Michael Mittermeier über vier Totgeburten - und wie Comedy ihm half

Michael Mittermeier spricht offen über das Tabuthema Totgeburten, seine Frau und ihn ereilte dieser Schicksalsschlag viermal. Trotzdem machte er mit Comedy weiter.
von  (lau/spot)
Michael Mittermeier auf einer Aufnahme aus diesem Jahr.
Michael Mittermeier auf einer Aufnahme aus diesem Jahr. © imago images/Future Image / Robert Schmiegelt

Schon vor einigen Jahren machte Michael Mittermeier (60) publik, dass seine Ehefrau Gudrun Allwang (56) vier Totgeburten erlitten hat. In der Zeitschrift "Hörzu" gewährt der Münchner Komiker weitere Einblicke in diese fürchterlichen Schicksalsschläge. "Meine Frau und ich hatten einen langen Weg, um ein Kind zu bekommen. Vier Totgeburten, immer wieder die Hoffnung auf ein Kind, dann wieder die komplette Dunkelheit", blickt Mittermeier auf diese Zeit zurück.

Therapie und Comedy-Auftritte als Rettungsanker

Mittermeier war nach eigener Aussage irgendwann an einem Punkt, an dem er allein nicht mehr weiterkam - und professionelle Hilfe brauchte. "Ohne eine gute Therapie bist du verloren, weil du nicht alles mit deiner Frau oder deinen Freunden besprechen kannst."

Vor rund drei Jahren ging der beliebte Komiker zudem mit dem Schicksal seiner Familie an die Öffentlichkeit, thematisierte das Erlebte in einer Comedy-Show - und stand schon zuvor weiter auf der Bühne, um seinem Beruf nachzugehen und die Menschen zum Lachen zu bringen. "Trotzdem bin ich in der Zeit auf die Bühne gegangen", blickt Mittermeier zurück. Auch seine Frau, die als Sängerin unter ihrem Künstlernamen Somersault bekannt ist, riet ihm: "Mach es, ich weiß, es hilft dir, es zu verarbeiten."

Das Paar lernte sich 1990 kennen, gab sich am Ende des Jahrzehnts das Jawort, eine Tochter wurde 2008 geboren, steht heute am Ende ihrer Teenagerjahre.

Michael Mittermeier führte Comedy-Publikum wieder aus der Dunkelheit

Schon vor drei Jahren sprach Mittermeier in der "NDR Talk Show" mit Barbara Schöneberger (52) und Hubertus Meyer-Burckhardt (69) über Comedy-Auftritte, in denen er die erlittenen Totgeburten thematisiert.

Er beobachtete: "Das Tolle ist, die Leute gehen die Reise mit." Er führe sie in ein Tief, aus dem er sie aber wieder heraushole. Zwei Minuten später würden die Menschen lachen "und ich auch. Und ich muss es nicht künsteln. Weil Humor und Tragik liegen so nah beieinander". Er sehe, dass auch viele Menschen aus dem Publikum betroffen seien. Aber über das Thema werde nie gesprochen. Vor allem nicht bei Männern, die vermeintlich "keinen Bezug" gehabt hätten. "Doch", sagte er. "Ab dem ersten Moment war das mein Kind und unser Kind."

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