Münchner Schauspielerin Teresa Rizos Opfer von Deepfake
Bei einer Internet-Recherche vor ein paar Jahren, das berichtet die bekannte Münchner Schauspielerin Teresa Rizos ("Neue Geschichten vom Pumuckl", "Servus Baby"), sei sie auf ein Bild gestoßen, das ihren Kopf auf einem nackten Frauenkörper in pornografischer Pose zeigte. "Das sah echt aus", erinnert sich Rizos.
"Ich war total geschockt"
"Ich war total geschockt – und gleichzeitig wusste ich überhaupt nicht, wie ich damit umgehen soll, was ich jetzt machen soll", erzählt die 39-Jährige am Mittwoch bei einer Pressekonferenz des Justizministeriums im Justizpalast am Stachus.
Georg Eisenreich (CSU) macht Dampf in Sachen Deepfakes. Das diesbezügliche Gesetzesvorhaben der Bundesregierung unterstützt er. In dem vorliegenden Entwurf wird unter anderem das Erstellen und Verbreiten sexualisierter Deepfakes unter Strafe gestellt. Opfer sollen zudem Accounts sperren lassen können.
Aber es gibt Verbesserungsbedarf, findet Eisenreich. Es fehle eine Regelung zum Identitätsmissbrauch. Zudem dürfte es beim Strafmaß gerne ein bisschen mehr sein. Im Entwurf ist eine Höchststrafe von zwei Jahren vorgesehen. Zu wenig, finden der Minister und die Schauspielerin. Fünf Jahre wie bei der Körperverletzung sollten es schon sein, virtuelle sei wie körperliche Gewalt zu behandeln. Den vermeintlich eigenen Körper für alle öffentlich sichtbar nackt, in eindeutigen Posen oder Szenen zu sehen, hinterlasse tiefe Spuren in der Seele.
"Auf keinen Fall selbst anschauen"
In ihrem Fall, berichtet Rizos, habe sie damals erst einmal nichts unternommen, um das Deepfake mit ihrem Kopf aus dem Internet zu bekommen. Sie habe lediglich gehofft, dass es von selbst verschwindet. So kam es dann auch. Doch die Gefühle von Scham und Schuld blieben. Fünf Jahre ist das her: "Ich habe damals noch gar nicht diese ganze Dimension begriffen, die dahintersteht: Dass das eben auch Gewalt ist, und dass man sich das nicht gefallen lassen muss."
Teresa Rizos hat noch einen Tipp für die meist weiblichen Opfer: "Wenn man einen Hinweis bekommt, dass es wirklich Deepfakes gibt, dann sollte man die sich auf keinen Fall selbst anschauen, weil einen das wirklich traumatisieren kann."
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