Mit Lebensmut und Führerschein

Wieder einmal porträtiert die BR-"Lebenslinien"-Reihe mit Helga Stuckenberger eine wahre Alltagsheldin. Seit Jahrzehnten fährt sie mit ihrem Stadtbus die Kinder zur Schule, aber auch Behinderte zum Einkaufen.
von  Hans Czerny
Seit Jahrzehnten engagiert sich Helga Stuckenberger für ihre Mitmenschen und deren Teilnahme am gesellschaftlichen Leben.
Seit Jahrzehnten engagiert sich Helga Stuckenberger für ihre Mitmenschen und deren Teilnahme am gesellschaftlichen Leben. © BR / Max Beck

Mit dem Porträt der 85-jährigen Helga Stuckenberger kehrt die "Lebenslinien"-Reihe des BR wieder einmal zu ihrer angestammten Aufgabe zurück, eher unbekannte Helden und Heldinnen des Alltags zu porträtieren. Stuckenberger fährt mit ihrem Bus seit vielen Jahrzehnten nicht nur Schulkinder aus Frontenhausen bei Dingolfing zur Schule, sie kümmert sich ganz besonders auch um behinderte Menschen, die sie bei Einkäufen oder Pilgerreisen an die Zielorte bringt. Früh schon engagierte sie sich an führender Stelle beim Roten Kreuz. So baute sie denn auch ihren Bus eigens mit einer Hebebühne für Rollstuhlfahrer um.

"Ohne Busführerschein wär's, als würde man mir mein Leben nehmen", so sagt sie. Als eine der ersten Frauen machte sie mit 31 Jahren den Busführerschein und stieg in den elterlichen Fuhrbetrieb ein. "Es war immer mein Wunsch, Busfahrer zu werden", sagt sie mit ihrem bairischen Erzähltalent, "aber mei' Mutter war strikt dagegen." Die Schulkinder kennt sie alle mit Namen: "Des G'schrei im Schulbus, des g'fallt mir. Da rührt si' wenigstens was." An ihrer Fahrleidenschaft konnte sie weder ein tödlicher Unfall hindern, in den sie schuldlos verwickelt wurde, noch hielten sie der Tod ihres Sohnes und die jahrelange Pflege ihres dementen Mannes davon ab. - Das Porträt von Birgit Eckelt ist einer Frau von ungebrochenem Lebensmut gewidmet.

Ohne Busführerschein wär’s, als würde man mir mein Leben nehmen." - Mo. 14.09. - BR: 22.00 Uhr

merken
Nicht mehr merken
X

Sie haben den Inhalt der Merkliste hinzugefügt.