Monika Gruber: "Ich bin seit vier Jahren Single"

Monika Gruber (55) ist zurück auf der großen Bühne und begeistert mit ihrem neuen Programm "Es huift ja nix" im Circus Krone. Die Pointen sitzen, das Timing stimmt und am Ende der ersten von acht ausverkauften München-Vorstellungen gibt es Standing Ovations. Doch im exklusiven Gespräch backstage zeigt sich auch eine andere Seite der Kabarettistin: Selbst nach 23 Jahren Bühnenerfahrung ist sie vor Selbstzweifeln nicht gefeit.
"Die Menschen sind geradezu ausgehungert nach Unterhaltung"
Warum ihr Humor gerade jetzt gefragt ist, begründet die Gruberin auch mit gesellschaftlichen und politischen Veränderungen: "Die Menschen sind geradezu ausgehungert nach Unterhaltung. Sie wollen lachen, sich amüsieren und für einen Moment der Schwere entfliehen, die unseren Alltag prägt." Schließlich gehe es schon morgens im Radio um Mord, Totschlag und Krisen. Umso wichtiger sei es, gemeinsam über einen Kalauer lachen zu können, "ohne dafür schief angeschaut oder bewertet zu werden".
Das Münchner Publikum weiß Monika Gruber zu schätzen, wenngleich es besonders kritisch sei. "Da hast du Vorschusslorbeeren von zehn Sekunden, und zwar beim Anfangsapplaus. Und dann musst du halt liefern“, sagt Gruber pointiert. Der Circus Krone sei für sie nach all den Jahren "a bisserl wie heimkommen".
Trotz Bühnenerfahrung: Gruber zweifelt an sich
Seit 23 Jahren steht die Kabarettistin mittlerweile auf der Bühne. Trotzdem ist sie gerade in München besonders nervös, wenn bekannte und prominente Gesichter im Publikum sitzen. "Ich möchte das vorher gar nicht wissen, weil ich sonst narrisch werde", sagt sie über Freunde, Verwandte und Kollegen wie Helmut Schleich oder Martin Frank. "Die sollen das mit meiner Agentur ausmachen, sonst sterbe ich", lacht die 55-Jährige im Gespräch mit der Abendzeitung.

Der überraschende und bemerkenswerte Grund: Gruber hält andere Kabarettisten oft für besser als sich selbst. Nach deren Auftritten gehe sie manchmal mit dem Gedanken nach Hause: "Ich kann gar nichts. Die sind so gut. Ich höre auf."
Umarmungen statt Fotos: Gruber sucht Nähe
Nach ihren Vorstellungen nimmt sich die Kabarettistin viel Zeit für die Fans. "Das ist mir besonders wichtig." Gruber bleibt häufig noch eine Stunde, um mit dem Publikum zu plaudern. "Weil die Zeiten so komisch und manche Mitmenschen aggressiv geworden sind", biete sie inzwischen neben Fotos auch Umarmungen an. Gruber zur AZ: "Viele entscheiden sich dann tatsächlich für einen herzlichen Drücker. Auch viele Männer!" Dass ihr die Nähe ebenfalls guttut, gibt Bayerns erfolgreichste Kabarettistin grinsend zu: "Ich tue es ja nicht uneigennützig, so etwas tut ja auch mir gut."

Vier Jahre Single: Warum Monika Gruber keinen Mann kennenlernt
Beruflich läuft es hervorragend. Das große Comeback gelingt auch in München. Doch wie sieht es im Liebesleben aus? Seit der Trennung von Rennsportmanager Thomas Überall ist kein neuer Mann an ihrer Seite. Monika Gruber verrät der Abendzeitung: "Ich bin vier Jahre Single. Alle denken immer, ich sei ja viel unterwegs und treffe auf viele Männer. Aber die Wahrheit ist: Ich lerne niemanden kennen."
Ihr nächster Partner sollte am besten gar nicht wissen, was sie beruflich macht. Laut lachend sagt die Gruberin: "Das müsste ein Preiß sein oder jemand aus dem befreundeten Ausland." Auch an sich selbst möchte Gruber etwas ändern, damit potenzielle Partner sich eher trauen, sie anzusprechen. Sie räumt schmunzelnd ein: "Ich muss die Kratzbürsten-Signale a bisserl eindämmen." Der Vorsatz: "Ich arbeite daran, mehr feminine Vibes zu senden."
Amor lässt offenbar noch auf sich warten. Doch auch bei der Partnersuche nimmt die Gruberin die Dinge mit der für sie typischen Portion Humor und Selbstironie.