Münchner "Tatort"-Star über großen Tabubruch: "Einfluss von Haschkeksen"
Seit 35 Jahren ermitteln Udo Wachtveitl und Miroslav Nemec gemeinsam als TV-Kommissare für die Münchner Ausgabe der Kultkrimireihe "Tatort". An Ostern 2026 feiern die beiden Schauspieler ihren Ausstand, denn am 5. und 6. April wird mit einer Doppelfolge ihr letzter Fall "Unvergänglich" in der ARD ausgestrahlt. Kurz vor dem Finale sprechen die Darsteller von Franz Leitmayr und Ivo Batic nun über ein absolutes No-Go, das sie sich am Set geleistet haben.
Münchner Tatort-Kommissare: "Hatten Spaß, als wir Haschkekse gegessen haben"
Für die ARD stellen sich Udo Wachtveitl und Miroslav Nemec den Fragen der "Tatort"-Community. Dabei plaudern die beiden auch aus dem Nähkästchen und enthüllen, dass es in einer längst vergangenen Folge zu einem filmischen Tabubruch gekommen war. Der Auslöser sei der Konsum von Marihuana gewesen.
Auf die Zuschauer-Frage, welche "Tatort"-Szene ihnen in besonderer Erinnerung geblieben sei, antwortet Miroslav Nemec direkt: "Wir hatten Spaß, als wir Haschkekse gegessen haben." Muss man sich etwa Sorgen um die Zustände hinter den Kulissen der Produktion machen? Beunruhigte Fans können aufatmen, denn der berauschte Ausfall der beiden Kommissare war Teil des Drehbuchs. In der Episode "Nicht jugendfrei" (2004) kamen Leitmayr und Batic in Kontakt mit Cannabis, was zu lustigen Verwicklungen vor der Kamera führte.
Strikt verboten: Diese Regel wurde von Udo Wachtveitl gebrochen
Dabei kam es auch zu einem filmischen Tabubruch. "Du hast dann durch den Raum geschaut und dann in die Kamera reingeguckt", sagt der "Tatort"-Star an seinen Kollegen Udo Wachtveitl gerichtet. Ein direkter Blick in die Kamera ist für Schauspieler eigentlich strikt verboten, denn dadurch kann die Zuschauer-Illusion einer filmischen Realität zerstört werden – diese Regel ist auch Wachtveitl bewusst: "Eigentlich verstößt es gegen die Filmgrammatik."
Dennoch habe man sich 2024 bewusst für ein Durchbrechen der vierten Wand (Trennung von Film- und Zuschauer-Realität) entschieden. "Wir sitzen in diesem Krankenhaus unter dem Einfluss von Haschkeksen, die man uns untergeschoben hat, und ich denke mir: Da ist doch noch jemand." Gemeint ist damit tatsächlich das Publikum vor den heimischen Bildschirmen, denn in der nächsten Szene sieht man, wie Udo Wachtveitl als Franz Leitmayr durchs Bild läuft und direkt in die Kamera blickt.
Dass die "Tatort"-Reihe bewusst mit einem derartigen Stilmittel arbeitet, ist eher ungewöhnlich, denn es entspricht nicht den normalen Sehgewohnheiten des Publikums. Allerdings bot sich die Handlung von "Nicht jugendfrei" aufgrund des versehentlichen Rauschmittelkonsums der beiden Kommissare perfekt an, um einen irritierenden, aber dennoch augenzwinkernden Moment zu schaffen. Bis heute ist der Dreh dieser Szene sowohl Udo Wachtveitl als auch Miroslav Nemec in Erinnerung geblieben.
- Themen:
- ARD
- Udo Wachtveitl

