Mirco Nontschew: Booster-Impfung als Todesursache ist eine Fake-News

Mirco Nontschew ist mit nur 52 Jahren tot aufgefunden worden. Noch ist unklar, woran der Berliner starb. Das soll eine Obduktion klären, so die Staatsanwaltschaft zur AZ. Die Todesursache steht bislang offiziell nicht fest. Das Gerücht, dass eine Booster-Impfung zum Tod geführt haben soll, ist nach aktuellem Stand falsch.
| Steffen Trunk
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
31  Kommentare Artikel empfehlen
Mirco Nontschew wurde am 2. Dezember tot aufgefunden
Mirco Nontschew wurde am 2. Dezember tot aufgefunden © BrauerPhotos

Sein Tod schockiert Familie, Fans und die Show-Branche. Mirco Nontschew ist am Nachmittag des 3. Dezembers von der Feuerwehr tot in seiner Berliner Wohnung aufgefunden worden. Die Einsatzkräfte öffneten die Türe, nachdem sich Angehörige Sorgen gemacht hatten. Tagelang hatten sie nichts vom Zweifach-Vater gehört.

Spekulationen und Gerüchte: Woran starb Mirco Nontschew?

In den sozialen Netzwerken begann sofort eine Debatte um seine Todesursache. Suizid, gesundheitliche Probleme, Einsamkeit und eine Corona-Erkrankung wurden als mögliche Gründe für sein viel zu frühes Ableben benannt. Eine besonders häufig gelesene Theorie ist der Tod nach einer Booster-Impfung.

Impf-Kritiker missbrauchen Tod von Mirco Nontschew für krude Theorien

Diese Gerüchte werden besonders gern von Corona-Leugnern, Impfkritikern und Verschwörungstheoretikern gestreut. Untermauert wird die Behauptung, dass der 52-Jährige nach der Booster-Impfung verstorben sei, mit einem gefälschtem Screenshot der Nachrichtenseite "WELT". Darauf ist ein Schwarz-Weiß-Bild von Nontschew zu sehen; mit der Überschrift: "Nach Booster-Impfung." 

"WELT"-Artikel: Foto mit Fake-Überschrift im Umlauf

Doch diese Überschrift ging bei "WELT" nie online. "Es handelt sich hierbei um eine nachweislich plumpe Fälschung. Die Redaktion hat dies nicht gezeilt", so ein Sprecher von "WELT" zur AZ. Außerdem wurde bei der Fake-Überschrift eine erkennbar andere Schriftart gewählt. Der Buchstabe "a" in der Zeile unterscheidet sich selbst in der Fälschung vom Anlauftext. Der eigentliche "WELT"-Artikel hat die Überschrift "Trauer um Mirco Nontschew".

Fälschung: Dieser Screenshot geistert gerade durch die sozialen Netzwerke
Fälschung: Dieser Screenshot geistert gerade durch die sozialen Netzwerke © Facebook

Booster-Spritze: Corona-Impfung als Todesursache ist falsch

Wie die Polizei Berlin der AZ bestätigte, sei die Todesursache im Fall eines 52-jährigen Mannes, der leblos in seiner Wohnung in Steglitz-Zehlendorf aufgefunden wurde, weiterhin unklar. Die Kriminalpolizei habe die Ermittlungen übernommen. 

Mirco Nontschew: Obduktionsergebnisse liegen noch gar nicht vor

Die AZ hat auch die Staatsanwaltschaft Berlin kontaktiert, die eine Obduktion der Leiche angeordnet hat. "Die Ermittlungen und Untersuchungen laufen und dauern an. Uns liegen derzeit noch keine Ergebnisse aus der Obduktion vor", so eine Sprecherin über den Fall Nontschew.

Lesen Sie auch

Lesen Sie auch

Damit ist klar, es steht schlichtweg noch überhaupt nicht fest, woran Mirco Nontschew gestorben ist. Die Todesursache wird erst bekannt, nachdem die Obduktion abgeschlossen ist. Und "WELT" hat nie publiziert, dass der Komiker nach einer Booster-Impfung gestorben sei.

Medienkompetenz gefragt: Methoden der Fälscher immer perfider bzw. intelligenter 

Immer wieder werden Medieninhalte durch Bildbearbeitungsprogramme abgeändert oder gar durch künstliche Intelligenz (Stichwort: Deepfakes) komplett verfälscht. Die scheinbar echten, "neuen" Fakten werden im Sinne des Weltbilds oder einer anderen politischen oder gesellschaftlichen Überzeugung der Urheber dieser Fälschungen angepasst. Meist gelingt es nur mit einem hohen Maß an Medienkompetenz, eine Fake-News zu entlarven.

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 31  Kommentare – mitdiskutieren Artikel empfehlen
31 Kommentare
Artikel kommentieren