Michael J. Fox ausgezeichnet: Bewegender Auftritt bei den Emmys

Michael J. Fox (65) ist bei den 78. Emmy Awards mit dem Bob Hope Humanitarian Award ausgezeichnet worden. Die Television Academy würdigte damit am Montagabend im Peacock Theater in Los Angeles seinen jahrzehntelangen Einsatz für Menschen mit Parkinson und für die Forschung zu der Krankheit.
Überreicht wurde ihm der Preis von Julianna Margulies, mit der er in "The Good Wife" vor der Kamera stand. Schon als Fox im Rollstuhl auf die Bühne kam, erhob sich der Saal, am Ende seiner Rede ein zweites Mal.
Dank an die Familie
Auf der Bühne richtete er lobende Worte an seine Frau Tracy Pollan, mit der er seit 1988 verheiratet ist, und an die vier erwachsenen Kinder Sam, Aquinnah, Schuyler und Esmé, die ihn alle zu der Gala begleiteten. "Ich danke Tracy und unseren Kindern für ihre Opfer, ihre Geduld und ihre Liebe. Ihr könnt euch das gar nicht vorstellen", sagte er. Auch seine Eltern und Geschwister erwähnte er.
Milliarden für Forschung
Offen sprach der Schauspieler über die Zeit nach seiner Diagnose. Anfangs habe er sie geheim gehalten, sagte er: "Ich hatte Angst, dass sie meine Arbeit und meine Beziehungen zum Publikum beeinträchtigen würde. Würden sie lachen, wenn sie wüssten, dass ich krank bin?" Gekommen sei es anders: Das Publikum habe ihm das Selbstvertrauen gegeben, weiterzumachen. "Ich hatte nicht verloren, was ich tue, und nichts konnte es mir nehmen. Und das verdanke ich eurer Unterstützung."
Daraus wuchs die Haltung, die seine Arbeit seitdem prägt. Parkinson zu akzeptieren habe nicht bedeutet, sich der Krankheit zu ergeben, sagte er, sondern alles zu tun, was für andere Betroffene möglich sei. Stolz sei er auf die Fortschritte, die erreicht wurden.
Öffentlich gemacht hatte Fox seine Erkrankung 1998, zwei Jahre später gründete er seine Stiftung. Sie zählt nach Angaben der Television Academy inzwischen zu den größten gemeinnützigen Geldgebern der Parkinson-Forschung weltweit.
In seiner Rede ging er auch auf den Namensgeber der Auszeichnung ein, den Komiker und Schauspieler Bob Hope (1903-2003). Fox' Eltern seien während der Großen Depression geboren und im Zweiten Weltkrieg erwachsen geworden und für sie sei Hope weit mehr als ein Entertainer gewesen, nämlich ein Fürsprecher der Soldaten und Militärfamilien wie seiner eigenen. An Weihnachten und Thanksgiving habe Hope mit Truthahnkeule und Golfschläger vor den Truppen in Berlin, Saigon und im Nahen Osten gestanden, rief Fox in Erinnerung.
Bei Emmy-Nominierung musste er sich Rob Reiner geschlagen geben
Fünf Emmys hat Michael J. Fox bereits gewonnen, den ersten 1986 für "Family Ties", den letzten 2009 für "Rescue Me". In diesem Jahr kam die 19. Nominierung dazu, für seine Rolle als Gerry in der dritten Staffel von "Shrinking". Die Serie markierte seine Rückkehr vor die Kamera, nachdem er sich 2020 zurückgezogen hatte, weil ihm das Textlernen schwerfiel. Als bester Gastdarsteller in einer Comedyserie wurde allerdings in der vergangenen Woche Rob Reiner (1947-2025) posthum geehrt.
Oprah Winfrey war die erste Preisträgerin des Bob Hope Humanitarian Awards, der erstmals 2002 verliehen wurde. Danach erhielten unter anderem George Clooney, Sean Penn und Ted Danson den Preis.