voraus, in der laut CNN mehr als zehn Zeugen aussagten. Olmedo hatte allein darüber zu befinden, ob die Staatsanwaltschaft genügend Anhaltspunkte für einen Prozess vorgelegt hat. Dieser Maßstab liegt unter dem Beweismaß, das später für eine Verurteilung nötig wäre.

"Wir gehen davon aus, dass die Beweise im Prozess erdrückend sein werden", sagte Hochman. Seine Behörde habe in der vergangenen Woche nur einen kleinen Teil des vorhandenen Materials präsentiert. Im Fall einer Verurteilung drohen Burke lebenslange Haft ohne Möglichkeit einer vorzeitigen Entlassung oder die Todesstrafe. Ob die Staatsanwaltschaft die Todesstrafe beantragen wird, ist noch offen.

Der Angeklagte hat sich in allen Punkten für nicht schuldig erklärt. Die Vorwürfe lauten auf Mord ersten Grades unter besonderen Umständen, fortgesetzten sexuellen Missbrauch eines Kindes unter 14 Jahren und Verstümmelung menschlicher Überreste. Seine Verteidigung hatte zuvor erklärt, dass die tatsächliche Beweislage zeigen werde, dass er das Mädchen nicht getötet habe. Zur Entscheidung der Richterin wollte sich ein Anwalt des Sängers nicht äußern.

Leiche im Kofferraum eines Tesla

Gefunden wurden die sterblichen Überreste des Mädchens am 8. September 2025 in zwei Taschen im vorderen Kofferraum von Burkes Tesla, wie "People" berichtet. Drei Tage zuvor war der Wagen nahe seinem Haus in den Hollywood Hills abgeschleppt worden. Dort hatte er offenbar monatelang gestanden, der Sänger war zu diesem Zeitpunkt auf Welttournee.

Die Anklage geht davon aus, dass Burke das Mädchen am 23. April 2025 tötete, einen Tag nach einem Streit über seine Kontakte zu anderen Frauen und wenige Tage vor der Veröffentlichung seines Debütalbums. Für die Beseitigung der Leiche soll er Werkzeug im Internet und in einem Baumarkt bestellt haben.

Chatverläufe ausgewertet

Im Zentrum der Beweisführung stehen Handydaten. Ermittler werteten Standortdaten, Fotos und Nachrichten aus dem iCloud-Konto des Sängers aus. Auf seinem iPhone stießen sie nach Aussage eines Ermittlers auf mehr als 40 Aufnahmen von sexuellem Kindesmissbrauch. Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft schrieben sich die beiden erstmals am 8. August 2022, das Mädchen war damals elf Jahre alt. Die sexuellen Kontakte sollen im November 2023 begonnen haben, als das Mädchen 13 und Burke 18 Jahre alt war.

Am Abend des 23. April schrieb Celeste um 22:02 Uhr, sie sei fast da und er solle die Tür öffnen. Acht Minuten später ging das Tor auf. Es war die letzte Nachricht von ihrem Telefon. Die Ermittler gehen davon aus, dass sie in den folgenden 20 Minuten starb. Gegen 23:30 Uhr verließen Handy und Auto des Sängers das Grundstück. Die Fahrzeugdaten führten in eine abgelegene Gegend im Santa Barbara County, wo später der Ausweis des Mädchens an einer Straße gefunden wurde.

Die Verteidigung verwies auf Nachrichten, in denen Celeste selbst um das Treffen bat und den Sänger bedrohte. Staatsanwältin Beth Silverman hielt dagegen, hier sei eine Minderjährige von einem Erwachsenen manipuliert worden.

Die Familie im Gerichtssaal

Die Eltern des Mädchens verfolgten Teile der Anhörung. Als Aufnahmen der sterblichen Überreste gezeigt wurden, habe die Mutter den Kopf gesenkt und geweint, berichtete Familienanwalt Patrick Steinfeld dem Sender CNN. Nach der Entscheidung sagte er, die Familie sei erleichtert, dass die Vorverhandlung vorbei sei. Man sei dankbar für die Arbeit der Staatsanwaltschaft und der Polizei von Los Angeles.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Agentur spot on news. Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
 
Noch keine Kommentare vorhanden.
merken
Nicht mehr merken
X

Sie haben den Inhalt der Merkliste hinzugefügt.