"Mr. Tagesthemen" Wickert macht gegen Hamburger Kirchengemeinde mobil

Eine Hamburger Kirchengemeinde will 200 Pfadfinder rausschmeissen. Hunderte demonstrierten dagegen. Jetzt bekommen die jungen Christen prominenten Beistand von "Mr. Tagesthemen" Ulrich Wickert. Seine Zwillinge gehören selbst zu den Betroffenen.
| (tolo/spot)
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Protest gegen Rausschmiss: Kinder und Jugendliche vor dem Gemeindehaus St. Andreas in Hamburg-Harvestehude
Jörg Kilian Protest gegen Rausschmiss: Kinder und Jugendliche vor dem Gemeindehaus St. Andreas in Hamburg-Harvestehude

Im feinen Hamburger Stadtteil Harvestehude rumort es kräftig. Am Dienstag versammelten sich 400 Demonstranten vor der evangelisch-lutherischen Kirche St. Andreas. Kinder in Pfadfinderkluft und ihre Eltern brachten sich vor Lagerfeuern in Stellung und hielten Transparente hoch. Aufschrift: "Schmeisst uns nicht raus aus Gottes Haus" oder "Pfadfinder in Not = Kirche tot." Pastor Kord Schoeler will die Pfadfinder, die seit 70 Jahren Teil der Gemeinde sind, zum Ende des Jahres aus der Gemeinde werfen. Das ruft einen Prominenten auf den Plan.

"Mr. Tagesthemen" Ulrich Wickert (76) ist empört. Seine Zwillinge (7), die er gemeinsam mit seiner Frau Julia Jäkel (48) hat, gehören zu den Jüngsten im Pfadfinderstamm St. Andreas. Der Bild-Zeitung sagte der Ex-Moderator: "Unsere Kinder gehen da sehr, sehr gern hin. Wir erleben den Pfadfinderstamm als wunderbaren Ort christlicher Erziehung. Es ist toll zu sehen, wie dort junge Leute schon Verantwortung für Kinder übernehmen."

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"Ein Rauswurf wäre völlig unverständlich"

Der erfolgreiche Buch-Autor ("Der Ehrliche ist der Dumme") appelliert an die Gemeinde: "Ein Rauswurf wäre völlig unverständlich. So weit darf es nicht kommen." Die Kirche habe es ohnehin schon schwer genug, in dieser Zeit junge Leute an sich zu binden.

Der Hintergrund für den Rauswurf, von dem 200 Kinder und Jugendliche betroffen wären, ist nebulös. Propst Martin Vetter nannte vor Ort versicherungstechnische Gründe. Der Kirchenvorstand wollte am Dienstag hinter verschlossenen Türen über das Vorhaben entscheiden. Stammesführer Artur Tietgens kritisierte: "Geheime Sitzungen brauchen nur die, die etwas zu verbergen haben." Die Pfadfinder hätten sich nichts zu Schulden kommen lassen. Immerhin vertagte das Gremium seine Entscheidung. Vielleicht lassen sich die Mitglieder ja von dem prominenten Unterstützer Wickert umstimmen? Ein klärendes Wort der Bischöfin Kirsten Fehrs steht noch aus. Sie hatte die christlichen Pfadfinder jüngst noch als "ein Stück Himmelreich auf Erden" bezeichnet.

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